Bib nein, Präsenzprüfungen ja: Stimmung unter Studierenden

Universität und Hochschule Augsburg haben ihre Bibliotheken seit Beginn des zweiten Lockdowns geschlossen. Das macht das Studieren nicht unbedingt leichter. Wir haben Studierende gefragt, wie es ihnen mit der aktuellen Situation geht.

Bib nein, Präsenzprüfungen ja: Stimmung unter Studierenden

Der Bildungssektor leidet stark unter Corona, so auch Uni und Hochschulen. Seit Anfang der Pandemie sind Seminare, Vorlesungen und Übungen weitestgehend in die virtuelle Welt verlegt worden. Die Mensen sind leer geblieben und die Bibliotheken haben ihren Betrieb stark eingeschränkt. Aktuell finden Präsenzprüfungen mit FFP2-Maske statt. Umstände, die viele Studierenden zu schaffen machen.

Click & Collect in der Bibliothek

An Bücher aus der Uni-Bibliothek kamen bislang nur Studierende, die dabei waren, ihre Abschlussarbeit zu schreiben oder kurz vor einem Examen standen. Per Post wurden die Bücher nach Bestellung an die Studierenden verschickt. Kosten für den Rückversand mussten selbst übernommen werden. Regeln, die das Studieren derzeit stark beeinträchtigen.

Ab 25. Januar: Bücher können nach Bestellung in der Bibliothek abholt werden.

Doch es ist Besserung in Sicht: Ab 25. Januar soll „Click & Collect“ auch in Bibliotheken möglich sein. Das heißt, Studierende können dann Bücher aus dem Magazin und aus den Lehrbuchsammlungen bestellen und diese in der Bibliothek abholen. Dieses Angebot können wieder alle Studierende nutzen. Ähnlich läuft es an der Hochschule Augsburg ab. Per Mail schicken Studierende Titel, Signatur und den gewünschten Abholzeitpunkt per Mail an die Hochschulbibliothek. Die Rückgabe erfolgt hier einfach und kontaktlos per Einwurf in einen Automaten.

Studierende fordern mehr digitalen Buchbestand

Nichtsdestotrotz fühlen sich Studierende durch die Bibliotheksschließungen beeinträchtigt. Viele wichtige Bücher sind Teil des Präsenzbestands und derzeit noch nicht ausleihbar. Während die Universität daran arbeitet die Ausleihe auch für diese Buchgruppe zu ermöglichen, fordern Studierende mehr digitale Versionen von wichtigen Büchern. „Viele wichtige Bücher sind noch nicht digital verfügbar“, erzählt uns Emilie, deshalb würde sie die Bib-Schließung überhaupt erst beeinträchtigen.

Unmut durch Präsenzprüfungen

Ein weiteres Thema, dass derzeit für Aufruhr sorgt, sind die Präsenzprüfungen – während Präsenzveranstaltungen lange nicht mehr stattfinden. Für die Prüfungen hat die Hochschule große Zelte aufgestellt. Die Universität mietet für Prüfungen Räumlichkeiten in der Messe Augsburg an, um Abstände einhalten zu können. Trotz der Hygienevorschriften, Abstände, Belüftung und dergleichen, haben viele Studierende Sorge, sich anzustecken.

Studierende fühlen sich ungerecht behandelt.

„Richtig bedenklich, dass der Einzelhandel komplett zu macht und die Uni nicht mit der Wimper zuckt und Präsenzprüfungen mit teilweise über 90 Studis durchführt“, meint Marie. Auch die Pflicht eine FFP2-Maske während der Prüfung zu verwenden, sorgt für Aufregung: „Wer denken muss, braucht Sauerstoff. Unter der FFP2-Maske bekomme ich davon sicher nicht genug“, befürchtet Patrick. „Ich habe keine Lust, wegen der Maske eine schlechtere Note zu bekommen“.

Die Studierenden haben zwei harte Semester hinter sich, das wird in diesen Tagen deutlich. „Es wird immer schwieriger, nicht komplett deprimiert zu sein und mit dem Lernpensum zurechtzukommen“, schrieb uns Marie. Bleibt zu hoffen, dass der Betrieb an Hochschule und Universität bald wieder zur Normalität zurückfinden kann. Wir wünschen allen Studierenden sowie allen SchülerInnen gutes Durchhaltevermögen und viel Glück bei den kommenden Prüfungen.

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