10 Tipps gegen unangenehme Uni-Erfahrungen

Die ersten Wochen an der Universität sind geschafft - doch lief immer alles flüssig? Hier 10 Tips, wie der Semesterstart für Erstis - und auch ältere Semester - fettnäpchen-frei wird.

10 Tipps gegen unangenehme Uni-Erfahrungen

Es wäre von mir, einem Student im höheren Semester, mehr als arrogant, würde ich hier eine Liste aufstellen, in der ich alle jüngeren Studenten als vollkommen deplaziert darstellen würde. Das wäre schließlich auch nicht der Sinn einer Tipp-Liste. Deswegen verpacke ich diese 10 Tipps in kurzen Anekdoten aus meinem ersten Semester - und lasst euch eines gesagt sein: Ich trat nicht nur in Fettnäpfchen, ich konnte darin Bahnen schwimmen.

Tipp Nr. 1: Haltet eure Fristen im Auge

Beinahe nichts ist so ärgerlich, wie abgelaufene Termine, die man nicht wahrgenommen hat. Noch bevor mein Studium begann, wäre es beinahe zu Ende gewesen. Denn ohne einen zuverlässigen Kalender vergaß ich ganz einfach, mein Abiturzeugnis rechtzeitig in der Universität abzugeben. Glücklicherweise klappte nach einer kleinen Odyssee über den Campus und einigen peinlichen Gesprächen die Immatrikulation trotzdem noch und ich besitze nun einen Wecker, der mir wichtige Termine stets rechtzeitig verkündet. Das Selbe hätte natürlich auch mit diversen Kursen, Prüfungen etc. passieren können, deswegen auch nach der Einschreibung: Obacht!

Tipp Nr 2: Abi-T-Shirts in der Uni

Ganz kurz: Einfach nein. Don’t do it. Klar, ich liebe mein Abishirt auch über alles, ich meine natürlich ist es eine wunderbare Erinnerung an die letzten Jahre in der Schule, aber dennoch ist es ratsam, dieses Kleidungsstück nicht unbedingt in die Uni auszuführen. Denn jeder, der in diesem Haus lehrt oder lernt hat so ein Abitur. Und mag das T-Shirt noch so schick, und das Motto noch so lässig sein, leider macht es die Gesamtsituation nicht cooler.

Tipp Nr 3: Studium ist Schule x10

In dem Fach, welches ich heute studiere, habe ich auch mein Abitur gemacht - und ohne größere Mühe eine sehr gute Note bekommen. Ich schäme mich noch immer für die Naivität und Arroganz, die ich dann im ersten Semester meines Studiums an den Tag legte. Ich war fest davon überzeugt, dass die Universität für mich absolut simpel werden würde, war ich ja eben in meinem Fach in der Schule immer der Beste gewesen und wusste fast alles. Doch schon die erste Woche holte mich wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Die Dozenten an der Uni kennen sich in ihrem Fach wirklich aus - in jedem Fall besser als ein Abiturient. Und in jedem Kurs gibt es in aller Regel einen Kommilitonen der sich immer noch besser auskennt als man selbst. Das ist aber gar nicht schlimm, denn man kann sich über gute Noten, die man sich richtig erarbeitet hat, viel mehr freuen, als über „geschenkte“.

Tipp Nr. 4: Quatscht eure Kommilitonen an

In der Schule lernt man seine Klassenkameraden irgendwann von ganz alleine kennen, schließlich verbringt man ja quasi den ganzen Tag zusammen und kennt sich ja zumindest vom Sehen her. In der Uni, in denen die meisten Kurse nur eineinhalb Stunden lang gehen, ist das natürlich nicht ganz so einfach. Dennoch ist es an der Uni genauso förderlich wie auch unterhaltsamer, wenn man schnell neue Bekanntschaften schließt. Ich selbst habe in den ersten Wochen verzweifelt darauf gewartet, dass mich jemand anquatscht und ich endlich ein paar „Unifreunde“ habe. Hin und wieder passiert das auch, aber leider nicht all zu oft. Also liegt es an euch, diejenigen zu sein, die anquatschen - denn darauf warten ganz viele!

