Thalia-Kino gerettet: Liliom-Betreiber übernehmen Traditionsstandort | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Das Jahr hätte für die Augsburger Kinoliebhaber nicht schlimmer starten können. Das Kinodreieck meldet Insolvenz an. Wenige Wochen später herrscht Klarheit, die Zukunft des Kinos ist gesichert.

Thalia-Kino gerettet: Liliom-Betreiber übernehmen Traditionsstandort

Ein weiterer wichtiger Schritt zum Erhalt der Augsburger Kinos wurde getan. Das Thalia-Kino samt Café wird zum 1. März 2026 übernommen. Während damit der Betrieb im Traditionskino gesichert ist, wurden die Vorstellungen im Mephisto komplett eingestellt. Wie es dort, im Savoy und beim Lechflimmern weitergeht, ist noch ungewiss. Dennoch, die beiden neuen Betreiber – Daniela Bergauer und Michael Hehl (Bergauer & Hehl KG) – sind in Augsburg und in der Kino-Branche nicht unbekannt.

Den Kino-Giganten zum Trotz

Die beiden neuen Betreiber haben in der Augsburger Kinoszene schon einmal aufgemischt. Sie haben bereits 2019 ein Augsburger Kino gerettet: Das Liliom, samt Café. Nur fünf Jahre später erzielen sie den nächsten großen Wurf. Zusätzlich zum Augsburger Standort haben sie das Leopold und ABC Kinos – allesamt in München – übernommen. Das Thalia-Kino gehört zu den Ältesten der Stadt. Im Jahr 1907 wurde der Konzertsaal des ehemaligen „Café National“ zum „Thalia-Theater mit Kinematograph“ umgewandelt.

Bergauer und Hehl möchten nun ihre Expertise auch mit ins Thalia Kino bringen. Besonders freuen sich die beiden auf die „treue uns große Stammkundschaft“ des Kinos. Mit der Übernahme wurde nicht nur das Kino selbst, sondern auch das Café gerettet. Das soll aber unterverpachtet und von einem Externen betrieben werden.

„Wir wollen auch im Thalia-Kino weiterhin ein hochwertiges Programm anbieten und freuen uns sehr auf diese neue Aufgabe im Herzen der Stadt.“ so Bergauer und Hehl.

Strategische Neuausrichtung

Anders als die großen Kinoketten zählt das Thalia Kino zu den Programmkinos. Das bedeutet, dass sie sich bewusst vom Mainstream-Kino abwenden und eher ein kulturelles Filmprogramm bieten. Darunter fallen Arthouse-Filme, Filmklassiker und Retrospektiven. Nicht selten gibt es daher auch verschiedenste Begleitangebote, wie Filmgespräche, Diskussionen oder Fragerunden mit den Filmschaffenden. Da die Angebote häufig sehr zielgruppenspezifisch sind, ist die Wirtschaftlichkeit ein Thema, über das nachgedacht werden muss. Mit dem Einstieg der Liliom-Betreiber soll genau das sichergestellt werden.

Ein weiterer positiver Nebenaspekt ist, dass alle Mitarbeitenden ihre Arbeitsplätze behalten. Der Geschäftsbetrieb sowie das dazugehörige Café wird auch in der Übergangsphase erhalten bleiben.