„Für Augsburg“: Die städtische Verdienstmedaille für besonderes Engagement | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Am Donnerstag, den 12. Februar zeichnete die Oberbürgermeisterin Eva Weber elf Augsburger:innen mit der Verdienstmedaille „Für Augsburg“ aus.

„Für Augsburg“: Die städtische Verdienstmedaille für besonderes Engagement

18 Uhr, im Augsburger Stadtarchiv. Eva Weber überreicht in feierlicher Atmosphäre, die städtische Verdienstmedaille „Für Augsburg“ an besonders engagierte Bürger:innen der Stadt. Es ist eine Anerkennung und ein kleines Zurückgeben, an diejenigen, die sich im vergangenen Jahr besonders stark für das Wohl der örtlichen Gemeinde gemacht haben. Was hinter der Auszeichnung steht, und wer sich jetzt damit rühmen kann – hier im Hallo Augsburg-Fakten-Check.

Das ist „Für Augsburg“

Bereits seit 1993 verleiht die Stadt Augsburg die Verdienstmedaille für besonderes Engagement an die städtische Gemeinde. Erstmals eingeführt von dem Augsburger Künstler Hans Heinefeld, präsentiert die Prägung der Medaille das Rathaus der Stadt mitsamt dem matt-geprägten Schriftzug „In Anerkennung für besondere Verdienste“. Die Verleihung wird seither traditionell und festlich aufgezogen und bedankt sich bei den Augsburger:innen für ihre uneigennützige Initiative auf kommunaler Ebene. So auch dieses Jahr, rückwirkend in Ehrung für besonderen kommunalen Einsatz im Jahr 2025.

Mit einer staatlichen Auszeichnung wurden folgende 11 Personen aus Augsburg geehrt:

  • Daniyel Akgüc

  • Marie-Louise Pachmann

  • Stephan Mayer

  • Professor Dr.-Ing. Wolfgang Rommel

  • Wilfried Horn

  • Luise Grajdek

  • Lika Heide-Marie

  • Sylvio Hohlfeld

  • Michelle Kuhn

  • Marco Schwarzenberger

  • Immanuel Tamang

Das sind die Gewinner:innen

Insbesondere elf Augsburger:innen, die im Jahr 2025 eine staatliche Auszeichnung erhielten, wurden besonders von der Oberbürgermeisterin geehrt. Sie alle leisteten einen wertvollen Beitrag für unsere Stadtgesellschaft und haben sich durch ihr soziales Engagement um Augsburg besonders verdient gemacht, so die Pressemitteilung der Stadt Augsburg.

  1. Björn Flocken

    Weit über die regionalen Grenzen und städtischen Ehrenämter hinaus, setzte sich Björn Flocken mit größtmöglichem Engagement ein und ging in seinen diversen Positionen beim Roten Kreuz oder als Planungsleiter der Augsburger Sommernächte, immer an seine Grenzen um vor allem Sicherheit für seine Mitmenschen zu gewähren. Mit seinem aufopferungsvollen und leidenschaftlichen ehrenamtlichen Engagement prägt er das Ansehen und Bild des Roten Kreuzes und der Arbeitsgemeinschaft der Augsburger Hilfsorganisationen überall dort, wo man ihn und seine ehrenamtliche Arbeit kennt.

  1. Angelika Jekic

    Als hauptberufliche Lehrkraft an der Sing- und Musikschule Mozartstadt Augsburg gründete Frau Jekic im Jahr 2015 das Inklusionsorchester „Die Bunten e. V.“, das seither als inklusives Ensemble für etwa 100 Musiker:innen aller Generationen - mit oder ohne Beeinträchtigung. Gemeinsam veranstalten sie, mit Angelica Jekic als Leitung, regelmäßige Konzerte in und um Augsburg. Besonders während der Pandemie bewies das Projekt Stärke, denn insgesamt 21 Online-Events schufen nachhaltig ein Gefühl der Gemeinschaft in schwierigen Zeiten. Sie schenkt den Musizierenden Lebensfreude und bestärkt sie darin, ihre eigenen Potenziale zu entdecken und autonom zu wachsen. Diese besondere Atmosphäre ist bei jedem Konzert und in jedem Gespräch spürbar.

    All diese Aufgaben erfüllt Angelika Jekic mit unermüdlichem Einsatz und prägt so seit Jahrzehnten das musikalische Leben der Stadt Augsburg auf besondere und nachhaltige Weise.

