Auf nach Malle!? Kann man machen, ist aber unsolidarisch

In Augsburg, wie in ganz Deutschland steigen die Inzidenzwerte kontinuierlich an. Einige, die die Nase voll vom Lockdown haben "fliehen“ nach Mallorca. Kann man es ihnen verübeln? Ich finde: Ja.

Auf nach Malle!? Kann man machen, ist aber unsolidarisch

Wir sind alle durch mit Lockdown und Maßnahmen. Niemand hat mehr Lust darauf. Da kam die Aufhebung der Reisewarnung für die Lieblingsinsel der Deutschen für viele gerade recht. Sofort wurden Flüge gebucht, die Koffer gepackt und los ging es Richtung Strand und Sonne.

Seit Mitte März nimmt der Reisestrom nach Mallorca stetig zu. Die Lufthansa-Tochter Eurowings plant 300 zusätzliche Flüge, um die OsterurlauberInnen nach Spanien zu fliegen. Gegenüber der Tagesschau spricht die Fluggesellschaft von Buchungen „in einer bisher nicht gekannten Dynamik“. Es bleibt abzuwarten, ob der dringliche Appell der Kanzlerin auf nicht notwendige Reisen zu verzichten, die Nachfrage nach Flügen bremst.

Nachvollziehbar ist die Flucht ins warme Spanien natürlich schon. Wer würde sich jetzt nicht lieber die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, statt mit FFP2-Maske durch Augsburg zu laufen? Und klar, ist das Ganze ein Gewinn für die mallorquinische Wirtschaft, die praktisch nur aus Tourismus besteht – Augsburger Hotels und Restaurants leiden genauso unter den fehlenden Besuchern. Während wir hier in Deutschland eh schon mit den steigenden Infektionszahlen kämpfen und die Mutation im Nacken haben, ist ein Kurzurlaub wohl nicht die beste Strategie, Abhilfe zu schaffen. Denn natürlich entstehen durch eine solche Reise Situationen, in denen das Virus weitergegeben werden kann. Zwar hat sich die Bundesregierung auf eine Testpflicht für Reiserückkehrer aus Mallorca geeinigt, wie genau getestet wird und vor allem, was bei einem positiven Testergebnis passiert ist allerdings noch unklar. Ein neues Inzidenz-Hoch durch die Mallorca-Reisen ist also nicht unwahrscheinlich. Gleichzeitig rückt ein Lockdown-freier Sommerurlaub in weitere Ferne.

Selbstverständlich kann man niemandem verbieten, das neu gewonnene Recht auf die Insel zu fliegen, nicht zu nutzen. Aber mit Solidarität und Verantwortungsbewusstsein hat der Malle-Urlaub das ganz sicher nichts zu tun. Lasst euch den Sangria schmecken. Wir bleiben bei dem Glas Wein auf Balkonien, damit in unseren Krankenhäusern Platz für die Patienten ist, die sich im Malle-Urlaub mit Corona infiziert haben.

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