Peta zeigt Augsburger Zoo wegen tierquälerischer Haltung an

Wegen massiven Verstößen bei der Haltung von Menschenaffen hat die Tierrechtsorganisation Peta Strafanzeige gegen den Augsburger Zoo und neun weitere zoologische Einrichtungen in Deutschland erstattet.

Peta zeigt Augsburger Zoo wegen tierquälerischer Haltung an

Die Tierrechtsorganisation Peta hat deutschlandweit zehn Zoos und Tierparks angezeigt, darunter der Augsburger Zoo. Grund ist die tierquälerische Haltung von Schimpansen.

Mindestanforderungen wurden nicht umgesetzt

„Es ist ein Verbrechen, Menschenaffen […] einzusperren.“ – Dr. Yvonne Würz

In einer Pressemitteilung weist Peta darauf hin, dass „die bereits seit 2014 für zoologische Einrichtungen geltenden Mindestanforderungen des Bundeslandwirtschafts-ministeriums an vielen Haltungsstandorten noch immer nicht umgesetzt wurden“. Demnach müssten im Zoo Augsburg drei Schimpansen in einem Innengehege ausharren, das mit nur 84 Quadratmetern die Vorgaben um mehr als die Hälfte unterschreite. Zwar habe die Veterinärbehörde die behelfsmäßige Ausbesserung des Außengeheges angeordnet, räumte aber gleichzeitig ein, dass damit weiterhin eine dauerhafte Unterschreitung der Mindestmaße toleriert werde. Daher hat Peta im April bei der Staatsanwaltschaft Augsburg Strafanzeige gegen den Zoo erstattet. Sie fordern, die Gefangenhaltung von Menschenaffen in Zoos zu beenden.

Biologin und Petas Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsindustrie, Dr. Yvonne Würz, betont, dass es ein Verbrechen sei, Menschenaffen aus vorgeschobenen Artenschutzgründen – tatsächlich aber zur Belustigung des Zoopublikums – einzusperren. „Erst recht inakzeptabel ist, dass der Zoo Augsburg noch dazu die Tierschutzvorgaben missachtet“, erklärt Würz. „Genetisch trennen uns nur Nuancen von unseren nächsten Verwandten, ganz zu schweigen von der Gefühlswelt und den komplexen Bedürfnissen aller Menschenaffen.“ Daher müsse die menschenaffenunwürdige Gefangenhaltung dringend beendet werden.

Artgerechte Haltung von Menschenaffen unmöglich

Neben Augsburg hat die Tierrechtsorganisation deutschlandweit neun weitere Zoos und Tierparks „mit den gravierendsten Missständen angezeigt“, darunter die Zoos in Berlin, Dresden, Duisburg, Halle, Krefeld, Landau und Stralsund, den Tierpark Gettorf sowie den Tierpark Schwaigern. Sie sollen ebenfalls gegen tierschutzrechtliche Mindestanforderungen verstoßen haben. Laut Peta ist es aber generell so, dass kein Zoo einen artgerechten Lebensraum für Menschaffen bieten kann. Es sei für sie psychisch belastend, lebenslänglich eingesperrt zu sein. Oft entwickeln sie dadurch deutliche Verhaltensstörungen, wie Studien belegen, so die Tierrechtsorganisation.

Auswilderungen für die in Zoos gezüchteten Tieren seien aber nicht vorgesehen, da sie in den Gehegen Verhaltensweisen für ihr Überleben in der freien Wildbahn nicht erlernen können. In der Pressemitteilung wird erklärt, dass Menschenaffen beispielsweise durch Maßnahmen zum Erhalt ihres natürlichen Lebensraums dauerhaft geschützt werden könnten.

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