Zero Waste Augsburg: Kein Trend, sondern eine Notwendigkeit

Müll in unserer Umwelt ist ein großes Problem. Wie wir mit ganz einfachen und unkomplizierten Mitteln viel Plastik und Verpackungsmüll einsparen können, hat uns Sylvia Schaab vom Forum Plastikfreies Augsburg erzählt.

Zero Waste Augsburg: Kein Trend, sondern eine Notwendigkeit

Wir leben in einer Welt voll von Plastik. Nicht nur in unserem Haushalt finden sich unzählige Kunststoffartikel. Mittlerweile befindet sich Plastik in den abgelegensten Orten der Erde: auf Wiesen, in Seen, Flüssen, im Meer und in Form von Mikroplastik sogar in unserem Blut. Aber nicht nur Plastik belastet die Umwelt. Auch andere Dinge, die wir wegwerfen richten Schaden an. Müllvermeidung muss also oberstes Gebot sein.

Im März 2021 hat sich der bundesweite Dachverband „Zero Waste Germany e.V.“ gegründet. Einer der Gründungsmitglieder ist das Forum Plastikfreies Augsburg. Sylvia Schaab ist im Vereinsvorstand und beschäftigt sich schon seit Jahren mit unserem Plastikproblem. Sie hat uns erzählt, was es mit dem Zero-Waste-Gedanken auf sich hat und wie wir ganz einfach Müll einsparen können.

Zero Waste – Überhaupt kein Müll?

Die erste Sorge kann uns Sylvia Schaab schon einmal nehmen: Zero Waste bedeutet nicht, dass wir nichts mehr wegschmeißen dürfen. Viel eher geht es darum, wo möglich, Müll zu vermeiden. Wenn er dennoch entsteht, können wir versuchen, ihn anderweitig einzusetzen und ihn schließlich recyceln. „Dahinter steckt der Kreislaufgedanke“, erklärt Sylvia Schaab – und der ist ganz einfach angewendet, wie sie uns am Beispiel des Lebensmitteleinkaufs klarmacht.

Tipps für Zero-Waste-EinsteigerInnen

Besonders bewusst wird uns das Müllproblem, wenn wir einkaufen gehen. Wir kaufen Gemüse in Plastik verpackt, Tomatensoße in Konserven und Milch im Tetra Pak. So entsteht an einem Kochabend ganz schnell ein riesiger Berg Verpackungsmüll. Das lässt sich leicht umgehen, wenn wir zu Pfandgefäßen greifen und Obst und Gemüse unverpackt kaufen. Wenn es nicht ohne Verpackung geht, rät Sylvia Schaab auf das Material zu achten. „Mischverpackungen, also Verpackungen, die aus mehreren Materialien bestehen, können meist nicht recycelt werden und landen im Müll“, sagt sie. Und auch für den Pappbecher für den Coffee-to-go gibt es bequeme Alternativen. Entweder ihr nehmt euren eigenen Becher einfach mit oder ihr nutzt die „Recups“, diese Pfandbecher gibt es mittlerweile fast überall.

Also nochmal zur Erinnerung:

1. Wenn möglich, gar nicht erst potenziellen Müll einkaufen, sondern nach unverpackten Produkten greifen oder eigene Gefäße mitbringen.

2. Dinge wiederverwenden: Pfandgefäße werden häufiger verwendet, Einkaufstüten können erneut zum Einsatz kommen. Lasst dem „Fast-Müll“ noch eine neue Verwendung zukommen lassen. Be creative!

3. Schon beim Kauf darauf achten, ob der Müll gut recycelt werden kann. Außerdem auf Mülltrennung achten.

Mit der richtigen Vorbereitung und wenn wir ein paar Dinge beachten, können wir im Bereich des Lebensmitteleinkaufs also richtig viel Müll sparen.

Das Bewusstsein wächst

Immer mehr Menschen möchten etwas gegen die Müllflut tun. Ein Trend, den man schon lange nicht mehr als Trend, sondern als eine nachhaltige Entwicklung bezeichnen kann. Sylvia Schaab sieht diese Entwicklung überdies als notwendig an. „Es wird zunehmend in Kreisläufen gedacht, weil es auch gar nicht anders möglich ist“. Noch vor sechs Jahren war sie eine von Wenigen, die sich mit dem Thema beschäftigt hat, erinnert sie sich. „Früher haben mir Leute gesagt: ‚Wenn ich Plastikbecher sehe, muss ich immer an dich denken!'“ Das passiert ihr heute nicht mehr. „Das Umweltbewusstsein wird immer größer“, sagt sie.

Wer selbst dazu beitragen möchte, dass Augsburg müll- und plastikfreier wird, kann sich beim Forum Plastikfreies Augsburg engagieren: auf Infoständen, bei der Webseite und dem Social Media Kanälen, bei Bildungsveranstaltungen oder auch im Praktikum. Einfach eine Mail an info@forum-plastikfrei.de schreiben.

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