Wann kommt das Metaverse? Wir klären die wichtigsten Fragen

Das „Metaverse“ ist ein digitaler Raum, in dem NutzerInnen sich frei bewegen und miteinander interagieren können. Wie soll das funktionieren? Und was steckt hinter der Umsetzung? Das erklären wir hier.

Wann kommt das Metaverse? Wir klären die wichtigsten Fragen

Spätestens seit der Umbenennung vom Tech-Giganten Facebook zu „Meta“ ist das „Metaverse“ in aller Munde. Auf Deutsch übersetzt bedeutet der Begriff so viel wie „Metaversum“, also eine Zusammensetzung aus „Meta“ und „Universum“. Die Vorsilbe steht für das Jenseits. Das Universum steht dabei für Raum, Zeit, Materie und Energie. Eine exakte Definition des Metaversums existiert bislang allerdings noch nicht.

Darum geht’s bei Metaverse

Einige IT-ExpertInnen, AnalystInnen und andere Tech-Konzerne sehen das Metaverse als einen wichtigen Zukunftstrend. Gemeint ist die Vision einer gemeinsamen Online-Welt, in der die virtuelle Welt (Virtual Reality), erweiterte Realität (Augmented Reality), Cyberspace und die echte physische Welt in einem gemeinsamen digitalen Raum ohne innere Grenzen verschmelzen. Da es sich bisher nur um eine Vision handelt, wird die genaue Ausgestaltung des Metaverse unterschiedlich interpretiert. Die NutzerInnen sollen aber umfangreiche Interaktionsmöglichkeiten haben. Sie bewegen sich mit ihrer eigens angelegten digitalen Identität in einem fiktiven Raum.

Realisierung bislang nicht möglich

Es ist noch ein langer Weg, bis das Metaverse realisiert werden kann, denn es sind zahlreiche Schlüsseltechnologien notwendig, die teils noch nicht ausgereift wurden. Dazu gehören unter anderem Virtual-Reality-Brillen, Smart Glasses, Augmented Reality, holografische Verfahren, ein dezentral organisiertes Web3, die Blockchain-Technologie, NFTs (Non-Fungible Token), Peer-to-Peer-Kommunikation, schnelles mobiles Internet wie 5G, Künstliche Intelligenz, Maschinelles Lernen und Künstliche Neuronale Netzwerke. Ein zentrales Merkmal des Metaverse ist die Interoperabilität der Anwendungen. Sie erlaubt es, Objekte sowie Elemente in die reale und virtuelle Welt mitzunehmen.

Ein weiterer Kernpunkt ist die Dezentralität, bei der Menschen direkt miteinander interagieren und kommunizieren können, ohne dass ein Vermittler oder eine beeinflussende Plattform zwischengeschaltet ist. Das Konzept basiert zum Teil auf Web3 und verhindert, dass Tech-Giganten wie Google, Amazon und Facebook zu starken Einfluss auf das zukünftige Metaverse ausüben. Die Infrastruktur ist kollektiv. Damit haben die NutzerInnen jederzeit die volle Kontrolle. Technologien wie Blockchains, eine verteilte, öffentliche Datenbank, und die Peer-to-Peer-Kommunikation, ein dezentrales Kommunikationsmodell, sind für die Umsetzung unumgänglich.

So könnte die Zukunft aussehen

ExpertInnen rechnen damit, dass es noch mindestens 40 Jahre dauern wird, bis das Metaverse genutzt werden kann. Danach erwartet die NutzerInnen eine nahezu unbegrenzte Anzahl an Anwendungsmöglichkeiten. So können sie unter anderem digital reisen, Museen besuchen und an Stadtführungen teilnehmen. Damit wird es auch ermöglicht, mittels des Metaverse an Veranstaltungen wie Konzerten oder Turnieren teilzunehmen. Unabhängig vom derzeitig physischen Standort können sich die NutzerInnen mit der Familie, FreundInnen und Bekannten treffen. Medizinische Diagnosen und die folgende Beratung würden im Metaverse stattfinden. Unternehmen bekommen die Möglichkeit, auf eine andere Art und Weise zu agieren, in dem sie zum Beispiel Kundenberatungen und Werbekampagnen virtuell, als auch real durchführen.

Sollte das Metaverse nach bisherigen Vorstellungen umgesetzt werden, könnte es in Zukunft keine einzelnen Apps mehr geben. Stattdessen wird alles in einem zusammengefasst. Es gäbe keine Accounts mehr, in die sich die NutzerInnen ein- oder ausloggen können. Jeder wäre mit seiner eigenen Identität oder Avatar jederzeit mit dem Metaverse verbunden. Im digitalen Raum sollen nicht nur Freizeit-Aktivitäten stattfinden, sondern auch der ganz normale Alltag wie das Arbeiten oder das Konsumieren. Die vorgesehenen Zahlungsmittel sind Kryptowährungen wie Bitcoin, die bereits heute einen großen Erfolg versprechen. Allerdings handelt es sich hierbei bisher nur um Spekulationen.

Logo