Internationaler Frauentag 2020 – So kreativ kämpfen Frauen* weltweit für ihre Rechte

Am 8. März setzen sich Frauen* im Rahmen des internationalen Frauentags 2020 wieder weltweit für ihre Rechte und gegen Diskriminierung ein – und das mit kreativen Aktionen.

Internationaler Frauentag 2020 – So kreativ kämpfen Frauen* weltweit für ihre Rechte

Am 8. März ist wieder Weltfrauentag – ein Tag, der weniger ein Feiertag, sondern vielmehr ein Kampftag und Gedenktag sein sollte. Denn obwohl in den letzten hundert Jahren schon einiges erreicht wurde, gibt es noch zu viele ungelöste Probleme. Auch wenn nur zu gerne die Augen davor verschlossen werden, ist auch Augsburg laut der Gewerkschaft NGG mit einem Unterschied von 23 Prozent deutlich von der Gender Pay Gap betroffen. Das bedeutet im Klartext, dass das durchschnittliche Vollzeit-Einkommen von Frauen in Augsburg bei 3.128 Euro im Monat liegt. Männer kommen mit der gleichen Arbeitszeit hingegen auf 4.089 Euro, so die aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Doch nicht nur die Lohnlücke, auch Themen wie Altersarmut und Diskriminierung sind so aktuell wie nie - und das weltweit! Wir haben recherchiert, wie in anderen Ländern der Weltfrauentag zelebriert und gegen das veraltete Geschlechterverständnis gekämpft wird und die kreativsten Ideen für Dich gesammelt. Höchste Zeit also, am Sonntag die Trillerpfeifen auszupacken, Schilder zu bemalen und auf die Straße zu gehen.

„Superlunes“ in Chile

In Vorbereitung auf den Weltfrauentag haben Feminist*innen in Chile über Nacht mehr als 60 Straßen, Denkmäler, Plätze und Parks umgetauft und die ursprünglichen männlichen Namen überklebt. Wie die SZ berichtet, wurde so beispielsweise aus dem Park, der nach Papst Johannes XXIII. benannt ist, die „Plaza Joana Florvil“, zu Ehren einer haitianischen Migrantin, die 2017 in Polizeigewahrsam verstarb. In Anspielung auf den "Super Tuesday" in den USA war dieser „Superlunes“ („Supermontag“) der Auftakt zu Größerem. Für Sonntag und Montag wurden „feministischer Generalstreiks“ angekündigt, die nicht nur in Chile sondern auch in anderen lateinamerikanischen Ländern geplant sind. Und dass die chilenischen Feminist*innen weltweit Massen mobilisieren können, haben sie spätestens mit ihrem Protesttanz im November bewiesen!

Women’s Strike in London

Mit der Frage „Our work keeps the world turning. What happens when we stop?“ gehen auch in London Frauen*, Inter-, Trans-, nicht-binäre und queere Menschen auf die Straße zu einem gemeinsamen Women’s Strike. Besonderer Fokus wird dabei auf den Konsum gelegt – insbesondere auf die unterbezahlte Arbeit der Produktion und Verkauf billiger Kleidung, die überwiegend auch von Frauen erledigt wird. Aus diesem Grund wird in London am 8. März neben einer Kundgebung und Demozug auch ein Massen-Kleidertausch-Event veranstaltet, um gegen Konsum zu streiken.

„Revuelta Feminista“ in Madrid

Auch Spanier*innen, deren riesiger Frauenstreik 2018 als Inspiration weltweit gilt, manifestieren sich am 8. März wieder, unter anderem in Madrid. Und da den madrilenischen Feminist*innen ein Tag nicht ausreicht, um Misstände aufzuzeigen, wurde dieses Jahr eine „revuelta feminista“ organisiert – eine feministische Revolte. Unter dem Motto „Con derechos, sin barreras, feministas sin fronteras“ („Mit Rechten, ohne Schranken, Feminist*innen ohne Grenzen) machen sie dabei einen ganzen Monat lang durch verschiedene Aktionen auf Probleme und Forderungen aufmerksam. Start war am 8. Februar mit einer Menschenkette aus über 7000 Feminist*innen, die rund um das Zentrum Madrids reichte. Demozüge werden in der Nacht auf den 8. März durch die ganze Stadt marschieren.

Frauen*streik in Augsburg

Auch in Augsburg ist natürlich am 8. März so einiges los. Denn auch hier wird ein grundsätzlicher gesellschaftlicher Wandel gegen Ausbeutung und Unterdrückung gefordert. Am Sonntag wird daher dazu aufgerufen, die Stimme zu erheben und beim Frauen*streik die eigenen Forderungen zu äußern. Los geht’s ab 14 Uhr mit der Kundgebung am Moritzplatz. Neben der Demo sind das ganze Wochenende über in der Stadt Aktionen und Veranstaltungen, wie beispielsweise die Lesung für Frieden im Augustanasaal im Annahof oder die Filmvorführung des Dokumentarfilms „Female Pleasure“ über sexuelle Aufklärung und Selbstbestimmung trotz gesellschaftlicher und religiöser Schranken im Liliom. Alle Infos findest du hier.

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