Ist Augsburg schon bereit für Unverpackt-Läden?

Im Main-Taunus-Gebiet musste der erste und einzige Unverpackt-Laden nach zwei Jahren aufgeben. Sieht es in Augsburg besser aus? Wir haben uns umgesehen und sind überrascht.

Ist Augsburg schon bereit für Unverpackt-Läden?

Eigentlich passen Unverpackt-Läden angesichts des Klimawandels und der Präsenz von umweltrelevanten Themen perfekt in die heutige Zeit. Doch diese Woche entdeckten wir eine Meldung der „Frankfurter Neue Presse“, die über die Schließung des ersten und einzigen Unverpackt-Ladens im Main-Taunus-Gebiet.

Im Bericht heißt es, die Zeit sei wohl noch nicht gekommen. Inhaberin des Ladens „Unverpackt & bienenfleißig“ in Kelkheim, Nicola Brunk sagt, die Menschen seien noch zu bequem. Zuspruch habe sie viel bekommen, doch eingekauft hatte kaum jemand.

Angesichts der Meldung haben wir uns gleich nach Unverpackt-Läden in Augsburg umgesehen. Sind wir AugsburgerInnen auch noch nicht bereit? Doch wir wurden positiv überrascht: Hier schließt kein Unverpackt-Laden, ganz im Gegenteil, es haben neue eröffnet!

Neben dem „RutaNatur“ in der Prinzregentenstraße, gibt es mittlerweile auch in Lechhausen einen Unverpackt-Laden, „Auxburg Unverpackt“, heißt er. Und damit nicht genug: Vor kurzem hat ein weiterer Laden in Friedberg aufgemacht. Höchste Zeit also, euch die drei noch einmal genauer vorzustellen.

Unverpackt in der Stadt

Der erste Unverpackt-Laden Augsburgs ist „RutaNatur“. Seit August 2016 könnt ihr hier verpackungsfrei einkaufen. Seither hat sich das Sortiment ständig erweitert. Neben Lebensmitteln des täglichen Bedarfs, gibt es auch Naturkosmetika, Reinigungsmittel, Haushaltsgegenstände und Literatur im Laden. Außerdem werden regelmäßig Nusscremes hergestellt. Bislang gab es schon Macadamia- Erdnuss- Haselnuss- und Pistaziencreme. Von montag, den 4. Oktober, bis Samstag, den 9. Oktober, könnt ihr euch Mandelcreme gönnen.

Adresse: Prinzregentenstraße 7, 86150 Augsburg

Unverpackt in Lechhausen

Gerade einmal einen Monat hat der neue Unverpackt-Laden „Auxburg Unverpackt“ auf dem Buckel. Mit ihm erfüllte sich die gebürtige Augsburgerin Gila Richter einen großen Traum. Am 1. September eröffnete sie den modern eingerichteten Laden an der Neuburger Straße. Auch hier findet ihr neben Lebensmitteln auch Hygieneartikel sowie Wasch- und Putzmittel. Damit ihr eine Vorstellung davon bekommt, welche Leckerbissen es im Laden gibt, hier eine kleine Aufzählung: Ihr könnt zwischen sechs verschiedenen Reissorten wählen, sieben Pasta-Varianten, verschiedenen Hülsenfrüchten, angefangen von Kidneybohnen über Linsen bis hin zu Kichererbsen, diversen Nüssen, Trockenfrüchten und Saaten. Außerdem erwartet euch eine große Auswahl an Kräutern und Gewürzen.

Adresse: Neuburger Straße 164, 86167 Augsburg

Unverpackt in Friedberg

Auch in Friedberg hat nun, ganz zentral in der Innenstadt, ein Unverpackt-Laden aufgemacht – ganz frisch am 24. September 2021. „Ich BINs - regional & unverpackt“ nennt sich der sympathische Neuzugang. Dahinter stecken zwei Frauen, Sarah Hertle und Verena Lojewski, die der Müllflut in unseren Haushalten ein Ende bereiten wollen. Die Produkte für ihren Laden beziehen sie von ErzeugerInnen aus der Region. Die Nudeln kommen beispielspeise vom Strausser-Hof aus Gessertshausen, die Kartoffeln direkt aus Friedberg und die Kürbiskerne aus Rehling. Auch Hygieneartikel wie Seife, Gesichtscreme und Rasiercreme gibt es. Daneben finden sich Seifendosen, Bienenwachstücher und Abschmink-Pads.

Adresse: Pfarrstraße 4, 86316 Friedberg

Wie funktioniert ein Unverpackt-Laden?

Verpackungsfrei einzukaufen ist leichter als man sich vielleicht vorstellt. Im Laden stehen Müsli, Nudeln, Hülsenfrüchte, Mehl und viele andere Produkte in großen Behältern bereit, aus denen ihr euch so viel „zapfen“ könnt, wie ihr benötigt. Am besten bringt ihr euch eigene Gläser, Dosen, Boxen oder Flaschen mit, in die ihr die Lebensmittel hineinfüllen könnt. Wer spontan vorbeikommt, findet aber auch vor Ort Behälter, die verwendet werden können.

Wichtig: Vor dem Befüllen wird der leere Behälter gewogen. An der Kasse wird der volle Behälter gewogen und das Leergewicht abgezogen. So zahlt ihr nur den Inhalt.

Unverpackt-Läden verbreiten sich

Wenn man einen Blick auf die Verbreitung der Unverpackt-Läden in ganz Deutschland sieht, entspricht das auch dem aktuellen Trend. Heißt, der eingangs beschriebene Fall von der Schließung des Unverpackt-Ladens im Main-Taunus-Gebiet ist eher eine Ausnahme. Grundsätzlich eröffnen nämlich immer mehr Unverpackt-Läden. Mittlerweile gibt es etwa 200 Läden in ganz Deutschland, 2017 waren es nur 50. Übrigens: In Hamburg gab es laut Statista im Jahr 2020 deutschlandweit die meisten Unverpackt-Läden, nämlich zehn Stück. In Berlin sind es acht.

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