Neuer Rekord: 2022 war das bisher wärmste Jahr in Augsburg

Seit Aufzeichnungsbeginn des Deutschen Wetterdienstes (DWD) im Jahr 1881 war 2022 bisher das wärmste Jahr in Augsburg. Welche Höchst- und Tiefstwerte in den vergangenen zwölf Monaten durchbrochen wurden, erfahrt ihr hier.

Neuer Rekord: 2022 war das bisher wärmste Jahr in Augsburg

Weiße Weihnachten? Die Hoffnung haben wir wohl bereits aufgegeben. Bei den derzeitigen Temperaturen konnte man ja sogar vergangenes Silvester in Augsburg fast im T-Shirt verbringen. Doch das Jahr 2022 ging nicht nur deutlich zu warm zu Ende – auch im Gesamtüberblick ist es temperaturmäßig ein Rekordjahr geworden.

Ein steigender Trend

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bezeichnet das vergangene Jahr als „außergewöhnliches Wetterjahr“. Das Jahresmittel der Temperatur lag 2022 bei 10,2 Grad, wodurch es das bisherige Rekordjahr 2018 ablöste. Damals betrug das Jahresmittel laut städtischem Statistikamt 10,1 Grad Celsius. Damit setzt sich der Trend zu höheren Temperaturen, der bereits seit Jahren zu beobachten ist, fort. Tobias Fuchs, Vorstand Klima und Umwelt des Deutschen Wetterdienstes, warnt: „Das rekordwarme Jahr 2022 sollte für uns alle ein erneuter Ansporn sein, beim Klimaschutz endlich vom Reden zum Handeln zu kommen. Wir haben es bisher nicht geschafft, wirkungsvoll auf die Treibhausgasbremse zu treten. Die Erderwärmung schreitet nahezu ungebremst voran.“

Weitere Extremwerte

Einen weiteren Rekord gab es auch bei der Sonnenscheindauer (2.025 Stunden), während die vergangenen zwölf Monate mit einem Niederschlagsdefizit von rund 15 Prozent sehr trocken waren. Mehrere intensive Hitzewellen führten im Juni und Juli europaweit zu Temperaturrekorden. Die in Deutschland gemessene Höchsttemperatur stammt 2022 dabei ungewöhnlicherweise aus dem Norden des Landes: Am 20. Juli wurde in Hamburg-Neuwiedenthal ein neuer Stationsrekord von 40,1 Grad Celsius festgehalten. Den Jahrestiefstwert meldete unterdessen Heinersreuth-Vollhof, Landkreis Bayreuth, am 18. Dezember mit -19,3 Grad.

Das Wetter in Augsburg

Die Jahreswerte der Extremtemperaturen machten auch in Augsburg im vergangenen Jahr einen großen Spagat: Der Höchstwert wurde am 20. Juli gemessen. Hier hatte es in der Stadt ganze 35,9 Grad! Fast 50 Grad Celsius weniger hatte es dann am 17. Dezember mit –13,7 Grad. Insgesamt konnten wir dieses Jahr stolze 2092,7 Sonnenstunden genießen - kleiner Vergleich: im Jahr 2021 waren es dagegen nur 1761,3 Stunden.

Auswirkungen des Klimawandels

Weltweit

Die Folgen des Klimawandels zeigen sich mit vielen Gesichtern: Gletscher schmelzen, der Meeresspiegel steigt, Dürre- und Hitzeperioden nehmen zu, Hochwasser, Stürme und Überschwemmungen richten Verwüstungen an. Hinzu kommen die negativen Folgen für die biologische Vielfalt und das Ökosystem. Viele Tier- und Pflanzenarten sind mittlerweile bedroht oder gar ausgestorben. Durch den Temperaturanstieg verringert sich außerdem der Sauerstoffgehalt in den Ozeanen, wodurch das Risiko irreversibler Verluste von Meeres- und Küstenökosystemen, wie beispielsweise Korallenriffen, erheblich steigt. Die extremen Wetterverhältnisse sind dabei auch riskant für die Gesundheit der Menschen. Infektionskrankheiten wie Malaria und Denguefieber können sich aufgrund der höheren Temperaturen auf andere Gebiete ausweiten.

Deutschland

Auch in Deutschland sind die Folgen des Klimawandels spürbar: Die durchschnittliche Temperatur hat sich mit 1,5 Grad Celsius hierzulande deutlich mehr erhöht als im globalen Mittel. Das bewirkt, dass die Wahrscheinlichkeit für extreme Hitzeereignisse steigt und es so vermehrt zu außergewöhnlicher Trockenheit oder heftigem Starkregen mit folgenden Überschwemmungen kommen wird. Die Zahl der extremen Wetterereignisse hat sich in den vergangenen 50 Jahren in Deutschland mehr als verdreifacht. Daneben muss auch die Wirtschaft mit Konsequenzen rechnen: In den vorherigen Sommern war besonders die Landwirtschaft durch Ernteeinbußen stark betroffen. Aufgrund niedriger Wasserbestände kam es zudem zu Einschränkungen im Schiffverkehr. Es konnten nicht mehr ausreichend Rohstoffe transportiert werden, teilweise gab es deshalb sogar Versorgungsengpässe.

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