Plastikverbot 2021: So reagieren Augsburger Bars und Restaurants

Seit dem 17. September steht es fest: Ab Juli 2021 sollen einige Einweg-Plastikartikel nicht mehr verkauft werden dürfen. Darunter Plastikbesteck und Trinkhalme. Wir haben Augsburger Bars und Restaurants gefragt, wie sie dazu stehen.

Plastikverbot 2021: So reagieren Augsburger Bars und Restaurants

In den Meeren und an Stränden befindet sich immer mehr Plastik. Einige Plastikgegenstände, die besonders häufig gefunden werden, sind ab dem 3. Juli 2021 verboten. Was die EU beschlossen hat, wurde nun auch von der Bundesregierung im deutschen Gesetz verankert.

Folgende Gegenstände sind vom Verbot betroffen:

  • Einweg-Plastikbesteck und -geschirr

  • Trinkhalme aus Plastik

  • Verpackungen für warme Speisen und Getränke aus Styropor (Polystyrol)

  • Plastik-Wattestäbchen

Die Verbote betreffen damit vor allem Imbissstände, Bars und Restaurants. Wie ist die Stimmung zum neuen Gesetz in der Augsburger Gastro-Szene? Wir haben mit den Betreibern des „Beim Weissen Lamm“, „Oh Boi“ und „Enchiladas“ gesprochen.

Wie kommt das neue Gesetz an?

Die Grundstimmung zum Plastikverbot ist bei allen drei Betreibern positiv. Beim Weissen Lamm werden Strohhalme schon lange nur auf Anfrage herausgegeben, womit der Plastikmüll schon stark reduziert werden konnte.

„Wir setzen auf Trinkhalme aus Zuckerrohr“ -Hugo Hügel (Enchilada)

Auch das Oh Boi setzt schon seit Jahren auf nachhaltige Verpackungen und verwendet keine Strohhalme. Im Enchilada wurden Plastik-Trinkhalme vor fast zwei Jahren durch Zuckerrohr ersetzt.

Zuckerrohr ist eine Alternative zu Plastik-Trinkhalmen von vielen. Daneben gibt es Trinkhalme aus Glas, Edelstahl oder Bambus. Klar, die Alternativprodukte haben auch Nachteile: Sie müssen gereinigt werden oder verfärben sich durch das Getränk, wie im Fall des Bambushalms. Aber dafür sind Glas- und Edelstahl-Halme wieder verwendbar und die Bambushalme sind aus nachwachsenden Rohstoffquellen hergestellt und biologisch abbaubar.

Wo sehen die Betreiber Hürden in der Umstellung auf Alternativen zu den bisher verwendeten Plastikprodukten?

Christoph Steinle vom Oh Boi fürchtet für bestimmte Anwendung kein gleichwertiges Alternativprodukt zu finden. „Manche Produkte sind noch nicht so leistungsfähig, wie herkömmliche Verpackungen“, gibt er zu Bedenken.

Natürlich sind alternative Verpackungen aus einfachem Papier weniger strapazierfähig, als Plastik- oder Styroporverpackungen. Allerdings ist die Auswahl an alternativen Materialien bereits jetzt sehr groß. Verpackungen für Essen To-go gibt es beispielsweise auch aus Bambus, Zuckerrohr oder Kraftpapier.

Die Auswahl an nachhaltigen Verpackungen ist groß.

Letzteres wird aus Holzspänen hergestellt und mit Bio-Plastik überzogen, was die Verpackung fett- und wasserresistent macht. Schon jetzt gibt es nachhaltige Thermo-Verpackungen mit Hanf-Vlies. Für einzelne Anwendungen adäquate Alternativen zu finden, wird in Zukunft tendenziell noch leichter werden. Denn der Markt für nachhaltige Verpackungen wächst stetig und mit ihm steigt die Qualität und die Anwendungsvielfalt der Produkte.

„Der Zeitpunkt ist ungünstig“ -Sebastian Karner (Beim Weissen Lamm)

Sebastian Karner vom Weissen Lamm befürchtet, nicht ausreichend Zeit zu haben, sich mit der Umstellung auf Alternativen zu beschäftigen.: „In Zeiten von Corona haben wir auf der einen Seite Kurzarbeit in der Organisation und in der Verwaltung. Auf der anderen Seite haben wir mehr Aufwand im Betrieb durch die notwendigen Auflagen.“ Ein Problem, das bestimmt viele Gastronomiebetriebe haben.

Wie versuchen Augsburger Bars und Restaurants schon jetzt Plastikmüll einzusparen?

Beim Weissen Lamm gibt es To-go-Becher seit einigen Jahren nur gegen einen Aufpreis. Außerdem bekommen Gäste, die ihren eigenen Becher befüllen lassen Rabatt auf ihr Getränk. Beim Einkauf von Getränken setzt Sebastian Karner auf Pfandysteme.

„Wir sparen Verpackungsmüll ein, indem wir direkt beim Erzeuger bestellen“ - Christoph Steinle (Oh Boi)

Das Oh Boi setzt auch bereits im Einkauf an und versucht Einzelverpackungen zu vermeiden, indem Waren direkt vom Erzeuger bezogen werden. Das Enchiladas gibt ausschließlich biologisch abbaubare Becher für ihre Cocktails-to-go raus – mit Zuckerrohr statt Plastik-Trinkhalm.

Fazit

Die drei Augsburger Bars stehen hinter dem Verbot von Einweg-Plastikartikeln ab Juli 2021. Und nicht nur das: Sie versuchen auch darüber hinaus, Plastik einzusparen. Vergesst nicht, dass ihr als Kunden und Privatperson in Sachen Plastikmüll viel selbst in der Hand habt. Viel Müll lässt sich ganz einfach vermeiden.

Diese Tipps zum plastikfreien Einkaufen können euch dabei helfen. Außerdem gibt es eine interaktiven Karte von Augsburg, auf der Orte markiert sind, an denen ihr eure eigene Box oder den Becher befüllen lassen könnt.

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