Unterwegs in Kriegshaber: Schöne Ecken und Sehenswertes

Wir waren im Augsburger Stadtteil Kriegshaber unterwegs und haben uns dort nach schönen Orten und all dem umgesehen, was das Viertel ausmacht.

Unterwegs in Kriegshaber: Schöne Ecken und Sehenswertes

Der Stadtteil Kriegshaber liegt im Westen Augsburgs und ist, wie wir gemerkt haben, ein überaus vielfältiges Viertel. Doch bevor wir euch mit auf unseren kleinen Stadtteilspaziergang nehmen, starten wir einmal mit der Frage, die sich bei Kriegshaber einfach aufdrängt: Wie kommt es zu einem solchen Stadtteilnamen?

Warum heißt Kriegshaber Kriegshaber?

Die Antwort darauf ist gar nicht so eindeutig. Es gibt mehrere Theorien. Fakt ist, dass Kriegshaber um das Jahr 1000 als „Chrechesavar“ auftaucht. Weil man von einem Bauern namens „Chriech“ weiß, vermuten einige die Namensherkunft hier. Eine andere Theorie sieht im Begriff „Grießhafer“ den Ursprung des heutigen „Kriegshaber“. Grießhafer, aufgrund des grießigen Bodens, auf dem nur Hafer wuchs.

Wichtige und historische Orte

Was ihr bisher vielleicht nicht wusstet ist, dass Kriegshaber bis 1916 eine eigenständige Stadt war. Im 15. Jahrhundert wurden Jüdinnen und Juden aus der Stadt Augsburg vertrieben. Eine neue Heimat fanden viele von ihnen in Kriegshaber. Die Geschichte des Stadtteils ist also jüdisch geprägt und das könnt ihr noch heute im Stadtteil wahrnehmen: So steht an der Ulmer Straße beispielsweise die alte Synagoge Kriegshabers. Sie ist die älteste ihrer Art in ganz Bayerisch-Schwaben. 2011 wurde sie saniert und dient heut als zweiter Standort des Jüdischen Museums Augsburg Schwaben.

Ein weiteres Fenster in die Vergangenheit öffnet sich, wenn ihr vor der eindrucksvollen Wohnanlage, direkt hinter dem Bürgerbüro Kriegshaber steht. Wenn ihr genau hinseht, entdeckt ihr ein Schild, das die ehemalige Nutzung des Gebäudekomplexes verrät. Tatsächlich hat die Firma „Kuka“ hier ihren ersten Sitz gehabt. Die beiden Namen Johann Josef Keller und Jakob Knappich sind die Gründer der 1898 gegründeten Firma.

Ein weiteres historisches Gebäude befindet sich ebenfalls direkt an der Ulmer Straße: Das alte Tramdepot.

Geprägt wurde Kriegshaber auch durch die amerikanische Armee, die sich nach dem zweiten Weltkrieg im Stadtteil aufhielten. Die Gebäude, die ihr heute als Kulturpark West kennt, wurden damals vom amerikanischen Militär genutzt. Viele weitere Militärs-Gebäude wurden abgerissen. Wo sie einst standen, befindet sich heute der Reese-Park. Die Geschichte des Geländes ist jedoch noch heute klar zu erkennen.

Übrigens: Der Club „Kantine“ erhielt seinen Namen deshalb, weil er zunächst in der ehemaligen Militärskantine eröffnete. Später zog der Club in ein anderes Gebäude auf dem Gelände, behielt seinen Namen allerdings bei. Heute ist die Kantine am Kö zu finden.

