Was wir von unseren Großeltern lernen können – 8 Hallo-Tipps

Auf den ersten Blick wirkt Vieles, was Oma und Opa machen, verstaubt. Dabei lehren sie uns viel über Nachhaltigkeit und ein Miteinander.

Was wir von unseren Großeltern lernen können – 8 Hallo-Tipps

„Kind, iss auf, sonst wird morgen schlecht Wetter“ – den Satz haben die meisten von uns bestimmt schon mal von der Großmutter gehört. Was erstmal nach omatypischer Fürsorge klingt, steckt voller Weltkenntnis und Nachhaltigkeit. Die meisten Praktiken und Einstellungen von Oma und Opa wirken etwas verstaubt und nicht mehr zeitgemäß. Doch, wenn Du genauer hinsiehst, gibt es einiges, was Du von Deinen Großeltern lernen kannst.

Diese Generation hat gelernt, sehr achtsam mit den wenigen Besitztümern umzugehen und alles, was ihnen zur Verfügung steht, sorgfältig und möglichst restlos zu verwerten. Wir haben ein paar Klassiker von Oma und Opa zusammengesammelt, die Du dir für einen nachhaltigeren Lebensstil und ein schöneres Miteinander abschauen kannst.

1. Lebensmittel richtig lagern

Kurz nicht aufgepasst, liegen die Kartoffeln in der Ecke der Küche, fangen an zu Treiben und sind nicht mehr genießbar. Dabei wäre es ganz einfach, sie länger zu lagern. Bei Oma liegen die Knollen, genau wie Äpfel und Birnen, kühl und trocken im Keller und halten teilweise monatelang. Oft sind wir einfach zu bequem, vom Keller bis in die Wohnung zu laufen. Aber auch nicht jeder hat solch einen perfekten Lagerort zur Hand. Vielleicht aber ja die Nachbarin? Und das führt uns schon zum nächsten Punkt.

2. Dich mehr mit Deiner Nachbarschaft zusammentun

Vor allem in der Stadt leben wir oft Tür an Tür mit Menschen, die wir überhaupt nicht kennen. Dabei wäre es doch schön, sich zu kennen. Fährt meine Oma in den Urlaub, kümmern sich die Nachbarn um die Pflanzen. Und lässt sie sich nicht, wie jeden Morgen, zum Decken ausschütteln auf dem Balkon blicken, rufen die Nachbarn auch schon mal bei uns an. Alle verlassen sich aufeinander und helfen sich. Vielleicht lohnt es sich auch bei Dir, dein Nachbarn mal über das Päckchen abholen hinaus kennen zu lernen.

Tipp: Schon mal vom Roten Punkt gehört? Bringst Du den an Deiner Türe an, signalisierst du Offenheit für spontane Besuche. So triffst Du deine Nachbarn vielleicht mal auf eine Tasse Kaffee und einen Plausch.

3. Lebensmittel haltbar machen

Einmachen, einmachen, einmachen. Schau doch mal nach, was da bei Deinem Opa so im Keller so herumliegt. Oft sind es massenweise Weck-, Spannbügel- und Schraubgläser. Die Gemüse-Ernte kann nicht gleich verarbeitet werden? Kein Problem, die wird einfach sauer oder salzig eingemacht. Der Nachbar bringt kiloweise Äpfel mit? Zeit, Kompott zumachen. Die Beeren und Birnen sind reif? Bestens für süßes Einmachen und Marmelade kochen. Du weißt nicht wie? Dann ab zu Oma und lass es dir zeigen. So kannst du in Zukunft vielleicht vieles vor der Tonne retten.

4. „Opa kennt sicher jemanden, der das kann“

Nicht nur die Nachbarn kennen unsere Großeltern bestens. Sicher hast Du von deinem Opa schon den Satz gehört gehört „Ich kenn da jemanden, der das kann“. Für jedes Anliegen haben sie Freunde oder Bekannte, die sich damit auskennen. Sei es ein kaputtes Rad, ein Kleid das gekürzt werden muss oder jemand, der die Fließen neu verlegt. Was Opa selbst nicht hin bekommt, schafft einer seiner Spezl in jedem Fall. Und irgendwie ist es doch schön, wenn Du Leuten, die Du gerne magst, eine Arbeit überlässt, die Du selbst nicht erledigen kannst.

5. Weniger statt mehr und Dinge reparieren

Hand aufs Herz: Wenn Dein Shirt, das Du für zehn Euro gekauft hast, ein Loch hat, landet es im Müll. Dass das T-Shirt überhaupt schon kaputt ist, liegt vermutlich an der Qualität. Im Umkehrschluss sind wir oft nicht bereit, mehr Geld für ein qualitativeres und nachhaltigeres Kleidungsstück auszugeben. Frag doch mal Deine Oma: Sicher kauft sie in den meisten Fällen nur Kleidung, die sie auch länger tragen wird und hat irgendwo ein Kistchen mit Nähsachen, mit der sie so ziemlich alles flicken kann. So werden viele Ressourcen gespart.

6. „Heimische Superfoods“: Regional und Saisonal einkaufen

Essen Deine Großeltern Chiasamen und oder Acai-Beeren? Wohl in den seltensten Fällen. Vielmehr wissen Oma und Opa oft genau, zu welcher Jahreszeit welches Obst und Gemüse verfügbar ist und was die meisten Vitamine liefert. Dafür brauchen sie keine Super-Beeren aus Südamerika. Ebenso gehen die Großeltern am liebsten zu den Händlern, die sie kennen und die legen im besten Fall dann auch wert auf Regionalität und Saisonalität. Ein vorbildliches Verhalten im Hinblick auf schädliche CO2-Emissionen durch lange Transportwege und beheizte Gewächshäuser.

7. Mit Hausmitteln putzen und düngen

Niemand weiß besser wie man Flecken eliminiert als Oma und Opa. Dafür brauchen sie meist nicht die Chemie-Keulen, zu denen wir heutzutage gerne greifen. Egal ob im Haus, im Garten oder im Kleiderschrank. Es wird mit Backpulver, Zitrone, Eierschalen, Kaffeesatz, Kompost und Bananenschalen gearbeitet. Das spart nicht nur Geld sonder tut unserer Umwelt gut. Hol Dir doch beim nächsten Besuch bei Opa ein paar Tipps ab.

8. Mehr selbst kochen und sich von der Natur bedienen

Blaukraut aus der Dose und Knödelteig aus der Plastikpackung in der Kühltheke? Sowas kommt Opa nicht in die Küche. Bestimmt haben auch Eure Großeltern in einem kleinen Ordner voller vergilbter Blätter eine Rezeptsammlung oder die Klassiker einfach im Kopf. Jedenfalls gibt es kein Fertiggericht, sondern viel selbstgekochtes. Das ist nicht nur gesünder, sondern spart, wenn Du es richtig machst, auch Verpackung und Transportwege. Außerdem ist es ja schön, wenn Du weißt, dass die übrig gebliebenen Äpfel aus Nachbars Garten im Blaukraut verarbeitet werden können.

Im Ressourcenschonen und nachhaltigen Leben sind unsere Großeltern einsame Spitze und das ganz ungezwungen. Also schau’ einfach mal bei Oma und Opa vorbei und hol’ Dir ein paar Tipps ab: Die freuen sich über Deinen Besuch und Du kannst etwas Gutes für unseren Planeten tun.

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