Titania Neusäß: Schließung aufgrund der Energiekrise?

Von Pandemie zur Energiekrise. Die Thermenbesitzer hängen in einer ständigen, ungewissen Schwebe. Können sie weiterhin geöffnet bleiben oder kommt es wieder zu einer Zwangsschließung?

Titania Neusäß: Schließung aufgrund der Energiekrise?

Ob in der Sauna oder in einem heißen Bad – ein Besuch in einer Therme garantiert Entspannung pur. Raus aus dem Alltag, ab in ein kleines Paradies und wenigstens für ein paar Stunden dem Kummer und Stress entfliehen. Doch ist dieser Luxus in den derzeitigen Krisenzeiten überhaupt noch möglich?

Gute Nachrichten aus dem Titania

Trotz steigender Energiekosten und dem aktuell unsicheren Weltgeschehen ist der Titania-Betrieb bis einschließlich Januar gesichert. In enger Zusammenarbeit mit der Stadt Neusäß, von der die Therme in der aktuellen Krisenzeit einige Zuschüsse erhalten wird, wurde ein mehrstufiger Plan zur Energieeinsparung entworfen. Als kurzfristige Maßnahmen werden unter anderem die Beckentemperaturen abgesenkt, die Duschintervalle verkürzt, die gasbetriebene Kiva-Sauna außer Betrieb genommen, sowie die Schärensauna erst ab 12.30 Uhr geöffnet. Doch auch langfristige Änderungen zur Optimierung des Energieverbrauchs sollen vorgenommen werden. Deshalb wurde durch ein renommiertes Ingenieurbüro ein Energiekonzept erstellt, bei dem verschiedene Einsparpotentiale, unter anderem durch bauliche Veränderungen, berechnet wurden. So soll beispielsweise das Außenbecken über Nacht abgedeckt werden, wodurch im Jahr bis zu 500 MWH an Strom eingespart werden können. Das entspricht dem Jahresverbrauch einer kleinen Schwimmhalle. Nur einzelne Becken abzustellen ist nicht möglich, da sie miteinander verbunden sind und auch die unterirdische Erwärmungsanlage nicht einzeln separiert ist.

Schließung: Worst-Case-Szenario

Die Folgen einer Schließung wären fatal. Eine Anfrage bei der Bundesagentur für Arbeit hat ergeben, dass sie, anders als beim pandemiebedingten Lockdown, bei einer Schließung aufgrund der Energiekrise kein Kurzarbeitergeld zur Verfügung stellen würden. Die Folge wäre ein Verlust zahlreicher qualifizierter Fachkräfte, die laut Geschäftsführer Thomas Meier ohnehin nur schwer zu finden seien. Außerdem könne man das Titania nicht ganz abstellen, denn andernfalls würde es zu Keimbildungen, maroden Mauern, sowie Schäden an der Technik kommen. Das Bad in einem Stand-By Betrieb weiterlaufen zu lassen, würde jedoch vor allem kommerziell gesehen wenig Sinn machen. Eine entsprechende Erfahrung musste bereits während der Schließungsphase in der Corona-Pandemie gemacht werden. Die Grundlastversorgung und die damit einhergehenden, nicht gerade geringen, Ausgaben bleiben, während jedoch jegliche Einnahmen durch Besucher fehlen. Diese Rechnung ist weder für die Stadt noch das Titania rentabel.

Verantwortung für die Menschen

Geschäftsführer Thomas Meier macht neben den kommerziellen und wirtschaftlichen Aspekten auch auf die Verantwortung aufmerksam, die das Titania gegenüber den Bürgern trägt. „In den heutigen Krisenzeiten brauchen die Menschen einen Ausgleich zu dem stressigen und oftmals bedrückenden Alltag“, erklärt er. Das viele Menschen dabei die Erholung in einer Therme suchen, zeige sich an den steigenden Besucherzahlen. Um den Besuchern in Zeiten der Inflation entgegenzukommen, werden die Eintrittspreise der Therme nicht steigen.

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