Grünes Kriegshaber

Durch Kriegshaber ziehen sich zwar große Straßen, beispielsweise die Ulmer Straße und die mehrspurige Bürgermeister-Ackermann-Straße, doch Ruhe-Oasen kommen nicht zu kurz. Wer in Kriegshaber nach Erholung im Grünen sucht, der begibt sich in den Reese-Park. Die abwechslungsreich gestaltete Fläche gehört Gesamtprojekt „Westpark“, zu dem auch der Sheridan-Park gehört. Entsprechend ähnlich sind sich die beiden Parks. Hier finden Kinder jede Menge Spielmöglichkeiten: sei es auf dem Natur-Spielplatz, auf den Kletter- und Hangelgerüsten oder auf dem Skatepark. Besonders beliebt ist auch der Fitnessbereich oder der Aussichtshügel.

Wenn ihr am Ende des Reese-Parks über die Bürgermeister-Ackermann-Straße lauft, stoßt ihr auf den Supplypark mit einem schönen See. Auch hier lässt es sich wunderbar spazieren gehen und entspannen.

Kriegshaber genießen

Wer in Kriegshaber gemütlich einen Kaffee trinken möchte, der findet leicht ein paar passende Orte. Relative neu in der Gastrolandschaft des Viertels ist beispielsweise das Café & Bistro „Meikes Schmeckerei“. Hier könnt ihr sowohl zum Frühstücken, als auch zum Mittagessen vorbeikommen. Bei schönem Wetter könnt ihr gut draußen sitzen.

Schick und ausgezeichnet Essen gehen ist in Kriegshaber genauso möglich. Mitten im Stadtteil findet ihr beispielswiese das italienische Restaurant „Il Quadrifoglio“ mit seiner schönen Außenterrasse. Mit einer tollen Terrasse und außerdem einen Eisverkauf lockt auch das „Da Damiano“ viele KriegshaberInnen an.

Wer lediglich nach einem leckeren Snack sucht, der wird auf der Ulmerstraße ebenfalls schnell fündig. Hier gibt es etwa einen Asia Imbiss, ein griechisches Schnellrestaurant und natürlich Döner.

Besondere Projekte

Kriegshaber ist auch das Zuhause von einigen besonderen Projekten, die eine wahre Bereicherung für ganz Augsburg sind. Dazu zählt unter anderem das „Hotel Einsmehr“, in dem Menschen mit und ohne Beeinträchtigung zusammenarbeiten. Ein achtsamer Umgang mit natürlichen Ressourcen und die Verwendung von biologischen Lebens- und Putzmitteln werden hier außerdem umgesetzt.

Ein weiteres Projekt, das mehr Aufmerksamkeit verdient, ist der interkulturelle Garten „Growup!“, der sich direkt hinter dem Abraxas Theater angrenzend zum Reese Park befindet. BewohnerInnen aus dem Stadtteil können hier eines der (Hoch)Beete bewirtschaften. Regelmäßig finden Gemeinschaftsaktionen statt.

Eine besondere kulturelle Einrichtung Kriegshabers ist das „Spectrum“ Augsburg. Hier findet seit über 28 Jahren Live-Konzerte und Partys statt. Hier haben schon Bandgrößen wie „Silbermond“ und „La Brass Banda“ gespielt. Auch Clueso, Konstantin Wecker und Till Brönner traten schon auf.

Wenn ihr nach kulturellem Angebot sucht, seid ihr in Kriegshaber auch im Kulturpark West und damit auch beim „Kulturhaus Abraxas“ genau an der richtigen Stelle. Hier werden Theaterstücke für Groß und Klein aufgeführt. Bekannt und heiß begehrt sind außerdem die zauberhaften Kindervorstellungen im Märchenzelt vor dem Gebäude. Auch das „Junge Theater“ und die „Musikwerkstatt“ sind hier in der Sommestraße, angrenzend zum Reese Park zuhause. Hier geht es also richtig kreativ zu!

Weitere Impressionen

Ihr seht, in Kriegshaber ist einiges los. Gleichzeitig ist das noch längst nicht alles, was der Stadtteil zu bieten hat. Wir freuen uns wie immer auf eure Ergänzungen.

Seht euch auch unsere Stadtteilspaziergänge in Augsburg an. Wir waren bereits in Pfersee, Oberhausen und im Bismarckviertel unterwegs.

Logo