Das Augsburger Tierheim in Zeiten von Corona

Haustiere scheinen während der Zeit der Kontaktbeschränkungen noch beliebter geworden zu sein. Kann das Tierheim das bestätigen? Darüber haben wir mit Sabina Gaßner, der Geschäftsführerin des Augsburger Tierschutzvereins gesprochen.

Das Augsburger Tierheim in Zeiten von Corona

Im vergangenen halben Jahr mussten wir unsere Kontakte zu anderen Menschen einschränken. Zeiten, in denen sich so mancher einen vierbeinigen Freund gewünscht hat. Aber gab es tatsächlich mehr Interessenten für Haustiere? Wir haben mit Sabina Gaßner gesprochen, der Geschäftsführerin vom Tierschutzverein Augsburg, der das Tierheim Augsburg betreibt.

Welche Auswirkungen hat Corona auf die Arbeit des Tierheims bisher?

Sabina Gaßner: Davon abgesehen, dass wir viel mehr Arbeit hatten, weil wir auf viele ehrenamtliche Helfer verzichten mussten, bekamen wir sehr viele Anfragen von Menschen, die sich engagieren wollten. Die Leute hatten Zeit und wollten diese nutzen, um das zu tun, was sie vielleicht schon immer machen wollten. Leider mussten wir ihnen erklären, dass genau das gerade nicht geht.

Hat das Tierheim seit Corona mehr Tiere vermittelt als üblich? Und befürchten Sie Folgen von unüberlegten Entscheidungen für einen Tier?

Wir haben seit Corona zwar vermehrt Anfragen von Interessenten bekommen, allerdings hat das nicht dazu geführt, dass wir viel mehr Tiere vermittelt haben. Das liegt daran, dass wir Tiere nicht einfach so weggeben. Ein Tier von uns zu adoptieren ist ein längerer Prozess, bei dem wir genau schauen, ob alles passt.

Wenn Sie zurückblicken, glauben Sie das Mensch-Tier-Verhältnis hat sich in den letzten Jahren oder Jahrzehnten verändert?

Das hat sich sehr verändert. Ich arbeite jetzt seit etwa 10 Jahren hier. Leute nehmen oft unbedacht Tiere zu sich. Außerdem sehe ich den sogenannten Auslandstierschutz sehr kritisch.

Dass immer mehr Tiere unter schlimmen Transportbedingungen aus dem Ausland hergeschafft werden, macht mir große Sorgen. -Sabina Gaßner

In dem Bereich gibt es viele schwarze Schafe, die Tiere ohne gültige Papiere, über lange Transportwege hierher schaffen. Mit solchen Fällen haben wir mittlerweile sehr viel zu tun. Positiv ist aber, dass in den letzten Jahren die Debatte über Tierrechte zugenommen hat.

Was mögen Sie an Ihrer Arbeit am meisten?

Am meisten gefällt mir, dass wir immer wieder Tiere retten. Außerdem habe ich in meiner Arbeit mit vielen netten Leuten zu tun.

In meiner Arbeit sehe ich die Erfolge unmittelbar, das ist es, was ich am meisten mag. -Sabina Gaßner

Ich freue mich immer, wenn Leute, die ein Tier adoptiert haben, Fotos schicken und berichten, wie es ihnen geht. Auch wenn ich merke, dass die Bildungsangebote, die wir auf Gut Morhard haben, den Kinder Freude machen, macht mich das sehr glücklich.

Was wünschen Sie sich für die Tiere und das Tierheim?

Den Bau des neuen Katzenhauses. Der Standort des Tierheims ist sehr gut, aber eine Baugenehmigung zu bekommen ist hier besonders schwer. Corona hat uns noch weiter zurückgeworfen. Aber das Katzenhaus kommt bestimmt, denn es wird dringend gebraucht.

Das Tierheim kann nur nach voriger Terminvereinbarung besucht werden. Dafür habt ihr „eure“ Tierpflegerin für euch und die Tiere selbst sind ruhiger und entspannter.

Das Gut Morhard in Königsbrunn hat Mittwoch - Sonntag von 14 - 18 Uhr für euch geöffnet.

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