Was gibt es Neues von der CityFarm Augsburg?

Die CityFarm erhält eine Auszeichnung der UN

Was gibt es Neues von der CityFarm Augsburg?

Der Minibauernhof mit Biogärtnerei CityFarm ist das Augsburger Vorzeigeprojekt in Sachen Urban Farming. Im Stadtteil Oberhausen im Norden Augsburgs gelegen, beherbergt er Hühner, Enten, Bienen, Kaninchen und Schafe. Neben Spendeneinnahmen finanziert sich das ehrenamtlich betriebene Projekt über den Verkauf von Jungpflanzen im Frühjahr.

Doch Corona stellte auch die CityFarm hart auf die Probe und forderte den vollen Einsatz der Cityfarmer. Damit die vorgezogenen Gemüsepflanzen kontaktlos zu ihren neuen Besitzern gelangen konnten, mussten sich die engagierten Hobbyfarmer etwas einfallen lassen.

Schließlich bestellten die Augsburger ihre Pflanzen diese Saison online und holten sie kontaktlos ab. Zeitweise war sogar ein Tomaten-Lieferdienst im Einsatz.

Es liegt also eine turbulente Zeit hinter den Cityfarmern. Doch die Mühen werden jetzt belohnt.

Eine Auszeichnung der Vereinten Nationen für die CityFarm Augsburg

Die Augsburger CityFarm wurde kürzlich mit dem Sonderpreis der UN Decade biologische Vielfalt für „soziale Natur“ ausgezeichnet. Am Tag der offenen Gartentür in der CityFarm wurde der Preis feierlich überreicht.

Grund für die Auszeichnung ist der große Beitrag des Projekts zum Erhalt von alten Gemüsesorten. Jahr für Jahr baut das Urban Farming Projekt alte Sorten an und vermehrt sie somit. Überschüssiges Saatgut wird über Saatgutbörsen weitergegeben.

Dieser Beitrag zum Erhalt der Sorten-, und damit Geschmacksvielfalt wurde nun mit der Auszeichnung gewürdigt.

Warum ist der Erhalt von alten Sorten wichtig?

Dass der biologischen Vielfalt so viel Bedeutung zugemessen wird, hat seine Berechtigung.

Nehmen wir das Beispiel Banane. Es existieren 1000 Bananensorten. Aber nur drei bis vier davon werden im Supermarkt angeboten. Diese wenigen Sorten sind besonders ertragreiche Züchtungen. Weil sie keine Samen bilden, werden sie durch Stecklinge vermehrt. Dadurch hat jede Pflanze das gleiche Erbgut, was sie anfällig für Krankheiten macht.

Denn wenn ein Pilz einer Pflanze schadet, dann tut er es bei allen anderen in gleichem Ausmaß. Keine Pflanze wird eine genetische Abwehr haben. Bei ursprünglicheren Sorten ist das anders.

Es kam schon einmal vor, dass eine Bananensorte - die „Gros Michel“ - durch einen Pilz ausgerottet wurde. Damals nahm die Sorte „Cavendish“ ihren Platz ein. Sie macht heute 95 % des weltweiten Bananenhandels aus. Doch sie könnte dasselbe Schicksal ereilen.

Dass wir alte Sorten erhalten, ist also im Hinblick auf unsere Lebensmittelversorgung von großer Wichtigkeit. Daneben gibt es natürlich zahlreiche weitere Gründe für den Erhalt alter Arten.

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