Wäschewaschen mit Rücksicht auf die Umwelt: Nachhaltig und günstig

Im Drogeriemarkt gibt es unzählige Produkte rund um das Wäsche-Waschen. Oft sind sie voller Chemie und schaden der Natur. Wir haben uns die umweltschonenden Alternativen angesehen.

Wäschewaschen mit Rücksicht auf die Umwelt: Nachhaltig und günstig

Flüssigwaschmittel, Waschpulver, Color-Waschmittel, Wasch-Pods, Wollwaschmittel, Feinspüler, Geruchsperlen, Desinfektionswaschmittel … die Auswahl, die es in den Supermärkten und der Drogerie gibt, ist überwältigend. Brauche ich das alles? Und geht das auch mit ein bisschen weniger Plastik und Chemie? Aber klar!

Waschen mit Waschnüssen

Waschnüsse sind die Früchte des Waschnussbaums oder auch Seifenbaums. Er wächst im tropischen bis subtropischen Klima Asiens, wo wir bereits bei einem Nachteil der Nüsse sind: Sie müssen bis zu uns eine lange Strecke zurücklegen. Dafür sind die frei von Chemie und günstig. Aber wie funktioniert das Waschen mit der Waschnuss überhaupt?

So funktioniert’s

Die Nüsse bekommt ihr in jedem Biomarkt, meist in einem Beutel. Vor dem Waschen befüllt ihr einen kleinen Stoffbeutel, mit Nüssen. Je nach Verschmutzungsgrad der Wäsche gebt ihr 5 bis 7 halbierte Nüsse in den Beutel. Der wird einfach zur Wäsche in die Trommel gegeben und schon kann ganz normal das Waschprogramm gestartet werden. Beim Waschen lösen sich die Saponine in der Nuss und setzten ihre Wirkung frei: Die Saponine wirken fettlösend und bekämpfen leichte Flecken genauso gut wie herkömmliches Waschmittel.

Nachteile der Waschnüsse

  • nicht für weiße Wäsche geeignet, da sich schnell ein Graufilm bildet

  • geruchsneutral (Wer einen Duft mag, muss ihn selbst hinzufügen, beispielsweise durch ätherisches Öl)

  • langer, CO2-intensiver Transportweg (eine heimische Alternative sind Kastanien)

  • hartnäckige Flecken werden nicht entfernt (Vorbehandlung mit Gallseife oder Ähnlichem nötig)

Vorteile der Waschnüsse

  • günstig und ergiebig

  • umweltschonend

  • kompostierbar

  • einfache Handhabung

  • bei jeder Wasch-Temperatur einsetzbar

Waschen mit Wasch-Blättern

Ein Produkt, das relativ neu auf dem Markt ist, sind die Wasch-Blätter. Die erste Marke, die ihr aktuell in der Drogerie findet, sind die „Magic Leaves“. Der Hersteller vermarktet sie als umweltschonende Alternative zu herkömmlichen Waschmitteln. Dieser vverspricht, sie seien frei von Konservierungsstoffen und Mikroplastik, tierversuchsfrei und vollständig wasserlöslich.

So funktioniert’s

Für eine Trommel Wäsche (zirka viereinhalb Kilogramm) legt ihr eines der Waschblätter unten in die Trommel und füllt sie mit euren Klamotten. Dann kann gewaschen werden. Wer weniger Wäsche wäscht, zerschneidet das Blatt einfach - wer mehr wäscht, gibt ein zweites hinzu.

Nachteile der Waschblätter

  • zwar fällt hier weniger Verpackungsmüll an als bei einem Flüssigwaschmittel-Kanister. Allerdings ist die Verpackung innen mit Aluminium verkleidet, was weniger umweltfreundlich ist.