  2. Helmuth Lindner

    Er ist der Gründer von „Stützengel“, seit einem Jahrzehnten in der EvangelischLutherischen Dreifaltigkeitskirche Augsburg-Göggingen ehrenamtlich aktiv und Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft „Wir in Göggingen“.

    Für seine musikalischen Impulse, die Neudichtungen von Psalmen und die Gestaltung von kreativen Kinderprogrammen, setzte sich Herr Lindner stets mit Leidenschaft für die Schwächeren unserer Gesellschaft ein. Besonders mit der Aktion „Stützengel“ schafft er unbürokratische Hilfe für bedürftige Gemeindemitglieder. Besonders am Herzen liegt ihm dabei die Förderung junger Menschen mit finanzielen Hürden.

  3. Lisa Ophüls

    Selbst von einer fortschreitenden, körperlichen Beeinträchtigung betroffen und auf einen Assistenzhund angewiesen, gründete Frau Ophüls 2014 den gemeinnützigen Verein „Hunde fürs Leben“, welcher seit Gründung echte Hilfe mit Empathie und Fachkompetenz vermittelt. Aus eigener Erfahrung weiß sie genau, welch enorme Unterstützung ein gut ausgebildeter Hund im Alltag bietet. Der Verein bildet ehrenamtlich Assistenzhunde für Menschen aus, die sich eine reguläre und teure Ausbildung, die bis ca. 35.000 Euro kostet, nicht leisten können. Mit der Gründung des Vereins schuf Frau Ophüls eine Struktur, die genau diese Versorgungslücke schließt, und ermöglicht damit auch Menschen mit begrenzten Mitteln den Zugang zu einer Unterstützung, die über Lebensqualität und Teilhabe entscheidet. Frau Ophüls verbindet eigene Betroffenheit mit unternehmerischem Mut, baut Netzwerke auf und verändert Lebensrealitäten.

  4. Brigitte Miller und Susanne Puhle

    Frau Brigitte Miller und Frau Susanne Puhle engagieren sich gleichermaßen seit 15 Jahren ausschließlich ehrenamtlich für den Förderverein Ki.E.S. (Kinder, Eltern, Senioren). Dabei fungiert Frau Puhle als die 1. Vorsitzende und Frau Miller als die 2. Vorsitzende des Fördervereins. Es handelt sich nicht nur um ein Bildungsprojekt, sondern um ein Netzwerk, das verschiedene Akteure wie Schulen, Ehrenamtliche, Stiftungen und öffentliche Einrichtungen miteinander verbindet. Vor allem zum Ziel ist es, die beiden sozial benachteiligten Kinder und Familien zu fördern. Zwischen qualifizierter Hausaufgabenbetreuung, Lerntechniken und sogar der aktiven Einbindung von Senior:innen steht hier auf dem Programm.

    Ein generationsübergreifendes Projekt. Die Projekte von Frau Puhle und Frau Miller fördern nicht nur den Austausch untereinander, sondern bieten auch gezielte Beratung für Familien mit Migrations- oder Fluchthintergrund an. Passend zum 15-jährigen Jubiläum startete im Lechhauser Griesle-Park ihr neues Projekt „MoKies“: ein mobiler Bauwagen, der Kindern und ihren Familien als offener Treffpunkt dient.

  5. Konrad Rebholz

    Konrad Rebholz hat sich durch sein kulturelles und gesellschaftliches Engagement um Augsburg besonders verdient gemacht, denn seit mehr als 20 Jahren ist er bei der Handwerkskammer für Schwaben im handwerklichen Ehrenamt aktiv und trägt diverse Vorstandsmitglieds-Verantwortungen. Außerdem ist Herr Rebholz seit Juni 2018 Vorsitzender des Vereins zur historischen Wiederherstellung des Goldenen Saals im Augsburger Rathaus und setzt sich mit handwerklicher Kompetenz und Leidenschaft für die Wiederbelebung des Kulturerbes ein. Unter seiner Führung wurden bereits erhebliche Spendengelder für die Restaurierung, unter anderem des Fürstenzimmers III, gesammelt. Konrad Rebholz zeichnet sich durch die Kombination aus fachlicher Exzellenz und dem Willen aus, bürgerschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Sein berufliches Können und sein ehrenamtlicher Einsatz für Handwerk und Kultur bereichern die Stadt Augsburg nachhaltig.

