Einführung der Vier-Tage-Woche: Sinnvoll oder nicht?

Einige Länder probieren bereits die Vier-Tage-Woche aus, bei der die Leute einen Tag weniger in der Woche arbeiten müssen. Das Konzept zeigt Erfolg, aber birgt auch Risiken. Welche das sind, haben wir hier zusammengefasst.

Einführung der Vier-Tage-Woche: Sinnvoll oder nicht?

Nur noch vier Tage die Woche arbeiten, von Montag bis Donnerstag – klingt fast zu schön, um wahr zu sein. In Neuseeland und Island wird das Konzept schon umgesetzt. Auch die schottische Regierung testet nun die Vier-Tage-Woche.

Was soll das Konzept bringen?

Die Vier-Tage-Woche soll das Wohlbefinden und die Produktivität im Unternehmen steigern. Außerdem sorgt der neu hinzugekommene freie Tag für eine bessere Work-Life-Balance. Der Kern des Konzeptes ist, dass die Leute zwar weniger arbeiten, aber dafür umso effektiver. So soll der Ertrag, beziehungsweise der Umsatz, beibehalten werden. Auch der Lohn soll bei der Vier-Tage-Woche gleichbleiben.

Schottland hat vor einer Woche das Pilotprojekt gestartet. Die Regierung will, dass die Bedürfnisse von ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen sowie die Arbeitsbedingungen optimiert werden. Bisher konnten sie positive Bilanz ziehen. Eine Studie der University of Auckland berichtet von weniger Stress, mehr Arbeitsbereitschaft und Ansporn. Warum wird die Vier-Tage-Woche dann nicht in Deutschland umgesetzt?

Vier-Tage-Woche: Vor- und Nachteile

Auch, wenn es zunächst schön klingen mag, steht nicht fest, dass die Vier-Tage-Woche positive Resonanz nach sich zieht. Es könnte sogar passieren, dass der Stress in der Arbeit steigt. Falls beispielsweise ArbeitnehmerInnen festgelegte Aufgaben haben, die sie abarbeiten müssen, müssten sie in weniger Tagen mehr schaffen. Das setzt sie unter Druck und führt eventuell zu Überstunden. Die Produktivität sinkt. Damit bleiben die Vorteile, die das Konzept eigentlich mit sich bringen sollte, aus.

Ein weiterer Nachteil der Vier-Tage-Woche ist, dass ArbeitgeberInnen mit Einbußen rechnen müssen. Normalerweise sollte die verringerte Arbeitszeit die Effizienz steigern. Das wiederum sollte den zusätzlichen freien Tag ausgleichen. Ob das Konzept wirklich funktioniert, zeigt sich erst in der Praxis. Unternehmen berichten zwar von positiven Ergebnissen, dennoch können diese Ergebnisse nicht verallgemeinert werden. Letztendlich liegt es am Personal.

Falls das Konzept aber aufgeht und die Effizienz steigt, können ArbeitgeberInnen profitieren. Bisherige Ergebnisse des Projekts der Vier-Tage-Woche haben gezeigt, dass die Produktivität eher steigt, statt sinkt. Die ArbeitnehmerInnen waren zufriedener und sogar kreativer. Im Nachhinein haben sie in der verkürzten Arbeitswoche mehr geschafft. Langwierige Auswirkungen können beispielsweise sein, dass der Ertrag oder der Umsatz steigt. Das würde sich positiv auf das Unternehmen auswirken.

Das Konzept könnte also ein echter Durchbruch werden: Die Leute haben mehr Freizeit und können ihre Arbeit sowie ihr Privatleben besser unter einen Hut bringen – Sprichwort Work-Life-Balance. Somit sind sie weniger gestresst, werden weniger krank und leiden unter weniger psychischen Problemen. Der Job spielt eine große Rolle im Leben, schließlich verbringt man am meisten Zeit damit. Wenn es bei der Arbeit gut läuft, bekommt man allgemein bessere Laune. Die Motivation steigt.

Ein weiterer Pluspunkt für die Umwelt

Ein Tag weniger Arbeit – egal ob am Montag oder am Freitag – bedeutet gleichzeitig auch weniger Verkehr auf den Straßen. Der Berufsverkehr würde ausbleiben und Staus könnten vermieden werden. Das ausgestoßene CO2 würde somit weniger werden.

Logo