Welche Blumen und Wildkräuter sind essbar?

Löwenzahn, Brennnessel und Gänseblümchen – mit unserem Blumen- und Wildkräuter-Guide erfährst Du, welche Pflanzen Du essen kannst.

Welche Blumen und Wildkräuter sind essbar?

Je länger die Zeit wird, die ich in der Stadt verbringe, desto mehr genieße ich es, wenn ich mal raus in die Natur komme und dort die frische, von Pflanzen bereicherte Luft atme. Bei meinem Spaziergang durch Wald und Wiesen fallen mir die Unmengen an Blumen, Sträuchern und Pflänzchen auf, deren genaue Namen und Verwendungsmöglichkeiten ich gar nicht kenne. Die Natur hat eine so gigantische Artenvielfalt zu bieten und alles was ich bisher kenne, sind Basilikum, Rosmarin, Kamille und Konsorten.

Kurzerhand belege ich in der Uni einen Pflanzenbestimmungskurs, bei dem ich zusammen mit einem sympathischen, in die Jahre gekommenen Professor und neun weiteren natur- und pflanzenbegeisterten Studenten durch das regionale Grün stapfe. Auf unseren Spaziergängen begleiten uns außerdem ein Pflanzenbestimmungsbuch (Schmeil & Fitschen „Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder”) und ein hechelnder Vierbeiner. Hilfreich ist auch die App „PlantNet”. So tauche ich also ein, in die spannende Welt der Pflanzenkunde.

Klar verstehe ich, dass das Thema nicht für jeden von uns so interessant ist. Was aber wirklich interessant ist, sind die positiven Auswirkungen, die essbare Wildkräuter und -pflanzen auf unseren Körper haben können. Heute verrate ich dir von einigen Kräutern, die du problemlos auf deinem nächsten Spaziergang sammeln und weiterverarbeiten kannst.

Löwenzahn und Gänseblümchen

So banal es klingen mag, diese beiden Pflanzen, die sich von nahezu keinem Klimaereignis niederringen lassen, bilden den perfekten Anfang deiner Kräutersammlung. Löwenzahn führt nicht nur weit mehr Vitamin A und C, als so mancher Blattsalat, sondern ihm wird auch eine blutreinigende und harntreibende Wirkung zugewiesen. Auch bei Verdauungsbeschwerden und Blähungen kann er helfen, weshalb er unter anderem auch bei Entschlackungskuren empfohlen wird. Du kannst ihn als gedünsteten „Spinat” essen, roh im Salat oder die Blüten und Blätter zu einem Tee aufgießen.

Auch das Gänseblümchen gilt in der Naturmedizin als Heilkraut. Es enthält neben Vitamin C und Kalium weitere wichtige und gesunde Mineralstoffe. Ihnen wird eine krampf- und schmerzlindernde Wirkung nachgesagt. In einem Kräuterquark oder im Salat geben sie nicht nur ein hübsches Bild ab, sondern fügen auch eine interessant würzige Geschmacksnote hinzu.

Tipp: Wichtig beim Sammeln der Wildblumen ist, dass du sie aufgrund der potenziellen Schadstoffbelastung nicht in der Nähe von viel befahrenen Straßen, gedüngten Äckern oder Hundespielwiesen pflückst.

Brennnessel, Giersch, Gundermann

Auch wenn sich diese drei Pflanzen eher als Unkräuter einen Namen gemacht haben, ist ihre heilsame Wirkung nicht zu unterschätzen. Den Ärger über die kaum zu bekämpfenden Brennnesseln und Gierschpflanzen können wir also getrost in Dankbarkeit umdrehen. Denn eigentlich handelt es sich hierbei um anspruchsloses Dauergemüse.

Die weithin gefürchteten Brennnesseln enthalten reichlich Eisen, Calcium und Vitamin C. Sie lassen sich wunderbar mit Handschuhen pflücken und zu einem gesunden Tee verarbeiten. Dazu schnappst du dir ein paar Gartenhandschuhe und pflückst einfach die jungen Blätter am oberen Ende der Pflanze, die unbeschädigt und frisch aussehen. Die beste Sammelzeit ist in der Regel zwischen März und Mai – also ab in die Büsche!

Das junge, leicht scharfe Aroma des Giersch passt beispielsweise gut zu Kartoffelgerichten oder Salat. Gekocht könnt ihr ihn als Pürree essen oder auch in kleineren Mengen als Petersilieersatz. Giersch enthält sogar so viel Vitamin C, dass er auch als „Vitamin-C-Kraut” bekannt ist und eine starke entzündungshemmende Wirkung hat. Gundermann oder auch Echt-Gundelrebe, Gundelrebe oder Erdefeu genannt, hat einen herben Geschmack, der besonders gut in Kräuterbutter, Omelette oder Eintöpfe passt.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

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