Neuer Gesetzesentwurf: Schreddern von Küken soll verboten werden

Schon lange wird darüber diskutiert, das Töten männlicher Küken zu verbieten. Nun hat die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner endlich ein Gesetz vorgelegt – jedoch gilt dieses erst ab Ende 2021.

Neuer Gesetzesentwurf: Schreddern von Küken soll verboten werden

Chicken Nuggets sind ein beliebtes Fast Food Gericht. Was viele dabei vergessen: Für diesen Snack sterben massenweise männliche Küken. Und dafür werden sie nicht geschlachtet wie zum Beispiel Schweine oder Rinder, sondern geschreddert.

Warum die männlichen Küken?

Da nur weibliche Hühner Eier legen können und für die Befruchtung nur ein Hahn gebraucht wird, ist es für Viehbetreiber nicht rentabel, männliche Küken zu halten. Sprich, die Ausgaben sind schlichtweg zu hoch, weswegen die Überzahl getötet wird. Sie gelten als unerwünschtes Nebenprodukt.

Deutscher Tierschutzbund kritisiert

Nachdem jahrelang das Gesetz zum Verbot von Schreddern männlicher Küken im Raum stand, wird es nun tatsächlich in Kraft treten. Dafür sorgte Julia Klöckner, die Bundeslandwirtschaftsministerin. Da dieses Gesetz aber erst ab Ende 2021 gelten soll, wird sie von vielen Seiten scharf kritisiert – auch vom Deutschen Tierschutzbund e.V..

Das Verbot ist längst überfällig.

Zudem wurde beschlossen, dass das Töten der empfindungsfähigen Embryonen weitere Jahre erlaubt sein soll. „Erst ab Ende 2023 sollen Eingriffe an Hühnereiern zur Geschlechterbestimmung ab dem siebten Bruttag verboten werden“, berichtet die Pressestelle des Tierschutzbundes. Die Frage ist, warum nicht jetzt schon?

Was wird verboten, was bleibt erlaubt?

Laut dem neuen Gesetzesentwurf wird das Töten lebensfähiger Küken ab Ende 2021 verboten. Bis 2023 sollen verschiedene Methoden der Geschlechtererkennung im Ei erlaubt sein. Heißt: Eier mit männlichen Embryonen werden dann einfach vernichtet. „Diese Methoden greifen aber frühestens am neunten Bruttag“, erklärt der Deutsche Tierschutzbund.

Die Tötung eines Embryos ist ebenso unethisch wie die Tötung des geschlüpften Kükens.

Dabei wird immer wieder betont, dass die Embryonen bereits ab dem siebten Tag Schmerz empfinden können. Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, kommentiert: „Dass ein Abtöten ab dem siebten Bruttag dann trotzdem noch viele Jahre möglich sein soll, ist inakzeptabel.“ Es muss eine andere Lösung her.

Zu geringe Fördergelder

„Die einzige Methode, die sowohl das Kükentöten verhindern, als auch die zuchtbedingten Probleme der Legehennen lösen könnte, wäre die Rückkehr zum Zweinutzungshuhn“, erklärt der Tierschutzbund. Das Prinzip: Die Hennen legen etwas weniger Eier als diese, die für das Legen von Eiern hochspezialisiert wurden. Dafür können die Hähne rentabler gemästet werden.

Die heutigen Legehennen sind hochgezüchtete „Eierlegemaschinen“.

Dadurch entstehen auch andere Vorteile, wie beispielsweise, dass die Tiere dadurch gesünder leben und weniger anfälliger für Krankheiten seien. „Die Rückkehr zum Zweinutzungshuhn wäre konsequent“, sagt Schröder. „Hier haben Frau Klöckner und ihre Amtsvorgänger zu nachlässig gehandelt.“ Mit mehr Fördergeldern wäre dieser Weg schon jetzt praxisreif.

Glückliche Hühner von Augsburgs Bauernhöfen

Ihr seid ein wenig geschockt und wollt nun etwas Gutes tun? Dann verzichtet auf billiges Fleisch und kauft Eier von regionalen Bauernhöfen. Auch in Augsburg gibt es tolle Angebote vom Land. Wir zeigen euch, wo:

Moirhof Hirblingen

Der Hirblinger Moirhof in Gersthofen wird schon seit vielen Generationen geführt. Seit 1983 gehört er dem Bioland-Verband an. Dort gibt es hochwertige Bio-Produkte, die es in dem eigens angefertigten Hofladen zu kaufen gibt. Alle Tiere leben in weitläufigen Ställen und wachsen langsam heran. Bei den Führungen könnt ihr euch selbst überzeugen.

Adresse: Wertinger Straße 17, 86368 Gersthofen

Holler-Hof

Beim Holler-Hof in Augsburg findet ihr Spezialitäten direkt vom Hof und aus der Region. Egal ob Schwein, Rind oder Geflügel – hier leben alle unter fairen Bedingungen. Die Hühner, Gänse und Enten laufen frei über den Hof und bekommen nur hochwertiges Futter. Dazu halten sie auch Zweinutzungshühner, die der Deutsche Tierschutzbund als Alternative bekräftigt.

Adresse: Wellenburger Strasse 102, 86199 Augsburg

FrischHof

Beim FrischHof gibt es qualitative Eier- und Hühnerprodukte. Die Waren sind alle hausgemacht aus der Region. Das Besondere: Hier gibt es einen Eierautomaten. Dieser wird mit frischen und gesunden Eiern gefüllt, selbst am Wochenende. So können Kunden auch außerhalb der Öffnungszeiten kommen. Bezahlt wird mit Münzen oder Scheinen bis zehn Euro.

Adresse: Landsberger Straße 57a, 86343 Königsbrunn

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