Wie schädlich sind Tattoofarben wirklich?

Schon über 100.000 Menschen haben die Petition gegen das Verbot von zwei Tattoofarben unterzeichnet. Was hat es mit dem geplanten Verbot auf sich und wie gefährlich können Tattoos für uns sein?

Wie schädlich sind Tattoofarben wirklich?

Wir sind bunt, wir sind modern, wir sind tätowiert. Fast jede*r vierte Deutsche wird heutzutage von einem oder mehreren Tattoos geschmückt. Egal, ob es sich um ein realistisches Portrait, einen Schriftzug oder um eine Kreation anderer Art handelt, die Farben und Pigmente sind das, was alle Tattoos gemeinsam haben. Keine Farben, keine Tattoos – ganz einfach.

Damit sind wir direkt bei einem Problem, mit dem sich im Moment viele Tätowierer*innen und Tattoobegeisterte konfrontiert sehen.

Tattoofarben Petition worum geht es?

Die Europäische Chemikalien Agentur (ECHA) schlägt aufgrund einer vermuteten Gesundheitsgefährdung das Verbot zweier Farbpigmente vor. Es handelt sich um die Pigmente 74160 Pigment Blue15 und 74260 Pigment Green7, die einen unumgänglichen Bestandteil der Farbpalette eines jeden Tätowierers ausmachen. Beim Tätowieren werden die Pigmente mit Hilfe der Tätowiernadel in die mittlere Hautschicht befördert. Langzeitwirkungen von Tattoopigmenten in der Haut sind bisher nur wenig erforscht und können vom Bundesamt für Risikobewertung (BfR) nicht eindeutig bewertet werden. Wird eine Farbe aber als gefährdend eingestuft, darf sie nicht weiter verwendet werden.

Ein Verbot der beiden Pigmente würde für viele Tätowierer*innen ein großes Problem darstellen, da viele Farbtöne ohne sie nicht erzeugbar wären. Die Begründung für das drohende Verbot liegt darin, dass Tattoofarben und Kosmetikfarben rechtlich in die gleiche Kategorie fallen. Im Bereich Kosmetik erwiesen sich die genannten Pigmente als problematisch, da sie eine unerwünschte Verfärbung zur Folge hatten. Es gab Berichte über eine bläulich verfärbte Kopfhaut nach dem Haarefärben, weshalb die Kosmetikverordnung für Haarfarben den Gebrauch dieser Farben nun verbietet. Für die Tattooindustrie ist dieses Problem allerdings irrelevant. Sollten die beiden Pigmente im Bereich der Tattoofarben tatsächlich verboten werden, könnte der Einsatz von Ersatzpigmenten tatsächlich zu gesundheitlichen Problemen führen. Billig produzierte Farbpigmente können häufig nicht ausreichend gereinigt werden, wodurch gesundheitsgefährdende Schwermetalle und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) enthalten bleiben können.

Sind Tattoos gefährlich?

Tattoofarben, die nachweislich gesundheitsgefährdend sind, können in der Tätowiermittel-Verordnung des BfR nachgelesen werden. Das Hauptrisiko für die Gesundheit besteht beim Stechen des Tattoos. Hierbei können Viren oder Bakterien übertragen werden, die eine Infektion auslösen können. „Dies kann bei der Verwendung von nicht sterilen Geräten zum Tätowieren oder kontaminierter Tinte vorkommen“, heißt es beim BfR. Auch Allergien oder Entzündungen können durch das Stechen von Tattoos ausgelöst werden. Mit den richtigen hygienischen Maßnahmen im Tattoostudio und einer achtsam pflegenden Nachsorge kann das gesundheitliche Risiko allerdings minimiert werden. Es wird empfohlen, bei der Wahl des Tattoostudios vorsichtig zu sein und von überstürzten oder spontanen Urlaubstattoos abzusehen.

Warum es sinnvoll ist, die Petition zu unterzeichnen

Mit dem Unterzeichnen der Petition zur Rettung der Tattoofarben können wir dafür sorgen, dass weiterhin farbenfrohe Kunstwerke entstehen können, die unsere Gesundheit möglichst wenig gefährden. Die Schlussfolgerung, dass die Pigmente für Tätowierungen ungeeignet sein könnten, weil sie es für das Färben von Haaren sind, ist laut Dermatologen und Tätowierern fehlerbehaftet. Viel gesundheitsschädlicher wäre die Verwendung von legalen Ersatzpigmenten, die sich noch nicht auf dem Prüfspektrum des BfR befinden.

Rette die Tattoofarben und unterschreibe hier und jetzt die Petition!

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