Stadt Augsburg zeichnet Klimacamp mit dem Zukunftspreis aus

Am Montag, den 16. Mai, wurden das Klimacamp sowie fünf weitere Vereine und Initiativen Augsburgs mit dem Zukunftspreis der Stadt Augsburg ausgezeichnet. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert.

Stadt Augsburg zeichnet Klimacamp mit dem Zukunftspreis aus

Eigentlich sollte der Augsburger Zukunftspreis 2021 schon im Dezember vergangenen Jahres stattfinden. Aufgrund der Pandemie fand die Verleihung nun am Montag, den 16. Mai, im goldenen Saal des Rathauses statt. Insgesamt sechs PreisträgerInnen konnten sich über die besondere Auszeichnung der Stadt freuen, unter anderem das Klimacamp Augsburg.

Preis für Engagement im Bereich Nachhaltigkeit

Mit dem Zukunftspreis der Stadt Augsburg, werden seit 2006 Projekte und Personen geehrt, die sich im Bereich der Nachhaltigkeit engagieren und somit Augsburg ein Stück weit ökologischer, sozialer, wirtschaftlich besser und kulturell reichhaltiger machen.

Insgesamt 36 Projekte von Augsburger Vereinen, Institutionen, Schulen, Initiativen und Privatleuten hatten sich für den Zukunftspreis 2021 beworben. Eine unabhängige Jury, bestehend aus VertreterInnen der Politik - pro Stadtratsfraktion ein Mitglied -, VertreterInnen der Zivilgesellschaft, der Wirtschaft, sowie fünf Personen aus dem Nachhaltigkeitsbeirat, wählten fünf der sechs GewinnerInnen aus:

Die PreisträgerInnen des Zukunftspreises 2021

  • Die „Alte Schmiede“ zu Augsburg. Ein Labor für experimentelle Bauforschung.

    Am Milchberg steht das Baudenkmal „Alte Schmiede“. Früher wurden hier Pferdehufe beschlagen, heute wird er als Forschungsort von Studierenden der Hochschule Augsburg genutzt. Sie untersuchen die historische Bausubstanz und arbeiten daran, aus der Alten Schmiede wieder eine wohnliche Umgebung zu schaffen. Dies soll im Sinne der Nachhaltigkeit und ohne Verlust an Authentizität erfolgen. Am Beispiel der Alten Schmiede lernen die angehenden ArchitektInnen und IngenieurInnen nachhaltige Baudenkmäler nachhaltig zu erhalten

  • Städtische Kindertagesstätte Reischlestraße: Bio kann jeder lernen: Gesunde und nachhaltige Ernährung in der KiTa

    In Augsburger Kindertagesstätten wird der Anteil an biologischen und regionalen Lebensmitteln stückweise hochgefahren. Einen besonders hohen Bioanteil hat die KiTa Reischlestraße mit ihrer Frischküche erreicht. Hierfür kooperiert sie mit dem Ökoring, der rollenden Gemüsekiste, der Biobäckerei Schubert und weiteren regionalen Lieferanten. In der Frischküche und auch auf dem Gemüseacker im Außenbereich der KiTa findet Bildungsarbeit statt.

  • Jugendhaus h2o Oberhausen: Die multikulturelle Film AG des Jugendhaus Oberhausen

    Im Jugendhaus Oberhausen, betreut durch den Stadtjugendring Augsburg, hat sich in den vergangenen Jahren eine aktive Film AG entwickelt, in der Jugendliche – davon viele mit Migrationshintergrund – zusammenarbeiten. In ihren Filmprojekten thematisieren sie etwa Migration, Rassismus, Zivilcourage und Demokratie. Einen der Filme könnt ihr hier sehen:

  • Nero GmbH: Bio-zertifizierte Grillkohle

  • Nusszopf: Netzwerk für gemeinsame Ideen und Projekte

    Die SchülerInnenjury hat einen Zukunftspreis an das Netzwerk „Nusszopf“ verliehen. Das Projekt, will Menschen vernetzen und somit bei der Ideenumsetzung helfen. Beispielsweise bei Ideen zur Gestaltung und Verbesserung des sozialen Raums.

  • Klimacamp Augsburg

Gemeinsam mit dem Klimacamp zur klimafreundlichsten Metropole Bayerns

Ebenfalls mit dem Zukunftspreis der Stadt Augsburg wurde das Klimacamp geehrt. Die Laudatio hielt nicht, wie üblich, Peter Rauscher, sondern Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber persönlich. Es sei ihr sehr wichtig, dass sie diesen Preis persönlich übergebe, sagte sie. In den vergangenen Wochen und Monate habe es von beiden Seiten viele harte Worte, konfrontative Kommunikation und Handeln gegeben. Mit der Verleihung des Zukunftspreis an das Klimacamp wolle sie einen Schritt auf die AktivistInnen zugehen.

Sie lehne einige der Forderungen der AktivistInnen ab, sagt Weber in ihrer Laudatio. So beispielsweise die Forderung nach einem kostenlosen ÖPNV. Dieser sei aktuell nicht finanzierbar. „Denn meine Aufgabe als Oberbürgermeisterin und als Managerin dieser Stadt ist es – und das wird Sie vom Klimacamp nicht freuen – beim Klimaschutz über den Klimaschutz hinaus zu denken. Im Raum der Wirklichkeit geht es auch um die sozialen und wirtschaftlichen Aspekte einer Stadt“, sagt Weber.

„Verlassen wir die Parolen, kommen wir gemeinsam bis ins Kleingedruckte. Kommen wir gemeinsam ins Machen.“ - OB Eva Weber

Sie lädt die AktivistInnen ein, mit ihr „an einem gemeinsamen Tisch Platz zu nehmen“ und die „radikalen Forderungen“ in die „Lebensrealitäten und ins Machbare“ zu übersetzen. „Und dann steigen wir gemeinsam in den Ring und fechten radikale Kompromisse aus“, so Weber. „Augsburg wird die klimafreundlichste Metropole Bayerns. Und am liebsten gemeinsam mit Ihnen“, schließt sie.

Lest hier, was das Augsburger Klimacamp zu seinem Preis und der Lauditio Webers sagt:

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