Was tun gegen Unzufriedenheit?

Ein ständiger Begleiter des Lebens ist die Unzufriedenheit. Aber woher kommt das Gefühl und wie wird man es wieder los? Wir haben nachgeforscht.

Was tun gegen Unzufriedenheit?

Bestimmt waren einige von euch schon in dieser Situation: Das Leben läuft gut. Der Job passt oder das Studium ist bisher ein voller Erfolg. Privat ist auch alles okay. Es gibt keine Probleme, die einem Kopfzerbrechen bereiten. Klar, könnte die derzeitige Situation besser sein, aber könnte es das nicht immer? Trotz alledem verfolgt euch ein Gefühl, das euch nicht loslässt – und zwar Unzufriedenheit. Aber warum, wenn doch alles gut läuft?

Die Gründe

Unzufriedenheit kann mehrere Gründe haben. Einer davon ist das Vergleichen mit anderen Personen. Wir verspüren Neid, Frust und oftmals haben wir zu hohe Erwartungen an uns selbst. Durch die sozialen Medien werden diese Gefühle verstärkt: Auf Instagram und Co. sehen wir täglich Personen, die augenscheinlich ein perfektes Leben führen. Sie haben Geld, eine eigene glückliche Familie und sind dazu noch bildschön. All das ist aber oft nur Fassade. Wie die Wirklichkeit dieser Personen aussieht, werden wir wohl nie erfahren. Warum sollten sie auch Fotos oder Videos veröffentlichen, wenn beispielsweise gerade ein großer Streit ausbricht oder die Frisur gar nicht sitzt?

Ein anderer Grund ist, dass das eigene Leben vielleicht doch nicht so läuft, wie gewünscht. Vielleicht redet ihr euch ein, dass alles passt, obwohl es eben nicht der Fall ist. Das kann einerseits Bequemlichkeit sein oder das Bedürfnis, auf sicherem Boden zu stehen. Ein gutes Beispiel ist der Job: Die Arbeitszeiten sind top, das Gehalt ist ausreichend und die KollegInnen sind nett. Das alles bedeutet aber nicht, dass euch die Arbeit erfüllt. Stellt euch die Frage, ob das wirklich das ist, was ihr machen wollt. Ist das der Beruf, von dem ihr geträumt habt? Diese Vorgehensweise kann bei mehreren Bereichen des Lebens angewendet werden und vielleicht wisst ihr dann, warum ihr unzufrieden seid.

Ursache finden und bekämpfen

Wie bei Krankheiten, gilt auch hier, erst die Ursache zu finden, bevor Unzufriedenheit bekämpft werden kann. Nur so könnt ihr das Problem „am Schopf packen“. Natürlich helfen in dem Fall meist keine Medikamente, außer es handelt sich um ein anhaltendes Gefühl. Wenn dem so ist, solltet ihr in Betracht ziehen, professionelle Hilfe zu suchen. In Augsburg und Umgebung gibt es diverse Hilfsangebote. Außerdem gibt es die Telefonseelsorge, die rund um die Uhr per Telefon oder Mail für euch erreichbar ist. Hier sind einige nützliche Telefonnummern:

  • Selbsthilfegruppe Angst und Depressionen, Augsburg

    Telefon: 0821/45019311

  • Staatliche Schulberatungsstelle Schwaben

    Telefon: 0821/509160

  • Katholische Jugendfürsorge (KJF)

    Telefon: 0821/4554100

  • Nummer gegen Kummer

    Telefon: 116111

  • Telefonseelsorge

    Telefon: 0800/1110111 oder 0800/1110222

Mittel gegen Unzufriedenheit

Was ihr selber dagegen tun könnt: Dankbar sein. Klingt vielleicht banal, aber Studien belegen, dass Dankbarkeit sich positiv auf die eigenen Gefühle, die Denk- und Lebensweise auswirkt. Es hilft bei der Produktion von Dopamin und Serotonin, die allgemein als „Glückshormone“ bekannt sind. Außerdem kann keiner zugleich dankbar und frustriert sein.

Wie der Spiegel berichtete, untersuchten die Wissenschaftler im Jahre 2003 Dankbarkeit und gehörten damit zu den ersten Forschern auf diesem Gebiet. Die Probanden wurden in drei Gruppen eingeteilt: Eine Gruppe sollte in einem Tagebuch notieren, wofür sie dankbar sind. Die zweite sollte aufschreiben, was schlecht gelaufen ist und die dritte berichtete neutral über die Ereignisse. Nach zehn Wochen wurden die Ergebnisse verglichen. Es stellte sich heraus, dass die erste Versuchsgruppe deutlich mehr Optimismus aufwies. Sie verspürten mehr Lebensfreude, hatten mehr Energie und auch körperliche Schmerzen hatten sich reduziert. Viele Psychologen gehen mittlerweile davon aus, dass Dankbarkeit bei der Prävention von Angst- und Panikerkrankungen sowie Depressionen hilft.

Weitere Forschungen haben ergeben, dass sich Dankbarkeit sowohl auf das psychische, als auch auf das physische Wohlbefinden positiv auswirken kann. Das sogenannte Dankbarkeitstagebuch, in dem die Gründe für die Dankbarkeit aufgeschrieben werden, soll dabei eine wesentliche Rolle spielen. Wenn ihr also unzufrieden seid, wäre es nur von Vorteil, sich zu notieren, wofür ihr dankbar seid. Das könnten die einfachsten Dinge sein, wie beispielsweise, dass ihr heute richtig Lachen musstet oder, dass ihr froh seid, gewisse Menschen zu kennen.

Darüber hinaus solltet ihr stets den Mut zu Veränderungen haben. Es ist okay, die eigene Lebensweise noch einmal komplett zu überdenken und sich eventuell umzuorientieren. Es ist nie zu spät, etwas Neues anzufangen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und wünscht sich eine Routine in einer sicheren Umgebung. Wenn es euch aber glücklich macht, solltet ihr aus diesem Alltag ausbrechen. Negative Gefühle, wie Frust, Angst und vor allem Unzufriedenheit, machen das Leben nur unnötig schwer. Traut euch und ihr werdet es nicht bereuen.

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