Vinokilo – warum wir die Mode der Vergangenheit feiern

Am 20. April 2019 kommt Vinokilo zum ersten Mal nach Augsburg. Doch warum ist Vintage shoppen so beliebt?

Vinokilo – warum wir die Mode der Vergangenheit feiern

Leckeres Essen, ausgewählter Wein, moderne Musik und kiloweise hochwertige Vintage-Klamotten – Vinokilo zieht mit seiner einzigartigen Atmosphäre viele hippe, modebegeisterte Menschen an. Trotz tausenden von Besuchern und 1 bis 2 Tonnen Kleidung pro Event, kann sich jeder in aller Ruhe nach besonderen Schmuckstücken umschauen. Die Macher des Vintage-Pop-Up Events haben es geschafft den Geist einer ganzen Generation zu treffen. Ich habe die Anfänge der Modepioniere aus Mainz von Beginn an miterleben dürfen. Mittlerweile bin ich eine begeisterte Vinokilo-Besucherin und feiere die Mode der Vergangenheit. Doch das war nicht immer so.

Vintage oder Second-Hand klang früher für mich nach Wühltisch-Atmosphäre, Billigware und Ramsch. Doch, was früher verpönt war, ist heute cool! Und das auch mit gutem Grund. Die Mode der 60er bis 90er Jahre verwendet hochwertige Materialien, die oft anders gestrickt sind und sich qualitativ besser anfühlen. Heute finde ich kaum mehr ein neu produziertes Kleidungsstück, das nicht aus Polyester besteht.

Durch Vinokilo lerne ich, dass Vintage-Mode teilweise komplett neu oder zumindest ungetragen sein kann. Viele Kleidungsstücke bleiben aus der Überproduktion übrig und werden über Jahrzehnte gelagert, wenn sie nicht verbrannt werden. Europaweit gibt es große Kleiderhallen, aus denen die besonderen Stücke herausgesucht, gewaschen und verkaufsfertig gemacht werden. Auf den Pop-Up-Events bekommen die Klamotten aus längst vergangenen Tagen ein neues Leben.

Natürlich kann ich nicht immer perfekte Kleidung in allen Größen und Farben erwarten. Manche haben kleine Macken. Aber ich finde hier Einzelstücke, die ich für sehr lange Zeit trage. Jeansjacken, Lederware, Kleider mit Blumenmuster, Birkenstocks, bekannte Marken wie Levi’s, T-Shirts, Bomberjacken – und, was mich immer wieder freut: Die Klamotten riechen gut.

Trotz der großen Auswahl und der wertvollen Lieblingsstücke verfällt niemand in einen Kaufrausch. Eine Ruhe liegt in der Luft. Ich bin wirklich begeistert, wie viele wunderschöne Menschen das Pop-Up-Event immer wieder anzieht. Sie lachen, essen, trinken und kaufen ganz nebenbei mit gutem Gewissen ein. Denn Vintage ist nicht nur ressourcenschonend, sondern steht auch für einen achtsamen und bewussten Konsum. „Consume differently“ – so lautet die Devise.

Ein bisschen bin ich ja schon stolz auf meine ehemaligen Nachbarn aus meiner Mainzer Studentenzeit, die heute ein Unternehmen wie Vinokilo führen. Kleidung in den Kreislauf zurückführen, ein Umdenken in der Gesellschaft erzeugen – das ist das Ziel des Mainzer Unternehmens, von der ersten Stunde an. Und das haben sie als größter Vintage Kilo Sale Deutschlands auch geschafft.

Im Raum steht noch die Frage, warum denn Vintage und Retro wieder so beliebt sind. Wir Vintage-Liebhaber wollen das Original. Wir wollen das anziehen, was als Vorbild für die aktuelle Mode gilt. Was davor war. Es ist eine Nostalgie. Ein Statement dafür, dass wir uns mit der Modewelt auseinandergesetzt haben und sowohl die Gegenwart als auch die Vergangenheit kennen. Eine Art Festhalten an der Vergangenheit. Es gibt uns eine Sicherheit. Denn früher war alles gut, besonders schön. Moderne Elemente werden historisiert oder besser gesagt: Historische Elemente werden modernisiert. Wie geht das besser als auf einem Event, dass die Mode vergangener Jahrzehnte feiert?

Wir begleiten Vinokilo dieses Mal als Eventpartner am 20. April im Automobilmuseum Frey. >>Hier geht es zur Facebook-Veranstaltung und weiteren Details.

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