Warum Augsburg ein Geheimtipp für Gründer ist – 7 Gründe

Augsburg entwickelt sich zum Geheimtipp, wenn es um Startups geht. Wir haben uns in der Augsburger Gründerszene umgehört.

Warum Augsburg ein Geheimtipp für Gründer ist – 7 Gründe

Wenn wir an die Startup-Szene denken, sind wir gedanklich im Silicon Valley oder zumindest in Berlin, Hamburg oder München. Ein Blick in die Statistik bestätigt auch, dass 39 Prozent der Hauptsitze von Startups in Berlin liegen, 8 Prozent in München, dicht gefolgt von der Metropol-Region Rhein-Ruhr, ebenfalls mit 8 Prozent, und 7 Prozent in Hamburg. Doch auch unsere Fuggerstadt könnte sich bald in diese Riege einreihen. Bereits heute gilt Augsburg als Hidden Champion. Wir haben in der ansässigen Gründerszene nachgefragt, warum unsere Stadt ein Geheimtipp für Gründer ist.

1. Augsburg zieht erfahrene und neue Gründer an

„Augsburg ist der perfekte Standort für Startups“ – Michael Brecht.

„Augsburg ist der perfekte Standort für Startups“, sagt Michael Brecht. Er selbst begleitete als Gründer oder Gesellschafter mehrere Unternehmen und Startups wie das IT-Unternehmen CompuNet, die Online-Familien-Plattform Urbia, der Weinhandel 52weine und schließlich auch Doodle zum Erfolg. Nun lebt er in Augsburg und vermittelt als zentrale Anlaufstelle zwischen erfahrenen Investoren und jungen, innovativen Köpfen in Augsburg und der ganzen Welt.

Dass Augsburg ideal für Startups ist, bestätigen auch zahlreiche andere Gründergeister, allen voran Frank Thelen. Er investiert gleich in zwei Augsburger Startups, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Little Lunch und Xentral. Little Lunch stellt Bio-Suppen zum Mittagessen her, Xentral entwickelt eine eigene Software, mit der sie nun zahlreichen Unternehmen den Alltag erleichtern.

Neben Food- und IT-Unternehmen sowie zahlreichen Existenzgründern in der Gastronomie und in kleinen Gewerben, beherbergt die Augsburger Gründerszene noch viele weitere Branchen wie Logistik mit boxbote, digitale Ansätzen für den Alltag wie Robin Zug, nachhaltige Mode wie degree oder andere Mode-Startups, die in Projekten wie der Zwischenzeit zusammenkommen.

2. Coworking-Spaces und Zwischennutzungsprojekte

Die Zwischenzeit und der aitiRaum sind nur zwei der vielen Projekte, die die branchenspezifische Zusammenarbeit unter Augsburger Startups fördern. Aktuell sprießen immer mehr Coworking-Spaces hervor. Derzeit gibt es schon über 5 solcher Arbeitsstätten mit einem „New Work“-Ansatz.

3. Es braucht eine komplette Stadt

Gegenseitig stärken, unterstützen und austauschen – nur gemeinsam kommt eine Stadt voran. Vernetzen ist das A und O. Glücklicherweise birgt unsere Stadt viele Networking-Talente wie Martin Plöckl, die mit vielen innovativen Projekten alle Augsburger Akteure vernetzen.

4. Erste Schritte der staatlichen Wirtschaftsförderung für Augsburg

München habe Zulauf ohne Ende, so Michael Brecht. Für Startups sei es dort manchmal schwierig loszulegen oder allein wegen der hohen Mieten bezahlbare Räumlichkeiten zu finden. Außerdem hat sich die bayerische Politik verpflichtet, Regionen außerhalb von München mit mehr Geld zu versorgen. Davon profitiere auch Augsburg.

Die Augsburger Wirtschaftsförderung zieht mit ersten Hilfestellungen mit. Sie unterstützen Startups mit einer Fördermittelberatung bei Businesswettbewerben, organisieren Netzwerktreffen für Gründer, verleihen die Auszeichnung „Made in Augsburg“ und koordinieren neue Gründerförderungsinitiativen. „Somit schaffen wir einen Rahmen, der den Gründern eine regionale Struktur und Transparenz ermöglichen soll“, sagt Dr. Andreas Huber, Wirtschaftsförderung Augsburg.

5. Startup-Events in Augsburg nehmen zu

Im Bereich der Startup-Events legt Augsburg immer mehr zu. Im Jahr 2019 finden gleich zwei Veranstaltungen für Digitalisierung und Innovationen zum ersten Mal statt: das Rocketeer-Festival und der Digital Day 2019. Es gibt Gründertalks, GründerPicnics, die Hackerkiste, Startup-Wettbewerbe und Preisverleihungen.

6. Kreative Köpfe wachsen an der Uni und an der Hochschule heran

Die Hochschule und die Universität sind zwei weitere gute Gründe für Augsburg als Standort für Startups. „Wir brauchen viele Leute mit Wirtschaftsbackground“, sagt Benedikt Sauter, Augsburger Gründer von Xentral. „Mit der Uni und der FH haben wir zwei sehr gute Quellen für kompetente Bewerber.“

Michael Brecht arbeitet mit der Hochschule Augsburg (Hörsaal der Löwen, Jurymitglied) und mit der Universität Augsburg (Augsburg Center of Entrepreneurship, Beiratsmitglied) zusammen. Er sieht der Zukunft positiv entgegen, denn seiner Ansicht nach steige die Qualität der Startup-Events schon an den Hochschulen kontinuierlich.

7. Lebensqualität, Kultur- und Freizeitangebote

Zwei weiche Standortfaktoren sind mit Sicherheit die Lebensqualität und das kulturelle Angebot in Augsburg. Wir haben einen Wald, mitten in der Stadt. Wir können in wenigen Minuten einen Badeort erreichen – seien es die Wasserkanäle oder zahlreiche Seen in und um Augsburg. Wir haben so viele Stadtfeste und kulturelle Highlights wie die Sommernächte und die Freilichtbühne und sind jetzt auch noch UNESCO Weltkulturerbe mit unserem historischen Wassersystem.

Augsburg – eine Gründerstadt?

„Augsburg sollte aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst werden“ – Michael Brecht.

Trotz des Lobs und den positiven Entwicklungen in der Augsburger Startup-Szene merkt Michael Brecht auch Kritik an: „Augsburg sollte aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst werden“. Auch die Augsburger Bürgermeisterin Eva Weber betont: „Wir brauchen eine neue Gründerkultur“.

Fakt ist: Es muss sich noch einiges tun, bis wir uns wirklich Gründerstadt nennen können. Doch etabliert sich eine Wirtschaftsregion oder eine Stadt erstmal als Wirtschaftsraum für Existenzgründer, entsteht eine Eigendynamik, die weitere Gründerinnen und Gründer anzieht. Augsburg hat das Potenzial zur Stadt für innovative Köpfe zu werden und wir unterstützen die Szene mit Hallo Augsburg im medialen Kontext. Schließlich haben auch wir 2018 als Augsburger Startup begonnen.

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