Gerettete Tiere kommen hier unter

Auf Gut Morhard finden die Tiere ein neues Zuhause, welche aus schlechter Haltung gerettet oder vor dem Metzger bewahrt wurden.

Gerettete Tiere kommen hier unter

Ganz im Süden von Königsbrunn, gegenüber des Planzenparadieses Wörner, liegt das Gut Morhard - ein von außen recht unscheinbar aussehendes Gehöft. Doch drinnen hat der Tierschutzverein Augsburg einen wunderbaren Ort geschaffen, an dem viele Tiere ein artgerechtes Leben führen können. Viele der Bewohner sind nämlich aus schlechter Haltung gerettet worden. Andere wiederum sind Nutztierrassen, die wegen zu geringer Wirtschaftlichkeit nicht mehr gezüchtet werden und heute vom Aussterben bedroht sind. Auch Tiere, deren natürlicher Lebensraum knapp wird, finden hier eine Zufluchtsmöglichkeit.

Sabina Gaßner und ihre Kolleginnen und Kollegen arbeiten auf dem Hof und führen uns ein wenig herum.

Zuerst laufen wir zu einem relativ neuen Stall, der hinterhalb des ursprünglichen Gutsgeländes liegt. Hier wohnen die Krainer Steinschafe, sowie die beiden Pferde Otto und Gustl.

Die Krainer Steinschafe sind eine inzwischen selten gewordene Rasse, die allerdings auf Gut Morhard ein gutes Leben führen können - denn hier wird nicht auf die Wirtschaftlichkeit eines Tieres Wert gelegt, sondern darauf, dass jedes Lebewesen das gleiche Recht auf eine anständige Unterkunft und Haltung hat. Die Schafe freut’s jedenfalls hier im Stall und auf der Weide munter und gesund ihr Schafsleben sorgenfrei zu verbringen. Ebenso glücklich, aber nicht ganz so gesund sind die zwei Nachbarn der Schafe: Otto und Gustl. Die beiden Wallache sind inzwischen nicht mehr in der Lage, als Reitpferde genutzt zu werden - somit waren auch sie nicht mehr wirtschaftlich, zumal die medizinische Behandlung für ein Pferd teuer ist, und verbringen nun ebenfalls auf Gut Morhard ihren Lebensabend. „Das Reiten refanziert die Haltung eines Pferdes“, erklärt Sabina Gaßner, „aber Otto und Gustl können das eben nicht mehr. Deswegen habe wir sie hier bei uns aufgenommen.“

Auf dem Weg zurück zum Haupthaus fällt uns ein noch leeres Gehege auf. „Hier kommt bald unser Taubenschlag hin.“, sagt Sabina Gaßner. Und der Taubenschlag ist dabei nicht das einzige, was es bald Neues gibt: Für die nähere Zukunft sind auch Fledermauskästen geplant. Außerdem eine Naturhecke, die einen natürlichen Lebensraum für viele kleine Tiere, wie Vögel oder Igel bietet. Besonders für die Igel sorgt das Gut Morhard Team gut: „Wenn wir unsere Obstbäume schneiden, legen wir die alten Äste auch immer zu der Hecke hin. Für Igel sind diese Asthäufen ganz optimal - obwohl man jetzt im Winter natürlich nicht so viel sehen kann.“

Von der Winterkälte nicht abschrecken lässt sich hingegen eine weitere vom Aussterben bedrohte Nutztierrasse: Das Augsburger Huhn. Das wirtschaftliche Huhn ist heute entweder auf das Eierlegen oder die Fleischproduktion hingezüchtet. Das ist für die Hühner natürlich nicht gesund, weswegen sie in Produktionsgefangenschaft auch nicht besonders alt werden. Eine Legehenne wird im Betrieb in der Regel etwa drei Jahre alt, wohingegen gesund gehaltene Hühner - wie auf Gut Morhard - bis zu 15 Jahre alt werden können. Das Augsburger Huhn hat jedenfalls das Glück, dass es weder für die Eier-, noch für die Fleischproduktion wirtschaftlich ist, weswegen es sein Leben nicht in entsprechenden Betrieben fristen muss - nachgezüchtet wird diese alte Nutztierrasse deswegen aber natürlich auch nicht mehr: Das Gut Morhard hilft hier.

Unweit des Hühnergeländes befindet sich ein weiterer großer Stall. Hier wohnen einige Kaninchen. Diese wurde zumeist aus Kinderzimmern gerettet. „Viele Kaninchen müssen in Kinderzimmern leben.“, bedauert Sabina Gaßner, „Dabei brauchen die Tiere viel mehr Platz! Nicht nur, um sich zu verstecken, sondern auch, um zu graben. In der Natur leben Kaninchen ja in großen Tunnelbauten, dazu genügt der Hasenstall in der Wohnung weit nicht aus. Sie sollten mal sehen, was für tiefe Gänge die Kaninchen im Freigehege schon gegraben haben!“

Für die Öffentlichkeit ist das Gut Morhard im Übrigen auch zugänglich. Regelmäßig gibt es Veranstaltungen für Klein und Groß rund um das Thema Tier- und Naturschutz, aber auch zum einfachen Besuch stehen die Türen stets offen.

Adresse: Landsberger Straße 144, Königsbrunn

Besuchszeiten: Di. bis Sa. 14.00 - 17.00

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