Schwimmende Autos, eingefallene Bäume, kleine Bäche, die zu reißerischen Flüssen werden: Hochwasser gilt zu jenen Katastrophen, die alles zerstören kann. Die Stadt Augsburg wurde im Jahr 1999 Opfer einer Hochwasserkatastrophe, als die Wertach bei Pfersee das Ufer übertrat und damit das ganze Stadtgebiet gefährdete. Etwa 25 Jahre später jedoch die nächste verheerende Katastrophe in der Region. Nach fünf Tagen Dauerregen waren weite Teile des Regierungsbezirks Schwaben unter Wasser und zerstörte damit die Infrastruktur im hohen Millionenbereich.
Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder zeigte sich 2024, angesichts des Hochwassers im Großraum Augsburg, sehr bestürzt. „Wir brauchen generell einen kommunalen Hochwasser-Check. Wir werden auch mehr Geld in den […] Hochwasserschutz […] stecken müssen“, so Söder. Solche Einsätze gehen an die Substanz, von Feuerwehrleuten, aber auch von Bürger:innen, die rund um die Uhr versuchen, das Schlimmste abzuwenden. Hilfsmittel gibt es kaum. Die Stadt Augsburg hat nun Eigeninitiative ergriffen und im sechsstelligen Betrag in Hochwasserpräventionsmaßnahmen investiert.
Mobile Barrieren für alle Freiwilligen Feuerwehren
Die neuen Hochwassersperren sind in der Handhabe sehr simpel und im Bedarfsfall schnell aufgebaut. Bei diesen Sperren handelt es sich um einzelne Module, die verbunden eine Gesamtlänge von bis zu 1,2 Kilometern erreichen. Die Systeme der Firma Haawal sind dafür ausgelegt, ohne Werkzeug montiert zu werden. Im Bedarfsfall können sie also schnell an freiwillige Helfer ausgegeben werden. Sie seien besonders effektiv bei Schutz von Tiefgaragen-Abfahrten und Kellerschächten. Dieses System hat sich schon beim Amt für Brand- und Katastrophenschutz bewährt.
Die einzelnen Module gibt es in zwei Größenkategorien, 90 und 120 Zentimeter. Durch die Anpassungsgabe des Materials, kann sich der Schutz jedem Boden bzw. Gelände anpassen. Darüber hinaus wurden die Feuerwehren auch mit Sandsäcken ausgestattet. Wenn die Not groß ist, können sie die Sandsäcke, die bei den Feuerwehr-Stationen gelagert sind, abgeholt werden. Im Gerätehaus in Pfersee wurde die Ausstattung an alle Freiwilligen Feuerwehren im Stadtgebiet übergeben.
Weitere Maßnahmen für die Zukunft
Die Wahrheit mag hart sein: Aber die nächste Katastrophe kommt. Dennoch haben wir einiges selbst in der Hand, wenn es darum geht, richtige Maßnahmen im Vorfeld zu ergreifen und aus vergangenen Ereignissen zu lernen. Die Stadt Augsburg hat sich das nach dem Pfingsthochwasser zu Herzen genommen: Baumstämme verstopften das Ackermann-Wehr in Göggingen, wodurch es zu einem Dammbruch kam. Die Folge, die Wertach trat bei Pfersee übers Ufer. Durch eine modernere Brückenkonstruktion findet man heutzutage keine Brücken – weder im Lech noch in der Wertach – mehr, dessen Pfeiler im Flussbett stehen. Das verringert das Risiko einer Flussverstopfung massiv.