  • nicht Chemie-frei

  • enthält neben einem weiteren allergenen Duftstoff auch Hexyl Cinnamal, der laut Umweltbundesamt ein besonders hohes Allergierisiko birgt

Vorteile der Waschblätter

  • leicht zu transportieren

  • kleines Verpackungsvolumen

  • leicht zu dosieren

Waschen mit Waschbällen

Waschbälle sind nicht sehr verbreitet, aber vielleicht habt ihr schon einmal welche gesehen. Es gibt sie als Bio- oder als Keramikwaschball. Sie sollen Waschmittel komplett oder zu mindestens 80 Prozent überflüssig machen.

So funktioniert’s

Im Waschball sind Kügelchen, die negativ geladene Ionen ins Wasser abgeben. Diese sorgen dafür, dass die Oberflächenspannung des Wassers bricht und somit Schmutz aus den Fasern der Klamotten gespült wird. Gleichzeitig sorgt der Ball für Reibung an der Wäsche und verstärkt damit den Wasch-Effekt. Ob Wäschebälle aber tatsächlich besser waschen als ein Plastikball und Wasser, ist nicht gewiesen. Fakt ist aber: Die Wäsche wird sauber.

Nachteile der Waschbälle

  • Gegen hartnäckige Flecken kommen sie nicht an

  • kein wissenschaftlicher Beleg für Funktion

  • kein Duft

Vorteile der Waschbälle

  • bis zu drei Jahren verwendbar

  • stromsparend, weil auf niedrigerer Schleuderstufe und bei geringerer Temperatur gewaschen werden kann

  • sehr günstige Waschmethode

Waschmittel selbst herstellen

Alternativ zu gekauften Waschmitteln könnt ihr auch euer eigenes Waschmittel herstellen. Das geht zum Beispiel aus einer Mischung aus:

  • 20 Gramm Gallseife oder Kernseife

  • 3 Liter Wasser

  • 4 EL Waschsoda

  • 4 EL Zitronensäure

  • 5 Tropfen 100% ätherisches Öl

Zubereitung: Raspelt die Seife in eine Schüssel, gebt Waschsoda hinzu und schüttet mit einem Liter kochendem Wasser auf. Verrührt das Ganze mit einem Schneebesen, bis alle Klumpen verschwunden sind. Lasst die Masse eine Stunde abkühlen, bis sie puddingartig ist. Nun kommt ein weiterer Liter kochendes Wasser hinzu. Rührt kräftig, bis wieder eine homogene Masse entstanden ist. Nachdem die Mischung komplett abgekühlt ist und eine gelartige Konsistenz angenommen hat, kommt der dritte Liter Wasser hinzu. Zum Schluss wird die Zitronensäure untergerührt und das ätherische Öl eurer Wahl hinzugefügt. Füllt das Ganze in eine Flasche oder einen Kanister ab und schüttelt euer Waschmittel immer, bevor ihr es verwendet.

Nachteile des selbst hergestellten Waschmittels

  • Zeitaufwändig in der Herstellung

  • Konsistenz kann sich verändern. Schütteln ist notwendig

Vorteile des selbst hergestellten Waschmittels

  • Geruch nach Wunsch

  • geringe Kosten

  • Verwendbar wie herkömmliches Flüssigwaschmittel

Waschen mit Bio-Waschmitteln

Natürlich gibt es noch die Möglichkeit auf Bio-Waschmittel zurückzugreifen. Umweltschonende Waschmittel verzichten auf Rieselmitteln, Füllstoffen, Bleichmittel, Phosphate und Enzymen. Damit ihr bei der langen Inhaltsstoff-Liste nicht nur Bahnhof versteht, hilft euch die App „Codecheck“. Scannt das Produkt einfach ein und seht nach, wie bedenklich die einzelnen Inhaltsstoffe sind.

Einige Bio-Waschmittel funktionieren über das Baukastensystem. Das bedeutet, dass ihr ein Haupt-Waschmittel kauft und standardmäßig verwendet. Weitere Mittel kommen nur dann hinzu, wenn ihr sie auch wirklich benötigt, heißt, wenn die Wäsche besonders fleckig ist. So spart ihr Geld und schont die Umwelt.

Logo