WhatsApp – geht's auch ohne? 4 Alternativen

Auf WhatsApp verzichten – ist das möglich? Wir haben vier Alternativen genauer unter die Lupe genommen.

WhatsApp – geht's auch ohne? 4 Alternativen

Oft sind wir einfach zu bequem, um auf Dienste wie WhatsApp zu verzichten.

Ein Skandal nach dem anderen wird in den letzten Jahren zum Thema Datenschutz publik. Hören wir solche Nachrichten, ist die Aufregung zunächst groß. Doch mit dem Medienrummel legt sich auch unsere Anspannung wieder. Wir denken, dass wir nichts zu verheimlichen haben oder sind schlicht und einfach zu bequem, um auf Dienste wie WhatsApp endgültig zu verzichten. Und so gehen wir meist nicht den finalen Schritt, unsere Daten aktiv zu schützen, obwohl wir nicht wissen, in welche Hände unsere privaten und sensiblen Daten und Unterhaltungen gelangen.

2014 wird der beliebte Messenger, wie bereits zwei Jahre zuvor Instagram, von Facebook aufgekauft. Mark Zuckerberg vermischt, anders als bei der Übernahme versprochen, die Daten der Plattform und des Messengers, sodass unsere Profile noch transparenter werden. Trotz der im Jahr 2016 eingeführten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung werden sogenannte Metadaten mit dem Mutterkonzern geteilt. Alternative Messenger versprechen oft deutlich mehr Sicherheit und Transparenz.

1. Die bekannteste Alternative: Telegram

Der kostenlose Messenger wird 2013 von zwei russischen Brüdern gegründet. Das Unternehmen versichert, keinerlei Daten mit Dritten zu teilen. Der größte Vorteil gegenüber WhatsApp ist der „Geheime Chat“: Nachrichten werden auf der Client-Client Ebene verschlüsselt, sind somit sicher vor sogenannten Man-in-the-Middle-Angriffen und werden auf keinem Server gespeichert. Der Selbstzerstörungstimer bietet zudem eine automatische Löschung Deiner Nachrichten nach einer individuell einstellbaren Zeit an – auf allen Endgeräten und Servern. Der Nachteil: Die Standard-Chats sind bei Telegram zwar ebenso verschlüsselt, da es sich um einen cloud-basierten Server handelt, für den optimalen Datenschutz ist jedoch die Nutzung des geheimen Chats nötig. Und auch hier findet eine Speicherung, jedoch kein Verkauf von Metadaten an Dritte statt. Bedauerlicherweise wussten bereits Terrororganisationen wie der IS diesen Messenger zu schätzen.

2. Der Schweizer Messenger von Threema

Auch Threema arbeitet mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Die Vorteile dieses Messengers werden recht schnell deutlich: Übermittelte Nachrichten werden direkt wieder vom Server des Unternehmens gelöscht, Kontakte werden sogar nur auf dem mobilen Gerät selbst verwaltet und erst gar nicht an den Server übermittelt. Threema versichert zudem, keinerlei Metadaten zu speichern. Durch ihren Standort in der Schweiz unterliegt das Unternehmen den dortigen Datenschutzrichtlinien, was das Ganze noch um einiges transparenter macht. Einziger Nachteil ist der Kostenpunkt, der jedoch nur bei einer einmaligen Zahlung von wenigen Euro liegt.

3. Die Empfehlung Snowdens: Signal

Wenn es einen absolut vertrauenswürdigen Messenger gibt, dann ist das Signal. Kein geringerer als Whistleblower Edward Snowden nutzt ihn und das sollte uns als Sicherheit reichen, oder? Der Vorteil: Genau wie Telegram handelt es sich hier um eine Open-Source-Entwicklung. So können aufkommende Sicherheitslücken mithilfe der Community schnell geschlossen werden. Dass keine Metadaten übermittelt werden und die Nachrichten verschlüsselt sind, ist natürlich Grundvoraussetzung. Der kostenlose Messenger verfügt ebenfalls über den integrierten Selbstzerstörungsmechanismus gesendeter Nachrichten. Der einzige, kleine Nachteil gegenüber WhatsApp: es gibt keine Sticker. Das scheint doch verkraftbar.

4. Die Deutsche Option heißt Hoccer

Die deutsche von Stiftung Warentest ausgezeichnete Alternative heißt Hoccer. Der Vorteil des kostenlosen Messengers liegt, wie bei den anderen Unternehmen, in der sicheren Verschlüsselung. Sämtliche Server von Hoccer stehen in Deutschland und richten sich daher an unsere Datenschutzstandards. Der größte Nachteil der App ist die fehlende Telefon-Funktion. Außerdem arbeitet das Unternehmen nicht mit einer Open-Source-Software weshalb man den Angaben des Anbieters vertrauen muss.

Warum also nicht umsteigen?

Du musst auf nichts verzichten.

Alle vier Alternativen liefern Dir im Großen und Ganzen die gleichen Funktionen wie WhatsApp. So musst Du dich weder umgewöhnen, noch auf Extras wie Sprachnachrichten, GiFs oder den Versand von Bild- und Videodateien verzichten. Auch Werbung wird bei keinem der Anbieter geschalten. Weitere Alternativen sind die Messenger von Wire und SIMSme, verglichen mit den anderen Alternativen bieten diese jedoch keine gravierenderen Vorteile.

Um der Datenkrake Mark Zuckerberg zu entkommen, müsstest Du konsequenterweise auch auf Facebook und Instagram verzichten. Ich selbst greife auf eine der Alternativen zurück und kommuniziere seither mit Freunden, die ebenfalls umgestiegen sind, über diesen Messenger. Vor allem sensible Daten wie beispielsweise Bankverbindungen teile ich einfach lieber über diesen Kanal. Jedoch gibt es auch bei den Alternativen keine vollkommene Sicherheit und ich kann mich bei den Informationen nur auf meine Recherche stützen. Mit dem Wechsel zu einem der vier Messenger umgehst Du aber zumindest die Verknüpfung Deiner Social-Media-Daten mit noch mehr privaten Details wie Gesprächspartner, Kontakten und Telefonnummern.

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