Die ehemalige Augsburger Studentin Stefanie Langhans hat in ihrem Studenten- und Arbeitsleben schon einige Stationen im Ausland durchlaufen. Ihr Weg begann 2013 mit einem fünfmonatigen Auslandssemester in Chile im Rahmen des Studiengangs Global Business Management an der Universität Augsburg. Für den Austausch beworben hat sich Steffi über das Akademische Auslandsamt und über den Deutschen Akademischen Austauschdienst [ DAAD ] erhielt sie zusätzlich ein Stipendium.
Der nächste Halt war Indonesien. Dort unterstützte die Wirtschaftswissenschaftlerin 2014 als Global Volunteer acht Wochen lang ein soziales Projekt einer NGO. Das Praktikum fand sie über die internationale Austausch- und Studentenorganisation AIESEC, die an der Uni Augsburg als Initiative freiwilliger studentischer Mitglieder vertreten ist. Es folgte 2015 ein einjähriges Masterstudium an der Universität Lund in Schweden. Auch für den ersten Job nach Abschluss des Studiums hielt es die Augsburgerin im Ausland und sie trat 2016 eine Stelle als MarketingControllerin bei L’Oréal in Kopenhagen an.
„Arbeiten im Ausland habe ich als eine unglaublich positive und bereichernde Erfahrung erlebt. Durch die Zusammenarbeit in einem interkulturellen Team lernte ich andere Arbeitskulturen kennen und konnte so wertvolle Eindrücke sammeln. Vieles läuft im Ausland anders ab, einiges davon funktioniert super, manch anderes wiederum funktioniert bei uns in Deutschland besser. Ich lernte Dinge mehr zu hinterfragen und auch die eigene Kultur stärker wertzuschätzen“, erzählt Steffi.
Für alle, die sich für ein Studium oder einen Job im Ausland interessieren, hat Steffi praktische Tipps parat, wie sich die Planung und das Leben im Ausland gut bestreiten lassen.
Tipp 1: Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete
Infoveranstaltungen und Erfahrungsberichte
Es ist wichtig, sich vorher gründlich zu informieren. Nutzt dafür die Angebote Eurer Uni! Das Akademische Auslandsamt in Augsburg bietet zahlreiche Infoveranstaltungen an. Und auch Erfahrungsberichte von Studierenden, die bereits im Ausland waren, helfen bei der Orientierung. Beim Akademischen Auslandsamt sind solche Berichte online abrufbar und oftmals stehen die Verfasser auch für Fragen zur Verfügung.
Sprachkurse
Ein guter Tipp ist auch, sich bereits vor dem Start ins Ausland mit der dortigen Landessprache zu beschäftigen. An der Uni oder Volkshochschule werden zahlreiche Sprachkurse angeboten und ein paar Grundkenntnisse helfen Euch sicher bei Eurer Ankunft – zum leichteren Zurechtfinden und um Sympathie-Punkte bei den Einheimischen zu gewinnen.
Firmeninterne Kontakte nutzen
Wenn es darum geht einen Job im Ausland zu finden, könnt Ihr Euch zuerst bei Eurem aktuellen Arbeitgeber umhören. Die meisten Unternehmen sind heutzutage international tätig und haben Niederlassungen im Ausland. Bei einem betriebsinternen Wechsel ins Ausland ist Unterstützung aus erster Hand gegeben und zudem fällt der Kulturschock nicht ganz so groß aus. Andernfalls ist zu empfehlen, sich auf Homepages internationaler Firmen nach deren Niederlassungen und den dortigen Jobangeboten umzusehen. Der Vorteil an solchen Unternehmen ist zudem, dass deren Arbeitssprache meist Englisch ist.
Wenn Ihr die Zusage für einen Job im Ausland erhalten habt, erkundigt Euch direkt bei Eurem zukünftigen Arbeitgeber, ob dieser Euch bei den Vorbereitungen und der Wohnungssuche unterstützen kann.
Tipp 2: Social Media nutzen
Wohnungssuche online
Eine der größten Herausforderungen beim Umzug ins Ausland ist die Wohnungssuche. Wenn Euch dabei Euer zukünftiger Arbeitgeber nicht unterstützen kann, könnt Ihr dafür lokale Wohnungsbörsen oder auch soziale Netzwerke wie Facebook nutzen. Dort findet Ihr viele Gruppen, in denen Privatpersonen Wohnungen oder WG-Zimmer anbieten oder Nachmieter suchen.
Erste Anlaufstellen ausfindig machen
Auch um Eure Fragen rund um das Thema Auslandsvorbereitung und Leben in dem jeweiligen Land zu klären, sind soziale Netzwerke eine hilfreiche Anlaufstelle. Ihr könnt Facebook-Gruppen, wie zum Beispiel „Expats in …“, schon vor der Abreise beitreten, um mit Leuten vor Ort ins Gespräch zu kommen. So könnt Ihr Ansprechpartner für Eure Fragen finden und erste Kontakte knüpfen. Nutzt aber auch gern Eure privaten Netzwerke, nach dem Motto „Kennt jemand jemanden, der jemand kennt …“.
Tipp 3: Netzwerken vor Ort
Im Ausland angekommen ist es eine super Idee eine Sprachschule zu besuchen, um Land und Leute kennenzulernen. Ihr trefft dort auf Gleichgesinnte, die in denselben Situationen – nämlich neu in dem Land – sind und oft vor denselben Herausforderungen stehen. So könnt Ihr euch gut austauschen. Außerdem gibt es zusätzliche Angebote der Sprachschulen wie Kochkurse, die es erleichtern, Kontakte zu knüpfen.
Und sucht Euch ein Hobby vor Ort! Gestaltet Eure Freizeit im Ausland genauso, wie Ihr in Deutschland auch lebt. Durch gemeinsame Interessen findet Ihr schnell Freunde.
Tipp 4: Mutig sein
Seid mutig, Ihr könnt nur gewinnen! Zwar ist der Schritt aus der Komfortzone nicht immer leicht, aber ein Blick über den Tellerrand lohnt sich in jedem Fall. Ihr sammelt neue Eindrücke, lernt neue Länder kennen und trefft auf Menschen, mit denen Ihr zuhause sonst nie in Kontakt gekommen wärt. Diese Erfahrungen lassen Euch persönlich wachsen und werden Euch in Eurem weiteren [ auch beruflichen ] Lebensweg sicher von Vorteil sein!
Du studierst an der Uni Augsburg und möchtest ins Ausland?
Informationen über die vielfältigen Möglichkeiten für ein Studium, ein Praktikum, Sprachkurse und Förderungsmöglichkeiten sowie Erfahrungsberichte beim Akademischen Auslandsamt unter www.aaa.uni-augsburg.de.
Mehr über das DAAD und die Organisation AIESEC gibt es auf deren Homepages unter www.daad.de und www.aiesec.de.