Wenn man als Student zu viel Druck hat

Wahrscheinlich hat jeder von euch Studenten schon den Punkt gehabt, in dem er maßlos überfordert mit seinem Studium war. Ich auch. Doch man sollte sich selbst nicht zu viel Stress machen - ich spreche aus Erfahrung.

Wenn man als Student zu viel Druck hat

Vier von zehn Studenten leiden unter stressbedingter Erschöpfung, ein Viertel klagt über zu hohen Druck. Ein Fünftel leidet gar unter einer diagnostizierten psychischen Störung - dazu gehören Depressionen und Anpassungs- und Belastungsstörungen oder sogar Angsterkrankungen. Das sind Fakten von der Süddeutschen Zeitung.

Wenn ich an mein erstes Semester zurück denke, dann denke ich sofort daran, dass ich mir wahnsinnigen Druck gemacht habe, alles direkt hinbekommen zu müssen. Doch ich war ziemlich überfordert, wusste nicht recht, welche Kurse ich belegen soll, wie ich richtig für die Prüfungen lerne und wo ich überhaupt irgendwelche Räume finde. Ich wollte alles richtig machen, vor allem wollte ich alle Prüfungen bestehen - und das am besten mit einer super Note. Fazit: Ich hatte jetzt schon einige Momente, in denen ich heulend auf dem Sofa saß und nicht wusste, ob ich mein Studium schaffe. Sehr zum Leidwesen von meinem Freund, der jedoch immer wieder versucht mich zu beruhigen.

Wahrscheinlich hat jeder von euch Studenten schon den Punkt gehabt, in dem er maßlos überfordert mit seinem Studium war. Ich auch. Ich hatte Angst nicht rechtzeitig fertig zu werden, meine Kurse immer weiter nach hinten schieben zu müssen und keine guten Noten zu bekommen. Das mit dem „rechtzeitig fertig zu werden“ ist mittlerweile übrigens kein Problem mehr: Regelstudienzeit sind zwar sechs Semester, aber Zeit hätte ich bis zum zehnten Semester. (Doch wer möchte so lange studieren? - Ich definitiv nicht.) Und wie auch andere Studenten, habe auch ich ein Fach, womit ich einfach nicht klar komme. Ich komme jetzt ins vierte Semester und belege mittlerweile zum dritten Mal einen Kurs. Da ich allerdings so Angst vor dieser Prüfung hatte, habe ich sie jetzt im dritten Semester zum ersten Mal geschrieben. Das heißt im Klartext: Ich hänge in diesem Kurs extrem hinterher, traurig aber wahr. Den Druck, den ich mir selbst immer gemacht habe, der kam übrigens nicht von außen. Also nicht von Freunden oder der Familie - sondern ganz alleine von mir selbst. Ich habe mich zunehmend mit meinen „Mitstreitern“ verglichen, dachte, alle wären weiter und besser als ich - das führte zu noch mehr Druck und Stress.

Doch auch das ist kein Grund sein Studium an den Nagel zu hängen - es gibt, wie man weiß, in jedem Bereich etwas, was man nicht auf Anhieb hinbekommt. Das ist zwar schade, aber auch kein Weltuntergang. Was ich bisher gelernt habe, ist, dass es nichts bringt, sich zu sehr unter Druck zu setzen - denn das geht nach hinten los und fördert Blackouts und Versagensangst. Man sollte immer versuchen, sich etwas zuzumuten aber auch ausreichend Zeit einzuplanen um zu lernen - vor allem in der Prüfungsphase - aber auch während der Vorlesungszeit. Letztes Semester habe ich so viele Kurse besucht und gleichzeitig noch ein Praktikum begonnen. Fazit: Ich konnte nur wenige Prüfungen mitschreiben und musste welche auf das nächste Semester vertagen, da ich einfach zu wenig Zeit zum lernen hatte. Aber auch daraus habe ich gelernt - lieber belege ich nicht so viele Kurse, dafür bin ich aber voll dabei. Das heißt beim Besuch der Seminare, beim Zusammenfassen der Vorlesungen und auch beim Lernen auf die Prüfungen.

Wenn es euch auch manchmal so ergeht wie mir, dass ihr unter zu hohem Stress leidet, dann versucht euch nicht zu sehr hineinzusteigern. Wenn ihr eine Prüfung nicht schafft (auch zum wiederholten Male) oder ihr Prüfungen auf das nächste oder übernächste Semester schieben müsst, dann ist nicht Hopfen und Malz verloren. Gebt einfach im nächsten Semester wieder euer Bestes.

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