Universität Augsburg: Klimaneutral bis 2028?

Wo steht die Universität Augsburg bei der Klimaneutralität und welche weiteren Schritte sind noch notwendig? Diese Fragen wurden bei einem runden Tisch diskutiert. Ziel ist die Klimaneutralität der Universität bis 2028.

Universität Augsburg: Klimaneutral bis 2028?

Das den Studierenden der Universität Augsburg der Umweltschutz ein großes Anliegen ist, haben sie bereits gezeigt. Am Montag, den 28. November, besetzten Aktivist:innen des Bündnisses „End Fossil: Augsburg“ den größten Hörsaal des Campus. Ihre Forderung war dabei eine klimagerechte Transformation der Uni Augsburg. Diese beinhaltet unter anderem die Klimaneutralität bis 2027, eine Dekolonialisierung der Lehre, Antimilitarismus, mehr studentische Mitbestimmung sowie eine sozial-gerechtere Universität. Als Reaktion lud die Uni zu einer gemeinsamen Diskussion bei einem runden Tisch ein.

Gespräch beim Round Table

Bei der Diskussion waren Mitglieder:innen der Universitätsleitung, gewählte Studierendenvertreter:innen, Expert:innen sowie zahlreiche Studierende vertreten. Thema war dabei zum einen die ganzheitliche, interdisziplinäre Herangehensweise von Forschung und Lehre im Bereich Klima sowie Umwelt. Zum anderen gab es bereits die ersten konkreten Vorstellungen einer klimaneutralen Universität: Diese gingen von einem verstärkten Einsatz von Photovoltaikanlagen über einen Zuwachs an Fahrradständern bis hin zu der Überlegung, die Parkplätze kostenpflichtig zu gestalten und Jobtickets einzuführen.

Zentrales Anliegen der Universität

Universitätspräsidentin Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel betont, dass gerade das Thema Klimawandel und Umweltwissenschaften in der Geschichte der Universität seit vielen Jahren eine wichtige und profilbildende Rolle spiele. Seit Einrichtung des Wissenschaftszentrums Umwelt im Jahr 2000 würden Klima sowie Klimawandel interdisziplinär gedacht und Natur- mit Geistes- und Sozial- und Kulturwissenschaften verknüpft. Auch das neu gegründete und in diesem Jahr offiziell eröffnete Zentrum für Klimaresilienz greife dabei diesen Ansatz der Klimaforschung auf.

Status quo und Perspektiven

Derzeit beziehe die Uni Augsburg ihren Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien, heißt es. Außerdem werde bereits seit dem Bau des Campus auf Fernwärme gesetzt, die schon jetzt nicht nur auf fossilen Brennstoffen basiere. Hier wurde bei der Diskussion ein mittelfristiger Ansatzpunkt festgestellt, der zeitnah optimiert werden könnte.

Daneben sind bereits einige Gebäude der Universität mit Photovoltaikanlagen ausgestattet, welche nun weiter ausgebaut werden sollen. So möchte die Universität dazu beitragen, den Energiemix der Gesellschaft zu verbessern. Doch auch in den Händen der Studierenden liegt Verantwortung. Aus diesem Grund war ein weiterer wichtiger Aspekt der Diskussion, wie das persönliche Verhalten jedes Einzelnen klimaverträglicher gestaltet werden kann. Gerade die Fahrt zum Campus bietet dabei viel CO2-Einsparungspotenzial. Dabei wurden bessere Radwege zur Uni gefordert, um dieses Verkehrsmittel für die jungen Leute attraktiver zu gestalten.

Verpflichtung zur Klimaneutralität

Die Expert:innen aus Wissenschaft und Verwaltung schätzen, dass die Klimaneutralität der Universität Augsburg bis 2028 möglich sei. Um diese Position zu verdeutlichen, kündigte die Universitätsleitung an, dass sie in der nächsten Sitzung der Erweiterten Universitätsleitung am 14. Dezember einen Antrag einbringen werde. Mit diesem verpflichte sich die Uni zu dem Ziel, bis 2028 klimaneutral zu werden.

Klima als Thema in der Lehre

Es gibt bereits einige klimabezogenen Studiengänge an der Uni Augsburg und auch Klima-Themen werden bereits mit in die Lehre eingebunden. Nicht zuletzt die neu geschaffenen Professuren im Bereich der Klimaresilienz bereichern dabei das Angebot in den verschiedenen Fakultäten mit einer Lehre, die am “State of the Art” der Klimaforschung ausgerichtet ist. Um die Maßnahmen hin zur Klimaneutralität noch stärker voranzutreiben, sollen nun zwei neue Stellen an der Universität ihre Arbeit aufnehmen: Ein:e Energie- sowie ein:e Klimamanager:in. Ziel ist es, Aktivitäten in Zukunft stärker zu bündeln und gleichzeitig die CO2-Einsparung verschiedener Maßnahmen zu berechnen. So können die „Stellschrauben“ identifiziert werden, an denen man die größten Effekte erreichen kann. Auch eine Klimabilanz für die Universität kann so erstellt werden.

Produktiver Auftakt

Viele Beteiligte sowie Stimmen aus der Zuhörerschaft sahen den Runden Tisch als produktiven Auftakt, um das Thema Klimaneutralität gemeinsam weiter voranzubringen. Auch die Präsidentin Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel bekräftigt: „Wir laden gern zu einem weiteren Austausch ein, an dem sich Studierende wie Beschäftigte beteiligen können“. Die Universitätsleitung schlägt dabei die Durchführung eines öffentlichen Forums zum Thema Klimagerechtigkeit gemeinsam mit dem Zentrum für Klimaresilienz und „End Fossil“ vor. Als möglicher Termin dafür ist derzeit Donnerstag, der 8. Dezember, im Gespräch.

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