Zwar verfügt Augsburg über zahlreiche Veranstaltungsorte, doch diese sind in ihrer Kapazität meist eher klein. Eine Location für mehr als 1.000 Zuschauer fehlt bislang. Laut CuKK führt das dazu, dass Musikfans für größere Konzerte häufig in umliegende Städte ausweichen müssen. Um Augsburg als Kulturstandort attraktiver zu machen, sei eine größere Spielstätte dringend notwendig.
Gaswerk als möglicher Standort
Bereits im vergangenen Jahr wurde eine neue Veranstaltungslocation auf dem Gaswerkgelände ins Gespräch gebracht. Die Stadtwerke Augsburg prüften daraufhin die Machbarkeit und kamen zu dem Ergebnis, dass ein Zeltdach auf dem Großen Teleskopgasbehälter realisierbar sei. Die Augsburger Allgemeine berichtete, dass auch Oberbürgermeisterin Eva Weber zuvor signalisiert habe, auf den Wunsch der Veranstalterszene nach einem Raum für Konzerte mit über 1.000 Besuchern reagieren zu wollen.
Unterstützung durch die Club- und Kulturkommission
Nun meldet sich auch die CuKK offiziell zu Wort. In ihrer Stellungnahme betont sie, dass ein solches Angebot in Augsburg seit Langem fehle und man diese Forderung kontinuierlich gegenüber Politik und Verwaltung vertreten habe. Die am Gaswerk angedachte Mischnutzung aus Kultur und Sport wird ausdrücklich begrüßt, ebenso die Zeltdachlösung, die man als „smarte Option“ bezeichnet. Niedrige Produktionskosten vor Ort könnten es lokalen Veranstaltern erleichtern, attraktive Acts nach Augsburg zu holen.
Nachwuchsförderung braucht Perspektiven
Augsburg verfüge über eine lebendige Szene, starke Spielstätten und eine hervorragende Nachwuchsförderung, so die CuKK. Allerdings verliere man viele Künstler auf ihrem Weg nach oben, da es an mittleren und größeren Bühnen fehle. Eine neue Location am Gaswerk könnte helfen, auch „die Stars von morgen“ länger in Augsburg zu halten und ihnen ein weiteres Karrieresprungbrett zu bieten. Sebastian Karner, Vorstand der CuKK, bringt es deutlich auf den Punkt: „Derzeit sind wir als Standort im Konzertbereich schlicht drittklassig. Diese Infrastruktur zu schaffen, ist überfällig und entscheidend für die Zukunft unserer Kulturszene.“
Viele offene Fragen
Trotz der grundsätzlichen Zustimmung weist die CuKK darauf hin, dass die aktuelle Faktenlage noch zu dünn sei, um eine abschließende Bewertung vorzunehmen. Weder zur Betreiberstruktur noch zu Kosten, Finanzierung, Zeitplan oder zur konkreten politischen Unterstützung im Stadtrat gebe es belastbare Informationen. Kritisch sieht die Kommission zudem, dass das Thema aufgrund seiner Bedeutung für die Livemusik- und Veranstaltungsszene nicht für den anstehenden Wahlkampf instrumentalisiert werden dürfe.
Transparenz und realistischer Fahrplan gefordert
Klar sei, dass große Herausforderungen im Planungsprozess bevorstünden. Damit das Projekt nicht in Ankündigungen, Machbarkeitsstudien und Visualisierungen verpuffe, brauche es konsequente Problemlösungen und eine zügige Umsetzung guter Ideen. „Genau deshalb braucht es jetzt Transparenz, Verbindlichkeit und einen realistischen Fahrplan, bevor politische Erwartungen geweckt werden, die später nicht erfüllt werden können“, heißt es in dem Schreiben.
Ungenutztes Potenzial des Gaswerks
Trotz erheblicher Fortschritte auf dem Gaswerkareal sieht die CuKK weiterhin großes ungenutztes Potenzial. Vor allem bei der grundlegenden Infrastruktur bestehe noch erheblicher Nachholbedarf, insbesondere bei technischen und logistischen Voraussetzungen, die für professionelle Veranstaltungen unverzichtbar sind. Das erschwere eine wirtschaftliche Nutzung und verhindere eine häufigere und vielfältigere Bespielung des Geländes. Eine große Spielstätte könne daher ein zentraler Baustein sein, um die infrastrukturelle Basis zu schaffen und die Entwicklung des Areals nachhaltig zu beschleunigen.
Konkrete Vorschläge für ein faires Modell
Abschließend macht die CuKK konkrete Vorschläge: Einnahmen aus Gastronomie, Garderobe und Merchandising sollen den lokalen Veranstaltern zugutekommen. Zudem brauche es im Wettbewerb um Künstler einen „kreativen und mutigen Augsburger Weg“, um faire Gagen für Liveacts sowie eine angemessene Bezahlung von Angestellten und Dienstleistern zu sichern. Gleichzeitig könnten so die stetig steigenden Ticketpreise gedämpft werden. Zusammengefasst plädiert die CuKK für ein gemeinsames Betreiberkonsortium aus Gaswerk, Stadt und privaten Investoren – ein Modell, das sich im Sportstättenbau bereits vielfach bewährt habe und auch am Gaswerk für Fairness, Stabilität und Planungssicherheit sorgen könnte.