Zoo Augsburg: Lockdown bei Schimpanse, Gürteltier und Co.

Seit Ende Oktober ist im Zoo Augsburg keine Besucher. Die TierplegerInnen sorgen so gut es geht für Abwechslung während die Schimpansen auf den Ausbau ihres Geheges warten.

Zoo Augsburg: Lockdown bei Schimpanse, Gürteltier und Co.

Keine herumlaufenden Kinder, keine Erwachsenen, die die Infotafeln vor den Gehegen vorlesen, keine Kamera-Blitze und niemand der gegen die Scheibe klopft. Im Zoo ist es still geworden. Seit Ende Oktober dürfen keine BesucherInnen mehr kommen. Wir haben bei Zoodirektorin Dr. Barbara Jantschke nachgefragt, wie es den Tieren und dem Zoo mit der Situation geht.

Schon im Sommer 2020 meldete der Zoo Einbußen von 1,5 Millionen Euro. Um das zu kompensieren wurden die Öffnungszeiten etwas verlängert. Seit Ende Oktober musste der Zoo allerdings wieder komplett schließen.

Zootiere ohne Zoobesucher

Das wichtigste vorweg: Der Augsburger Zoo musste keine Tiere abgeben, weil er sie nicht mehr versorgen konnte. Die Abgabe und auch der Erhalt von Tieren liefe sowieso immer ohne Austausch von Geld, erklärt Dr. Barbara Jantschke. Ein „Tierverkauf“ den es so im Zoo ja nicht gibt, fällt als Sparmaßnahme eindeutig weg.

Auf das Wegbleiben der BesucherInnnen und die Ruhe reagieren die Tiere sehr unterschiedlich, berichtet Dr. Barbara Jantschke: „Einigen ist sichtlich langweilig. Die freuen sich, wenn mal wieder jemand vorbeikommt. Anderen merkt man keinen Unterschied an“. Gegen die Langeweile werden große, wie kleine Tiere auf Futtersuche geschickt. Wie hier zum Beispiel das Gürteltier.

Schimpansengehege wird gebaut

Trotz Corona-Krise muss und musste der Zoo einige Großprojekte in Angriff nehmen. Die neue Elefantenanlage, die etwa viermal so groß ist wie die alte, konnte im April 2020 von den Dickhäutern bezogen werden. Aktuell steht der Ausbau des Schimpansengeheges aus. Das alte Gehege entspricht nicht mehr den Anforderungen, die das Veterinäramt stellt. Dieses hatte dem Zoo 2017 eine Frist von fünf Jahren gesetzt, innerhalb der die Modernisierung des Geheges abgeschlossen sein müsse. Corona machte die Finanzierung jedoch zu einem großen Problem. Der Bau soll mit etwas Verspätung trotzdem beginnen: „Wegen der Ablehnung des Investitionskostenzuschusses sind wir in zeitlichen Verzug gekommen“, erklärt die Zoodirektorin. Der Baubeginn sei nun für die Zeit nach den Sommerferien vorgesehen.

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