Warum es nicht schlimm ist den Studiengang zu wechseln

Viele Studenten unter euch kennen sicherlich das Problem, dass ihr nicht glücklich seid mit dem, was ihr studiert. Warum ihr keine Angst davor haben müsst den Studiengang zu wechseln, zeigen wir euch hier.

Warum es nicht schlimm ist den Studiengang zu wechseln

Viele Studenten kennen das Problem: Man ist frisch mit dem Abitur fertig und freut sich endlich studieren zu können. Natürlich hat man sich während der Schulzeit mit Studiengängen beschäftigt und sich mit Themen auseinandergesetzt, bei denen man denkt, sie könnten einem auf Dauer gefallen. Mir selbst ging es genauso. Ich wusste schon drei Jahre zuvor, dass ich Anwältin werden möchte. Das bedeutete, ich würde Jura studieren, komme was wolle. Ich schrieb mich für Rechtswissenschaften an der Universität Augsburg ein. Jetzt beginnt wieder die Prüfungsphase, doch anstatt mich mit Paragraphen und Gesetzestexten zu beschäftigen, lerne ich Syntax und linguistische Textanalyse. Denn ich habe meinen Studiengang gewechselt.

Ich weiß noch, wie ich vor dieser Hürde stand. Ich wusste meine Familie war stolz auf mich, denn ihre Tochter studierte Jura. Doch in diesem ersten Semester wurde mir klar, dass ich mit dieser Richtung, die ich eingeschlagen hatte, nicht glücklich werden würde. Ich hatte tolle Freunde gefunden und dachte, ich wäre ein Loser, wenn ich ausgerechnet zu Germanistik wechseln würde, so oberflächlich das auch klingen mag.

Ich liebte schon in der Schule die deutsche Sprache, mochte es zu lesen und vor allem zu schreiben. Doch mein eigentliches Problem bestand darin, dass ich Angst hatte, was die Menschen in meinem Umfeld darüber denken würden, nicht, dass ich gar nicht genau wusste, was ich später damit machen wollte. Aber: ich tat es. Ich meldete mich ab und wechselte zu Germanistik mit Nebenfach Geschichte und jetzt kann ich sagen: Es war die richtige Entscheidung.

Natürlich erzählte ich es auch meinen Eltern, doch all’ die Szenarien, die sich in meinem Kopf abgespielt hatten, die traten nicht ein. Sie sind nach wie vor stolz auf mich, Hauptsache ich mache das, was mir Spaß bringt. Und ehrlich gesagt, auch wenn viele Juristen jetzt den Kopf schütteln würden, Germanistik ist nicht weniger schlecht wie Jura und Medizin ist nicht besser als Geographie. Wir müssen uns für das entscheiden, was wir machen wollen und herausfinden, in welcher Branche wir später Fuß fassen möchten - genau darauf kommt es an. Ich kann kreativ sein, ich kann schreiben, lesen und mich mit Literatur auseinandersetzen - und muss keine Schemata auswendig lernen und mich mit Rechtssprechungen beschäftigen. Aber wenn das welche machen und es ihnen Spaß bringt, dann Hut ab, das ist sehr viel Arbeit.

Ich bemerkte es schon im ersten Semester, dass das, was ich studierte, nicht das Richtige für mich war. Viele andere bemerken es jedoch erst einige Semester später, doch auch das ist nicht schlimm! Selbst wenn man nach ein paar Jahren etwas anderes machen möchte, heißt das nicht, dass man alles in den Sand gesetzt hat. Erfahrungen sammeln ist wichtig und selbst mit Ende zwanzig ist man doch nicht zu alt um in einen Beruf einzusteigen - ganz im Gegenteil. Man ist nicht mehr so grün hinter den Ohren und wird ernster genommen.

Manchmal, da müssen wir uns erstmal richtig kennenlernen und herausfinden, was wir genau wollen. Und da ist es ganz natürlich, wenn man mal einen anderen Weg einschlägt. Niemand kann von einem verlangen, direkt aus der Schule zu kommen und zu wissen, was er für den Rest seines Lebens machen möchte. Ab und zu, da nervt es mich, wenn ich immer wieder erklären muss, was man mit meinem Studienfach alles machen kann. Bei Jura wussten alle gleich Bescheid und ich erntete nur bewundernde Blicke. Aber auch damit komme ich klar, dann erzähle ich den Leuten halt, was genau ich machen möchte, denn heute weiß ich es. Ich habe meinen Weg gefunden.

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