Toys Company – ein Lachen für Kinder, eine Chance für Erwachsene

Die Toys Company schenkt Kindern ein Lachen und Erwachsenen eine Perspektive. Wir haben uns das Projekt genauer angesehen.

Toys Company – ein Lachen für Kinder, eine Chance für Erwachsene

Ferngesteuerte Autos, liebevolle Kuscheltiere und aufwendige Kinderküchen. Die Toys Company lässt einen gedanklich in die Kindheit abtauchen und schenkt ein nostalgisches Gefühl. Doch sie ist viel mehr als ein „Spielwarenladen“. Das Projekt der Dekra sammelt in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Augsburg Stadt Spielzeug für sozial schwache Familien. Das Team besteht aus Mitarbeitern, die aus unterschiedlichen Gründen längere Zeit arbeitslos waren. Bei der Toys Company finden sie wieder eine Perspektive. Für die Projektbetreuerin Claudia Plentinger ist es eine Herzensangelegenheit. Als Mittelsperson kümmert sie sich um die Anliegen aller Mitarbeiter und zaubert unzähligen Kindern gemeinsam mit ihrem Team ein Lachen ins Gesicht.

Ein Lichtblick für die Mitarbeiter

Für die Mitarbeiter ist die Toys Company ein echter Lichtblick. Private Schicksalsschläge, gesundheitliche Komplikationen, Suchtprobleme und eine damit verbundene langjährige Arbeitslosigkeit können das Leben vom einen auf den anderen Tag aus dem Gleichgewicht bringen. Die Toys Company fängt diese Menschen auf und schenkt ihnen das, was sie am dringendsten benötigen: Halt und Struktur. Spielerisch haben sie die Möglichkeit sich in der Modellfirma, die wie ein wirtschaftliches Unternehmen agiert, aber in der kein Geld fließt, an den beruflichen Alltag gewöhnen. Jeder Mitarbeiter kann sich frei entfalten und darf der Tätigkeit nachgehen, die seiner Persönlichkeit am besten entspricht. Eigeninitiative und frische Ideen sind willkommen. Als kleinen Obolus erhalten sie eine Mehraufwandsentschädigung. Das steigert die Motivation zusätzlich. Doch entscheidend ist letztlich das Wissen etwas Gutes zu tun.

„Unsere Mitarbeiter sind dankbar und glücklich“ – Claudia Plentinger

Claudia Plentinger stellt den positiven Effekt auf jeden Einzelnen tagtäglich fest. Schnell wirken die Mitarbeiter durch ihre Aufgabe motivierter und emotional stabiler. „Unsere Mitarbeiter sind dankbar und glücklich“, sagt Claudia. Oft ist es das Selbstwertgefühl, das den Menschen nach schweren Zeiten abhanden gekommen ist. In der Toys Company fühlen sie sich wertgeschätzt. Die Vergangenheit der Menschen ist Claudia Plentinger egal. Entscheidend ist, was die Leute heute aus sich machen wollen.

Strahlende Kinder

„Wenn ein kleiner Bub die Toys Company mit seiner Mama und einer Eisenbahn unter dem Arm verlässt, rührt es einen nicht selten zu Tränen“ -Claudia Plentinger

Sozial schwache Familien haben die Möglichkeit bei der Toys Company Spielsachen für ihre Kinder zu bekommen. Das Angebot wird dankend angenommen und inzwischen freuen sich rund 800 Familien über diese Möglichkeit. Auf der anderen Seite können Privatpersonen oder Firmen Spielsachen für diesen Zweck spenden. Darunter sind Waren aus Rücksendungen, die Hersteller nicht mehr verkaufen können, aber auch Spielzeug, das im Haushalt keine Verwendung mehr findet. Die Toys Company überprüft die Gegenstände, bereitet sie auf und gibt sie gegen Nachweis der Bedürftigkeit an betroffene Familien weiter. Das sorgt für strahlende Kinder und bewegende Momente im Arbeitsalltag.

Ein Rundgang durch die Räumlichkeiten der Toys Company

Ein Blick hinter die Kulissen?

