Tang Soo D0 ist wie Karate, nur ganz anders

Tang Soo Do ist mehr als nur eine Kampfkunst. Max Arnold berichtet im Interview von seinem Sport und der Erfüllung eines Traumes.

Tang Soo D0 ist wie Karate, nur ganz anders

Statistisch gesehen ist Augsburg die zweitsicherste Stadt in der Bundesrepublik. Wenn wir uns nachts auf den Weg nach Hause machen, ist wohl unsere größte Angst, vor der Lieblingskneipe eine unerwünschte Begegnung mit einer*m Verflossenen zu haben. Du wirst mir zustimmen, dass es Schlimmeres gäbe. Basierend auf diesen statistischen Daten lässt sich vermuten, dass Augsburgs Kampfsportler und -künstler ihre bevorzugte Kampfsportart als reines Hobby und nicht als sicherheitstechnische Notwendigkeit betrachten.

Wer an Kampfsport interessiert ist, kann sich in unserer schönen Stadt richtig austoben. Es gibt Gyms, wie das Ultimate Gym oder das Champion Gym, in direkter Nähe zur Innenstadt, und dann gibt es in Bobingen das Jade Kampfkunst Dojang. Der 24 jährige Schwarzgurt, Max Arnold, betreibt seit drei Jahren die Kampfkunstschule für Tang Soo Do.

Was es mit diesem exotisch-klingenden Sport auf sich hat, erzählt er im Interview.

Max, was erwartet jemanden, der noch nie mit Tang Soo Do in Berührung gekommen ist?

„Zunächst einmal erwartet einen die Erkenntnis, dass Kampfkunst und ins Besondere Tang Soo Do nicht nur körperliche Ertüchtigung ist, sondern auch eine starke intellektuelle Komponente hat. Das heißt, neben den klassischen Schlag- und Tritttechniken, Hebeln und Würfen, sowie choreographierten Bewegungsabläufen – wir nennen das Form oder Hyung – lernen Schüler*innen im Tang Soo Do Exzellenz. Exzellenz ist die Geisteshaltung, dass es möglich ist, sich immer ein Stückchen zu verbessern und nicht stehen zu bleiben. Es bedeutet ein Streben nach Perfektion, trotz des Wissens nie perfekt sein zu können.”

Was ist das Besondere an Tang Soo Do?

„Besonders an Tang Soo Do sind die Anschlussmöglichkeiten. Durch seinen Ursprung in Korea hat es viele Einflüsse aus Okinawa (Karate) und China (Qi Gong). So kann ich meine Bewegungen und Techniken durch ruhige Atemübungen schrittweise verfeinern und meinen Körper mit Übungen an Schlagkissen an Schlag- und Tritttechniken gewöhnen. Später gibt es im Tang Soo Do auch Waffenübungen, beispielsweise mit einem Langstock, Messer oder Schwert.”

Was lernst du beim Tang Soo Do fürs Leben?

„Die oben angesprochene Exzellenz ist ein Punkt. Eltern erzählen mir immer wieder, dass sich ihre Kinder durch Tang Soo Do besser konzentrieren können, selbstbewusster auftreten oder auch nur gerade stehen können. Aber ich habe auch erwachsene Schüler*innen, die nach Sinn und Wertschätzung suchen und auch das in der Kampfkunst finden. Das Wichtigste sind Grundtugenden wie Höflichkeit und Respekt, die im Training einen hohen Stellenwert haben.“

Wieso bzw. wann hast du dich dafür entschieden, ein eigenes Studio aufzumachen?

„Jede*r Schwarzgurt träumt von seinem/ihrem eigenen Studio, aber die Meisten gehen diesen Traum nie konkret an. Wenngleich alle den gleichen Stil des Tang Soo Do unterrichten, hat jedes Studio seine eigenen Regeln, eine leicht abgewandelte Art zu lehren und hier wollte ich selbst meinen eigenen Stil finden. Der Fachwechsel während meines Studiums hin zu den Bildungswissenschaften hat dann den letztendlichen Ausschlag gegeben. Daraufhin habe ich, nach gründlicher Vorbereitung, mein eigenes Studio in Bobingen eröffnet. Zunächst gab es bloß Kurse für Kinder, später dann auch für Jugendliche und Erwachsene. Mittlerweile können wir für jede*n ab fünf Jahren Unterricht anbieten.”

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