Ist die Bahn unsere Zukunft? Augsburger Startup Robin Zug im Interview

Baustellen, Verspätungen, Zugausfälle - Pendeln kann schon frustrierend sein. Das Augsburger Startup Robin Zug hilft Dir dabei, mehr zu tun als nur zu Granteln.

Ist die Bahn unsere Zukunft? Augsburger Startup Robin Zug im Interview

Wie stellst Du Dir die Mobilität der Zukunft vor? Werden wir alle nur noch mit E-Scootern rumcruisen, nur noch Fahrrad fahren oder wird weiterhin jeder 1-2 Autos haben? Eins ist sicher: Nachhaltigkeit wird auf jeden Fall ein präsentes Thema bleiben, das in den nächsten Jahren immer wichtiger wird. Alexandre Jaeg, Gründer und Mastermind des Augsburger Startups Robin Zug ist sich sicher: „Die Bahn hat eine Schlüsselrolle in der nachhaltigen Mobilität der Zukunft. Wir brauchen sie für uns alle. Aus diesem Grund muss unser aller Bewusstsein geändert werden und ich wünsche mir, dass mehr Leute Zug fahren.“

„Wir sind der Meinung, dass nicht der Fernverkehr, sondern Pendler am meisten unter den Verspätungen leiden.“

Die Bahn als etwas Nachhaltiges sehen - eigentlich eine gute Idee, wenn nicht der ganze Frust und Ärger im Vordergrund stünde. Baustellen, Verspätungen, Zugausfälle. Besonders als Pendler tendiert man schnell dazu, sich eine negative Meinung über die Deutsche Bahn zu bilden und zu granteln. Und genau aus so einer Grantler-Laune nach einem Bahnstreik heraus kam auch Alexandres Idee für sein Startup. Denn Robin Zug hilft Dir dabei, bei Verspätungen oder Zugausfällen eine Entschädigung zu bekommen. Denn ja, auch als Pendler hat man Rechte auf Erstattung! „Wir sind der Meinung, dass nicht der Fernverkehr, sondern Pendler am meisten unter den Verspätungen leiden“, so Alexandre. Und anders als bei Flügen oder Busreisen ist die Bahn sogar dazu verpflichtet, Dir eine Erstattung zu zahlen - egal welchen Grund es für die Verspätung gibt.

Wie funktioniert Robin Zug?

Die Funktionsweise der App ist dabei ganz simpel: Anstatt zwei Seiten Formulare ausfüllen und diese per Post oder am Schalter einzureichen zu müssen, kannst du mit Robin Zug den Vorgang ganz einfach mit ein paar Klicks abwickeln. Dafür einfach den Fahrschein und die Belege abfotografieren und hochladen. Fertig. Das Augsburger Startup kümmert sich um den Rest. Pro erfolgreich abgewickelter Reklamation verdient Robin Zug dabei nur pauschal 99 Cent. Bequem, günstig und unkompliziert und das alles auch bis zu 2 Jahren rückwirkend. Bei 97% Erfolgschance gibt es da nichts mehr zu überlegen, oder?

Warum ist es wichtig, Verspätungen zu reklamieren?

Klar, kann man leicht sagen: Für 1,50€ Entschädigung lohnt es sich kaum, einen Aufwand zu betreiben. Doch rechnet man die Male zusammen, kommt auch ein Sümmchen dabei raus. Damit ist ein durchaus benötigter Frust-Kaffee beim nächsten Bahn-Streik auf jeden Fall schonmal bezahlt! Doch Alexandre und seinem Team geht es noch um etwas ganz anderes als den finanziellen Gewinn: es geht um die erzieherische Wirkung! „Das Motzen am Bahnsteig bringt wenig, um etwas zu bewegen“, sagt er uns im Interview, „es ist wichtig zu signalisieren, dass es ein Problem gibt und Handlungsbedarf besteht. Und dafür müssen wir so viel reklamieren wie möglich.“ Du willst, das sich was ändert? Dann werde aktiv!

Was ist aber, wenn die Bahn plötzlich selbst ein System wie Robin Zug einführt?

„Technisch wäre es für die Bahn sicher möglich, ein System wie unseres einzuführen. Die Frage ist, wo sie ihre Prioritäten setzt“, lacht Alexandre. Und diese Prioritäten scheint die Deutsche Bahn bisher noch eindeutig in anderen Bereichen zu sehen. Ehrlich verrät uns Alexandre, dass er auch glücklich wäre, wenn sein System irgendwann einmal überflüssig wird. „Mein Ziel ist es, fair und transparent zu sein. Denn Robin Zug soll in erster Linie gesellschaftlichen Nutzen haben“. Und für die Zukunft unserer Gesellschaft ist es wichtig, dass sich das Image der Bahn verbessert. „Der Ruf der Deutschen Bahn ist viel schlechter, als sie wirklich ist“, erzählt Alexandre.

Na dann, weniger Granteln, mehr Handeln!

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