Die Warenannahme

Alles, was gespendet wird, landet zunächst in der Warenannahme. Ein Mitarbeiter überprüft beim Betreten des Raumes ein Puzzle auf Vollständigkeit. Eine Aufgabe, die Geduld benötigt. Voller Hingabe tüftelt er und möchte sicherstellen, dass ein Kind später nicht traurig ist wegen eines unvollständigen Spiels. Sein Kollege ergänzt:

„Die Arbeit ist abwechslungsreich. Es macht mir immer Spaß und ich freue mich, wenn ich Kinder glücklich machen kann.“

Das Lager

„Alles für die Kinder!“

Funktionstüchtige Spielsachen landen im Lager. Dort angekommen erwartet mich bereits eine gesellige Runde freundlicher Mitarbeiterinnen. Die Eine stopft gerade eine Matratze für ein Puppenbettchen, während ihre Kollegin einem Plüschpferd Zöpfe flechtet. Auch optisch werden die Spielsachen für den Shop aufbereitet: Lego Burgen werden zum Begutachten aufgebaut, Anleitungen ausgedruckt und Plüschtiere, auch aus hygienischen Gründen, gewaschen. Beim Verlassen des Lagers folgt mir der Nachruf einer Mitarbeiterin: „Alles für die Kinder“. In diesem Moment realisiere ich, mit welcher Hingabe das gesamte Team um die Toys Company für die Idee und den guten Zweck brennt.

Die Werkstatt

„Wenn ich sehe, wie ein Kind mit dem Auto herumfährt, das ich repariert habe, dann komm ich gerne wieder hier her und baue das nächste Teil zusammen.“

Nicht intakte Spielsachen, die noch nicht den Weg in das Lager finden, werden nicht weggeworfen. In der Werkstatt wird mit viel Fingerspitzengefühl versucht die Waren aufzubereiten. Die Löcher von aufblasbaren Wassertieren werden geflickt, Kinderstühle bunt lackiert und ferngesteuerte Autos wieder fahrtüchtig gemacht. Mit Letzterem ist ein Mitarbeiter gerade beschäftigt, als ich mich genauer in der Werkstatt umsehe. Der ehemalige Gas-Wasser-Installateur erklärt, dass er in seiner früheren Arbeit schon immer improvisieren musste und dass er sich aus diesem Grund in seiner Tätigkeit sehr wohl fühlt. Es erfüllt ihn, einer sinnvollen Beschäftigung nachzugehen. Claudia Plentinger betont, wie sehr sie der Erfinderreichtum doch immer wieder überrascht. So stellen sie sogar eigene Spielsachen her und fertigen beispielsweise aus Holzresten Schaukelbienen und Mobiles an. Ein Einsatz, der nicht nur im Sinne der Kinder, sondern auch im Interesse der Nachhaltigkeit steht.

Der Shop

„Einmal hat ein Mädchen aus Dankbarkeit ihre Süßigkeiten mit uns geteilt.“

Angekommen im Herstück der Toys Company, werden Kinderträume wahr. Liebevoll aufbereitete Spielsachen wohin das Auge reicht. „Haben Kinder den Shop erstmal betreten, wollen sie gar nicht mehr gehen“, berichtet die Dame hinter der Ladentheke. Da die Toys Company keine Gewinne erzielt, finden sich an den Spielsachen auch keine Preisschilder. Jede Kunden-Familie hat pro Monat ein gewisses Punkte-Kontingent zur Verfügung. Je hochwertiger und teurer ein Produkt, desto mehr Punkte müssen dafür eingetauscht werden. Besteht ein Überhang wie es häufig bei Plüschtieren oder Büchern der Fall ist, finden unterschiedliche Sonderaktionen statt.

Verwaltung

Auch bei Verwaltungsaufgaben ist das Team involviert, wobei die Steuerung bei der Dekra liegt. Vom Personalwesen, über die Beschaffung, bis hin zum Marketing, gibt es für jede Position den passenden Mitarbeiter. So entstand auch vor vielen Jahren das Bienen-Logo der Toys Company. Ein ehemaliger Grafikdesigner, der nach längerer Arbeitslosigkeit im Projekt neue Kraft schöpft, gestaltete das Logo mit reichlich Hingabe.

Das Logo könnte die tägliche Arbeit des Teams nicht besser beschreiben. Wie fleißige Bienchen sammeln sie Spielsachen und verteilen sie weiter. Die Toys Company freut sich auch auf Deine Spielzeug-Spende. Alles für die Kinder.

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