Tipp Nr. 5: Hebt Blätter und Mitschriften auf

Vielleicht wart ihr zu Schulzeiten anders, aber ich habe Arbeitsblätter, sobald sie fertig ausgefüllt waren und ich sie nicht mehr für prüfungsrelevant hielt, schnell ihrem Schicksal im Papierkorb überlassen. Treu bin ich diesen Weg auch im ersten Semester gegangen - genau bis zum Beginn der Klausurenphase, denn dann stand ich mit nur circa 60% des Lernstoffes in der Hand vor einem Haufen Prüfungen, die alles andere als geschenkt waren - und dann wird selbst das einst so leichte Schulfach ziemlich tricky.

Tipp Nr. 6: Verwenden Sie nur Fremdwörter, deren Rechtschreibung und Bedeutung Sie kennen

Diesen Satz werdet ihr häufig in Leitfäden zu Seminararbeiten finden. Und bitte nehmt ihn ernst. Es wird euch nicht überraschen, wenn ich euch erzähle, dass ich das selbstverständlich in meinem ersten Referat nicht getan hatte und der Dozent prompt nachfragte. Dieser Moment ist einer der schwärzesten - oder besser gesagt schamrötesten - in meinem Studium gewesen. Ich meine, es war nicht so, dass ich das Fremdwort überhaupt nicht gekannt hätte, nur den Kontext zu erklären war etwas holprig. Spart euch holprige Auftritte und achtet auf ausreichende Recherche.

Tipp Nr. 7: Merkt euch, wie eure Bücher in der Bib heißen und wo sie stehen

Würde jeder Student die Bücher, mit denen er in der Bib gearbeitet hat, exakt dorthin zurückbringen, von wo er sie hat - und auch dann zurückbringen, wenn er sie nicht mehr braucht, wäre dieser Tipp gegenstandslos. Leider ist das nicht immer so. Deswegen schreibt euch unbedingt auf: Wo steht das Buch und wie heißt es - am besten notiert ihr euch auch gleich, was grob in dem Buch steht. Sonst sitzt ihr, wie ich im ersten Semester, vor einer Hausarbeit, habt die Infos im Kopf, aber keinen Plan, wo sie außerhalb von eurem Kopf zu finden sind.

Tipp Nr. 8: Habt euer Mail Postfach im Blick

Montagmorgen, 08.05, ich betrat den Kursraum und war alleine - obwohl der Kurs um 08.15 beginnen sollte. Hätte ich am Abend zuvor noch mein Email Postfach gecheckt, hätte ich gewusst, dass der Kurs ausfällt. Das ist natürlich gerade bei Acht-Uhr-Kursen super ärgerlich, denn niemand steht gerne früh auf, wenn er nicht muss. Und da das allermeiste aus der Uni via Mail kommuniziert wird, ist es clever, regelmäßig auf das Postfach zu klicken.

Tipp Nr. 9: Werft einen Blick in euer Modulhandbuch

Der Stundenplan fürs erste Semester steht? Top! Aber danach? Gewiss kann man immer die Kurse wählen, von denen man hört, dass man sie belegen muss. Doch um ganz sicher zu gehen, lohnt sich tatsächlich ein Blick ins Modulhandbuch. Diesen Rat habe ich auch bereits im ersten Semester bekommen - und natürlich knallhart ignoriert. Dann stand ich irgendwann vor meinem Stundenplan zum vierten Semester und hatte keine Ahnung was noch fehlte, was vielleicht zu viel war und welche Module es überhaupt gibt. Ja, dieses Handbuch sieht auf den ersten Blick lang aus (ist es auch), aber die ersten drei bis vier Seiten genügen meistens, um sich einen wunderbaren Überblick über den Verlauf des Studiums zu machen, sodass dann alles läuft. Und wer damit früh genug anfängt, der kann am Ende - anders als ich - eine ruhige Kugel schieben.

Tipp Nr. 10: Stresst euch nicht, sondern genießt die Zeit

„Die schönste Zeit im Leben wird immer Deine Schulzeit sein“, sagte meine Oma früher oft. Es tut mir leid, das sagen zu müssen, aber bedauerlicherweise hatte Oma hier nicht recht. Denn die bislang beste Zeit, ist ohne Zweifel die Uni. Dort habe ich so viele neue tolle Menschen kennengelernt - und natürlich auch Wissen mitbekommen. Deswegen ein letzter Tip und Rat, der von Herzen kommt: Genießt die Zeit am Campus mit den wunderbaren Menschen, die ihr dort trefft und lasst euch nicht mehr stressen, als nötig.

P.S. Es ist auch überhaupt nicht schlimm, wenn ihr euer Studium nicht in der Regelstudienzeit schafft.

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