„Und 1,50 für die Verpackung, bitte“ – Tübinger Steuer auch in Augsburg?

Die Stadt Tübingen erhebt seit dem 1. Januar 2022 auf alle To-go-Einwegverpackungen Steuern. Die Gastronomie gibt diese meist an die KundInnen weiter. Was haltet ihr von der Steuer und wäre das auch für Augsburg etwas?

„Und 1,50 für die Verpackung, bitte“ – Tübinger Steuer auch in Augsburg?

Wenn ihr demnächst mal in der baden-württembergischen Stadt Tübingen seid und unterwegs eine Portion Pommes kauft, müsst ihr mit 50 Cent extra für die Pommesschale rechnen. Für einen Kaffeebecher zahlt ihr ebenfalls 50 Cent.

Grund dafür ist die Verpackungssteuer, die die Stadt Tübingen in diesem Jahr eingeführt hat. Betroffen sind alle Verkaufsstellen, die Einwegverpackungen, -geschirr, oder -besteck ausgeben. Das sind etwa Dönerläden, Pommesbuden, Eisdielen, Tankstellen, Bäckereien und andere Imbissstände. Die InhaberInnen dürfen die Steuer an uns EndkonsumentInnen weitergeben.

Das will die Stadt Tübingen mit der Verpackungssteuer erreichen

Es gibt mehrere Gründe, die die Stadt Tübingen dazu bewogen haben, die Verpackungssteuer für Take-Away-Essen und Getränke einzuführen. Zum einen muss die Stadt – wie alle anderen Städte auch – für die Entsorgung die durch Einweggeschirr entstandenen Mülls aufkommen. Die Einnahmen durch die Verpackungssteuer sollen zumindest einen Teil der Kosten decken. Gleichzeitig hofft die Stadt Tübingen, die Menge an Müll reduzieren zu können. Denn:

Mehrweg-Systeme werden bezuschusst

Wer beispielsweise als ImbissbesitzerIn Mehrwegverpackungen anschafft, bleibt nicht nur von der Verpackungssteuer befreit, sondern wird zudem bezuschusst. Mehrwegsysteme für Take-Away-Getränke und -Essen kennt ihr sicher bereits. Die türkisfarbenend „Recups“ sind ein Beispiel. Darüber hinaus gibt es viele weitere Anbieter von praktischen und umweltschonenden Mehrwegsystemen.

Heißt, mit der Verpackungssteuer schafft die Stadt Tübingen einen zusätzlichen Anreiz, auf Mehrwegsysteme umzusteigen, die die Umwelt entlasten.

Einweg-Plastik-Geschirr, -besteck und Strohhalme schon seit Juli 2021 verboten

Seit dem 3. Juli 2021 darf in der gesamten EU kein Einwegbesteck und -geschirr aus Plastik mehr ausgegeben werden. Auch To-go-Getränkebecher aus Styropor und andere Wegwerf-Behälter aus Styropor fallen unter das Verbot. Innerhalb der EU wurde seit dem Verbot keines dieser Produkte mehr produziert. Lediglich Restwaren dürfen weiter ausgegeben werden.

Welche Produkte wurden konkret verboten?

  • Einwegbesteck und -geschirr aus Plastik

  • Plastik-Trinkhalme

  • Plastik-Rührstäbchen

  • Wattestäbchen mit Plastikstiel

  • Luftballonstäbe aus Kunststoff

  • To-go-Getränkebecher, Fast-Food-Verpackungen und Essensbehälter aus Styropor

  • Wegwerfteller, -becher und -besteck aus biobasierten oder biologisch abbaubaren Kunststoffen

  • Einwegteller und -schalen mit Kunststoff-Überzug

Umfrage - Was meint ihr?

Was haltet ihr von dem Weg, den Tübingen geht? Würdet ihr es begrüßen, wenn in Augsburg auch eine Verpackungssteuer eingeführt wird?

Wie nehmt ihr das Plastikverbot von 2021 wahr? Hat sich für euch viel verändert? Vermisst ihr das Einweg-Plastik-Geschirr?

Hier geht’s zur Umfrage.

Logo