Hitze in Augsburg: Warum führt der Eiskanal zurzeit so wenig Wasser? | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Die Hitze brennt, doch das Wasser schwindet. In Augsburg sind die Kanäle teils nur noch hüfttief – und das Schwimmen wird fast zum Kneippen. Woran liegt das?

Hitze in Augsburg: Warum führt der Eiskanal zurzeit so wenig Wasser?

Die Temperaturen klettern über die 30-Grad-Marke und die Hitze macht auch vor den eigenen vier Wänden keinen Halt. Der Rettungsanker für viele: Ein kühler Sprung in einen der Stadtbäche, in dem das Baden erlaubt ist. Wer sich gerade am Hauptstadtbach Abkühlung verschaffen will, erlebt allerdings eine kleine Enttäuschung: An manchen Stellen reicht das Wasser gerade einmal bis zur Hüfte.

Hitzewelle beschäftigt ganz Deutschland

Augsburg ist als historische Wasserstadt bekannt – nicht nur wegen seiner einzigartigen Denkmäler, sondern auch dank der zahlreichen Bademöglichkeiten im Stadtgebiet. Doch je höher die Temperaturen auf dem Thermometer klettern, desto niedriger scheint das Wasser im Hauptstadtbach zu sinken. Klar, die anhaltende Trockenheit ist gerade deutschlandweit ein Thema – doch spiegelt sich das wirklich direkt im Wasserstand der Augsburger Kanäle wider oder gibt es eine andere Erklärung?

Kettenreaktion kommt in Augsburg an

Auf Anfrage bei der Stadt wird klar: Grund für den niedrigen Wasserstand ist eine Kettenreaktion, die weit südlich von Augsburg ihren Ursprung hat. Das Einzugsgebiet des Lechs reicht bis in die österreichischen Alpen und das Allgäu. Da es dort allerdings in den letzten Wochen kaum geregnet hat, gelangt nun deutlich weniger Wasser aus dem Lechtal in den Forggensee. Nachdem dieser die größte Staustufe des Lechs ist, entscheidet dessen Zulauf auf lange Sicht darüber, wie viel Wasser flussabwärts abgegeben werden kann. Kommt nur wenig an, zeigt sich das auch direkt in den sinkenden Pegelständen der folgenden Flussabschnitte.

Da der Lech derzeit also schlichtweg zu wenig Wasser führt, kann auch am Augsburger Hochablass nicht genügend Wasser in das Kanalnetz abgezweigt werden, um die Stadtbäche wie gewohnt zu füllen. Dieser Engpass zieht sich schließlich durch die Kanäle des gesamten Stadtgebiets. Wie lange das noch so bleibt, hängt deshalb ganz davon ab, wie viel Wasser in den kommenden Tagen am Hochablass ankommt. Mit einer spürbaren Erhöhung der Abflusswerte ist laut Stadtverwaltung vorerst allerdings nicht zu rechnen.

Ausweichmöglichkeiten in der Badesaison

Was also tun, bis die Bäche wieder gewohnt voll sind? Kopf hoch! Auch wenn der Wasserstand im Hauptstadtbach niedriger ist als sonst – für eine kurze Erfrischung reicht es allemal. Wer lieber richtig schwimmen möchte, kann außerdem auf die Augsburger Badeseen oder Freibäder zurückgreifen. Eine Übersicht findet ihr hier: