"Hey, Puppe“: Fühlen sich Augsburgerinnen gleichberechtigt?

Wir haben uns gefragt, wie es um die Gleichstellung von Frau und Mann in Augsburg steht und haben Augsburgerinnen nach ihren Erfahrungen gefragt.

"Hey, Puppe“: Fühlen sich Augsburgerinnen gleichberechtigt?

Am 26.08. war der Frauen-Gleichstellungstag. Zu diesem Anlass wollten wir von Augsburgerinnen wissen, ob sie selbst schon in Situationen kamen, in denen sie aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt wurden. Und das kam dabei heraus.

Anna (14): In der Schule dürfen wir keine zu kurzen Sachen anziehen und die Jungs dürfen anziehen, was sie wollen. Das ist vor allem dann doof, wenn es mal richtig heiß draußen ist.

Nicya (14): Anmachsprüche wie „Hey Puppe“ gehen gar nicht.

Lena (21): Ich studiere Jura und hab letztens gelernt, dass das Sexualstrafrecht erst 1997 so reformiert wurde, dass Vergewaltigung in der Ehe ein Strafbestand wurde.

„Frauen wird oft weniger zugetraut.“ - Steffi (20)

Steffi (20): Frauen wird oft weniger zugetraut, zum Beispiel beim Sachen schleppen, Auto fahren, bei handwerklichen Tätigkeiten und auch in Sachen Intelligenz. Es besteht immer noch eine große Stigmatisierung und Klischee-Denken. Außerdem kann man sich nicht aufreizend kleiden, ohne anderen automatisch zu signalisieren „Ich will was“. Das ist schon eine Einschränkung. Was mir auch oft vorgeworfen wird ist, dass es Frauen allgemein leichter im Leben haben. „Du kannst dich ja hochschlafen“ oder „es ist einfacher in eine Beziehung zu kommen“, heißt es immer. Viele denken, Frauen würden alles hinterher getragen bekommen.

„Ich finde es krass, dass Frauen immer noch weniger verdienen als Männer.“ - Deborah (21)

Deborah (21): Wenn es auf dem Nachhauseweg dunkel ist, habe ich Angst. Die hätte ich bestimmt nicht, wenn ich ein Mann wäre.

Christine (56): Nein, ich hatte tatsächlich noch nie das Gefühl, benachteiligt zu werden, nur weil ich eine Frau bin. In der Schule ist es doch sogar so, dass die Mädels bevorzugt werden.

Bettina (24): Anmachsprüche kommen schon hin und wieder mal vor in einer Bar, aber das finde ich nicht unangenehm. Das genieße ich eher.

Anonym: Ich bin selbstständig, das heißt, ich bin mein eigener Chef und verdiene auf jeden Fall nicht weniger als die männlichen Kollegen. Außerdem glaube ich, ich habe eine zu große Klappe, um benachteiligt zu werden.

„Als Frau muss man überall doppelt so viel kämpfen.“ - Doris (53)

Doris (53): Als junge Frau wird man schon hin und wieder sexuell belästigt. Situationen, in denen man nicht gleichgestellt wird, passieren täglich. Ich bin alleinerziehende Mutter und habe oft das Gefühl, dass man als Frau überall doppelt so viel kämpfen muss – sei es bei den Lehrern oder bei Ärzten. Man wird einfach weniger ernst genommen. Bei uns in der Firma, beispielsweise, arbeitet neben uns Frauen ein einziger Mann und nur er hat einen Firmenwagen bekommen.

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