  6. Sylvia Schaab

    Als Gründerin der Initiative „Plastikfreies Augsburg“ entwickelte Frau Schaab verschiedene Initiativen, z. B. „Bring your own cup“, ZeroWaste-Einkaufstouren und Müllsammelaktionen, um die Nachhaltigkeit auf städtischer Ebene mehr ins Zentrum zu rücken. Im Jahr 2018 erhielt sie dafür auch den Augsburger Zukunftspreis und organisiert seit 2022 weiterführende Schulungen für Kitas und Grundschulen. Als Agendasprecherin ist sie zudem ein berufenes Mitglied im Nachhaltigkeitsbeirat der Stadt Augsburg. Ihr Buch "Es geht auch OHNE Plastik" erreichte bereits viele Menschen über die Region hinaus, und inspirierte viele mit ihrem plastikfreien Leben. Ihre Aufklärungs- und Awareness-Rolle in Dingen Umweltschutz prägt auch die Medienbranche Augsburgs, denn neben ihrem Buch schreibt Schaab ehrenamtlich im Nachhaltigkeitsportal Lifeguide, dem nachhaltigen Magazin für Augsburg und die Region, wofür sie Ende 2023 schließlich sogar die hauptamtliche Redaktionsleitung übernahm.

  7. Andreas Schlachta

    Der beliebte Plärrer-Umzug mit ca. 2000 Teilnehmenden zelebriert jedes Jahr die Eröffnung des Augsburger Herbstplärrers. Und er ist der ehrenamtliche Organisator dieser lokalen Tradition sowie der Sicherheitsvorkehrungen drumherum. Mit großem persönlichem Einsatz, organisatorischem Geschick und einem feinen Gespür für die Bedeutung lokaler Traditionen gelingt es Herrn Schlachta Jahr für Jahr, den Umzug zu einem Höhepunkt im Veranstaltungskalender der Stadt zu machen. Das Engagement von Herrn Schlachta trägt wesentlich zur Pflege und zum Erhalt des Augsburger Brauchtums bei und stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl in unserer Stadtgesellschaft.

  8. Daniel Tröster

    Er ist das Gesicht des Graffitivereins „Die Bunten e.V.“ und bildet das verlässliche Rückgrat einer Institution, die heute aus der Augsburger Kultur- und Kunstszene nicht mehr wegzudenken ist. Als Kassenwart, in Workshops und bei der Organisation beteiligt, verdankt die Stadt Daniel Tröster viele ehrenamtliche Projekte. Hervorzuheben sind die Wandmurals zum jährlichen Friedensfest, welche internationale und weltbekannte Künstler:innen der Urban Art-Szene tragen. Herr Tröster ist ein wichtiger Brückenbauer zwischen Kunstszene und Stadtgesellschaft. Mit der Stadt Augsburg verbindet er eine jahrelange Zusammenarbeit, die verschiedene Dienststellen und Referate, insbesondere das Kulturreferat, miteinschließt. Herr Tröster etablierte nachhaltig ein Netzwerk legaler Graffitiflächen, das kontinuierlich erweitert und durch ein respektvolles Miteinander definiert wird. So wurde im Mai 2025 eine Wand des Hallenbades in Göggingen durch den Verein neugestaltet und damit aufgewertet.

  9. Brigitte Welter

    Seit 2006 Mitglied und seit 2018 Vorstandsmitglied bei mamazone – Frauen und Forschung gegen Brustkrebs e. V., Deutschlands größter Initiative für Brustkrebs Patientinnen. Frau Brigitte Welter möchte mit ihrem ehrenamtlichen Engagement Frauen Mut machen, zu kämpfen, sich Hilfe zu holen, sich mit anderen Patienten auszutauschen und auf sich selbst aufzupassen. Von der Krankheit selbst betroffen, sind ihr die Forschung, aber vor allem der Zusammenhalt in dem Thema sehr wichtig. Als Projektleiterin des Wissenschaftskongresses „Diplompatientin“, einer Art „Brustkrebs-Universität“, die jährlich stattfindet und Patientinnen medizinisches Wissen vermittelt, ist sie verantwortlich für inhaltliche, organisatorische und finanzielle Themen. So bringt sie jeden letzten Dienstag im Monat die mamazone-Mitglieder, Betroffene, Angehörige und Interessierte in der Uniklinik Augsburg zum gegenseitigen Austausch und zur gegenseitigen Hilfe zusammen. Gemeinschaft wird bei Frau Welter generell großgeschrieben, auch zu sehen an ihrer bundesweiten Strickaktion „Verschenke eine Umarmung“.