„Du, Schlampe“: Hört auf Frauen wegen ihres Outfits zu verurteilen!

Knappe Kleidung ist keine Einladung – für gar nichts! Ein Kommentar zum Internationalen Frauentag 2021.

„Du, Schlampe“: Hört auf Frauen wegen ihres Outfits zu verurteilen!

Frauen, die kurze Kleidchen und tiefe Ausschnitte tragen, werden schnell als leicht zu haben bezeichnet. Als billig, als nuttig.

„So was tragen doch nur Schlampen.“

Wieso kann sich eine Frau nicht kleiden, wie sie will, ohne dafür gleich Hate zu bekommen? Bestes Beispiel dafür ist Rapperin Shirin David. Sie fällt immer wieder durch ihre freizügigen Outfits und ihr starkes Make-up auf. Und gerade deswegen bekommt sie auf Social Media oft sexistische Äußerungen zu hören. Kommentare wie „Du Schlampe“ oder „Zieh dir besser etwas an“ sind oft unter ihren Bildern zu finden.

Eine Schlampe wird als „Frau, deren Lebensführung als unmoralisch angesehen wird“ definiert. Doch was hat das Outfit einer Frau mit ihrer Moral zu tun? Gar nichts.

„She was asking for it.”

Ich kann mich noch gut an die Kölner Silvesternacht vor 6 Jahren erinnern, als massenhaft Frauen sexuell belästigt und bedrängt wurden. Auf Social Media wurde ihnen dann vorgeworfen, sie hätten die Übergriffe durch ihre Kleidung provoziert. Ein kurzer Rock heißt nicht „she was asking for it”. Das Outfit einer Frau sagt nichts darüber aus, von wem sie angefasst werden möchte. Denn das entscheidet allein sie selbst und nicht ihre Rocklänge. Wir müssen endlich aufhören, den Kleidungsstil einer Frau mit ihrer sexuellen Verfügbarkeit gleichzusetzen.

Noch einmal zum Mitschreiben: Jede Frau hat das Recht, selbst zu bestimmen, was sie tragen möchte. Ob Glitzerkleid, tief ausgeschnittene Bluse, Jogginghose oder einen Kartoffelsack. Niemand muss einen Rollkragenpulli tragen, wenn er nicht möchte. Das ist moderner Feminismus. Shirin David hat es in einem Interview auf den Punkt gebracht:

„Feminismus ist für mich: So viel auszuziehen, wie du möchtest.“

Und damit hat sie Recht. Denn das Outfit sagt nichts über den Wert einer Frau aus. Genauso wenig wie über die Anzahl ihrer SexpartnerInnen.

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