HIV-Test-Aktion anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember

Das AWO-Zentrum für Aidsarbeit Schwaben (ZAS) wird seit Corona vermehrt aufgesucht. Woran das liegt und warum wir uns alle mit dem Thema Aids auseinandersetzen sollten.

HIV-Test-Aktion anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember

In einer Zeit, in der es eigentlich nur um eine Krankheit geht, nämlich um Corona, wird anderen Krankheiten weniger Aufmerksamkeit geschenkt, als nötig wäre. So beispielsweise auch HIV. Anlässlich des Welt-Aids-Tags am 1. Dezember will das AWO-Zentrum für Aidsarbeit Schwaben (ZAS) auf die Situation von HIV-positiven Menschen in Zeiten von Corona aufmerksam machen und auf ihre Hilfe- und Testangebote hinweisen.

HIV und Corona

Seit Corona hat das ZAS mehr zu tun als sonst. Das liegt nicht etwa daran, dass HIV-positive Personen aufgrund ihrer Infektion zur Corona Risikogruppe gehören. Vielmehr gehören viele der schon in den 1980er und 1990er Jahre von Aids betroffenen Klient:innen heute aufgrund ihres Alters und aufgrund von Vorerkrankungen zur Risikogruppe. Außerdem, so das ZAS, bestünde die Gefahr der Re-Traumatisierung, im Falle einer Ansteckung mit dem Virus.

Das ZAS Augsburg meldet einen Zuwachs an Klient:innen seit Corona. Ein Grund dafür ist, dass Menschen ihre wirtschaftliche Situation bedroht sehen. Ein weiterer Grund sind die anhaltenden Kontaktbeschränkungen, die vielen Singles schwer zusetzt. Der ZAS sieht vermehrt Einsamkeit, Depression und riskierte Sexualkontakte.

Aktuell erweitertes Angebot mit HIV-Schnelltests

Das ZAS ist auch in Zeiten von Corona weiterhin für seine Klient:innen da: telefonisch, online und persönlich. Zusätzlich hat das Zentrum sein HIV-Test-Angebot erweitert. Zu den üblichen ärztlich begleiteten Testangeboten, die jeden zweiten und vierten Dienstag im Monat stattfinden, bietet das ZAS ab sofort den HIV-Schnelltest während der regulären Öffnungszeiten an. Dafür ist lediglich eine telefonische Voranmeldung nötig. Der Schnelltest ist bis zu den Weihnachtsfeiertagen zum Aktions-Preis von 5 Euro erhältlich.

Über das AWO-Zentrum für Aidshilfe Schwaben (ZAS)

Seit 1988 ist das ZAS die Fachstelle für Beratung, Aufklärung und Fortbildung in Sachen HIV und Aids für Schwaben. Es sorgt dafür, dass Aids kein Tabu-Thema bleibt. Das Anliegen ist es, allen Menschen ohne HIV Informationen und Schutzmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen und allen HIV-positiven Menschen Zugang zu medizinischer Behandlung und jeder Unterstützung zu gewähren.

Der Trend geht dahin, dass HIV-Infektionen immer früher erkannt werden.

Das Testangebot, dass zum größten Teil durch den Verein finanziert wird, trägt dazu bei, dass eine HIV-Infektion früh erkannt wird und entsprechend behandelt werden kann. So können Menschen auch mit HIV ein langes und „normales“ Leben führen. Unter Therapie ist HIV auch nicht mehr übertragbar. Ein HIV-Test lohnt sich also, denn nur wer Bescheid weiß, kann behandelt werden. In den letzten Jahren wurden durch Aufklärungsarbeit und Testangebote immer mehr HIV-Infektionen früh genug erkannt, um eine Erkrankung an Aids zu verhindern. Dennoch leben in Deutschland nach Schätzungen der Deutschen Aidshilfe zirka 10.000 HIV-infizierte Menschen ohne HIV-Diagnose.

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