Wieso ist es in fremden Städten so viel leichter, allein ins Café zu gehen?

Allein in die Bar oder ins Café. Irgendwie komisch – vor allem in der eigenen Stadt. Aber warum ist das so und wieso fällt es uns auf Reisen so viel leichter?

Wieso ist es in fremden Städten so viel leichter, allein ins Café zu gehen?

Bin ich in einer fremden Stadt, setze ich mich unfassbar gerne in eine Bar, ein Café oder ein Restaurant: und zwar allein. Ich genieße mein Getränk oder mein Essen, packe mir die Kopfhörer aufs Ohr, höre Musik, lese in aller Ruhe ein Buch und gehe meinen Gedanken nach. Ein wunderbares Gefühl. Ich kann selbst entscheiden, wie lange ich sitzen bleiben möchte, ob ich lieber für mich bleibe oder Anschluss finden will. Vielleicht verschwinde ich nach einem Getränk einfach wieder: Alles ganz allein meine Entscheidung.

Wieso fühlt es sich hier so anders an?

Stelle ich mir vor, das hier in Augsburg zu machen, ist das schon was anderes und eher befremdlich. Allein losziehen und in ein Café setzen, in dem ich sonst mit meinen Freunden bin? Irgendwie ein seltsamer Gedanke. Aber wieso ist das so?

Was denken die anderen von mir?

Einfach mal die Bude verlassen, um in ein Café zu gehen und nicht unbedingt gleich mit einer ganzen Gruppe losziehen: Eigentlich hindert Dich nichts daran – wären da nicht diese Gedanken: Alleine losziehen? Ohne Freunde und ohne eine Beschäftigung? Was denken andere von mir? Was wenn mich jemand sieht, den ich kenne? Denken die nicht, dass ich niemanden habe, mit dem ich etwas unternehmen kann?

Zeit, sich von der inneren Stimme zu verabschieden.

Blöde Gedanken, denn eigentlich wissen wir es ja sogar selbst besser: Zeit alleine zu verbringen ist etwas wirklich Schönes! Doch die Stadt ist voll mit Gruppen, Cliquen und Pärchen. Ohne Begleitung kommen wir uns schnell merkwürdig vor. Auf Reisen ist das was anderes, weil die Stadt nicht voll von Menschen ist, die wir kennen. Es ist egal, was andere von uns denken, denn vermutlich sehen wir die Leute schon ab dem nächsten Tag nie wieder. Die Gedanken, die uns sonst zurückhalten, kommen da gar nicht erst auf.

Allein zu sein bedeutet nicht, einsam zu sein.

Zeit sich auch in der Heimatstadt endlich von dieser inneren Stimme zu verabschieden. Allein zu sein bedeutet nicht, einsam zu sein. Du wirst bemerken, wie gut es tut, einfach mal den eigenen Gedanken zu folgen. Sind wir ständig von Menschen umgeben und auf Gespräche konzentriert, geraten viele Prozesse in unserem Kopf ins Stocken. Dabei ist es wunderbar, aufkommenden Ideen, Gefühle, Gedanken, Ängste, Sorgen und Freuden Raum zu geben.

Verlasse Deine Komfortzone.

Und dafür ist das Zuhause einfach nicht immer der richtige Ort: Ein Tapetenwechsel tut gut, auch in der eigenen Stadt. Davon abgesehen, neigen wir dazu, uns schnell mit unwichtigem Kram wie Hausarbeit oder Netflix abzulenken. Es mag sich am Anfang noch seltsam anfühlen. Doch wenn Du es schaffst, die Komfortzone zu verlassen, wirst Du merken, wie viel Wertvolles Du aus der Zeit mit Dir allein schöpfen kannst.

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