5 Dinge, die Du noch nicht über die Augsburger Stadtgeschichte wusstest

Der Geschichtsunterricht in der Schule war euch immer viel zu lang und zu trocken? Wir haben für euch 5 kurze und knackige Stories aus der Augsburger Stadtgeschichte zusammengesucht.

5 Dinge, die Du noch nicht über die Augsburger Stadtgeschichte wusstest

In 2000 Jahren Augsburger Stadtgeschichte ist viel passiert - viel Interessantes und viel Unterhaltsames. Die Perlen dieser glorreichen Historie haben wir euch hier zusammengetragen:

1. Könige von Atlantis

Die wohl bekannteste Kaufmannsfamilie aus Augsburg sind die Fugger - und jeder, der in Augsburg oder im Umland zur Schule gegangen ist, hat dort bestimmt von den Unsummen an Geld und Besitz gehört, den diese Handelsfamilie nach Augsburg brachte. Die Bezeichnung „Fuggerstadt“ ist ja schließlich auch nicht aus der Luft gegriffen. Ebenso brisant wie der Aufstieg der Fugger, ist auch wieder deren Fall: Stellvertretend dafür steht das zynische Ende des Reichtums von Lukas Fugger. Nachdem sich Kaiser Maximilian I. 10.000 Gulden von Lukas Fugger ausgeborgt hatte und diese nicht zurückzahlen konnte, verpflichtete er die heute belgische Stadt Löwen dazu, stellvertretend für ihn die Schulden zu begleichen. Da sich aber die Löwener weigerten und auch nach der über sie verhängten Reichsacht nicht gewillt waren, den Kaiser auszulösen, zeigte sich Maximilian auch nicht mehr verhandlungswillig. Lukas Fugger bekam sein Geld nicht mehr zurück, wurde jedoch zum König von Atlantis erhoben - einen Lebensabend in Wohlstand konnte ihm dieser Titel jedoch nicht mehr bescheren.

2. Maße am Rathaus

Wem die Umrechnung von Metern zu Inches zu Meilen zu Fuß viel zu umständlich ist, für den wäre das Leben in der Region in der Frühen Neuzeit kein großer Spaß gewesen. Denn da hatte jedes Staatsgebilde mitunter seine eigenen Maßeinheiten. Und „Staatsgebilde“ ist im Heiligen Römischen Reich, dem Vorgänger des modernen Deutschlands, jedes Herzogtum, jedes Bistum und auch jede Reichsstadt - also auch Augsburg. Da man aber natürlich noch keine Umrechnungs-Apps auf dem Smartphone hatte, wurden die in der jeweiligen Reichsstadt verwendeten Maße meist am Rathaus angebracht. Am Augsburger Rathaus findet man diese Maße noch heute auf der linken Seite des Gebäudes, an der Ecke zum Perlachturm.

3. Staatsgrenze an der Wertach

Nicht etwa die Stadt-, sondern die Staatsgrenze der Reichsstadt Augsburg lag bis zum Jahre 1805 an der Wertach. Denn das, was heute in etwa der Stadtteil Pfersee ist, gehörte durch komplizierte Erbabsprachen bereits seit dem Mittelalter zur Markgrafschaft Burgau, die wiederum den Habsburgern, also dem Haus Österreich unterstellt war. Nachdem der letzte schwäbische Herrscher, Konradin, im Jahre 1268 hingerichtet worden war, wurde Rudolf von Habsburg zum neuen Markgraf gewählt, vermochte es aber dennoch nicht, das Gebiet endgültig für Österreich zu gewinnen. Dennoch waren die Augsburger mit der österreichischen Herrschaft nicht unzufrieden, hielt sie doch den bayerischen Einfluss jenseits des Lechs. Doch nachdem Napoleon auf seinem Feldzug gegen Österreich gesiegt hatte, wurde sowohl Pfersee, als auch die Stadt Augsburg in das neu geschaffene Königreich Bayern einverleibt.

4. Das Augsburger Kolonialreich

Was sind noch die großen Kolonialreiche von England, Frankreich oder Spanien, wenn sie den mächtigen Reichtümern der Augsburger Kolonien gegenüber stehen! Ganz richtig, auch unsere Fuggerstadt hat sich ein Stück vom Neue-Welt-Kuchen genommen - obgleich hier die Bezeichnung Welserstadt sogar treffender wäre. Denn diese weitere bedeutende Augsburger Handelsfamilie erhielt 1528 das Recht zugesprochen, das heutige Venezuela für den Handel zu erschließen. Den Welsern spielte dabei in die Hände, dass der heilig-römische Kaiser Karl V., der auch oberster Chef von Augsburg war, gleichzeitig den spanischen Thron besetzte, denn zu Spanien gehörte auch Venezuela. Der Handelsstützpunkt war tatsächlich sehr erfolgreich und die Welser verkauften die Ressourcen aus Amerika in ihren Handelsstützpunkten in Augsburg, Sevilla, Rom, Lissabon und einigen weiteren. Erst als Bartholomäus Welser umgebracht wurde, und Kaiser Karl V. von seinem Amt zurück trat und das Handelsrecht in Venezuela erlosch, fand die Augsburger Kolonie ein schnelles Ende.

5. Alternativnamen für den Königsplatz

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden alle deutsche Städte „arisiert“. Das heißt, die Regierung war darauf bedacht, jeden Einfluss von Menschen, die nicht in die national-sozialistische Ideologie passten, aufzuheben. So wurde beispielsweise das Kaufhaus Landauer, deren Inhaber jüdisch waren, in „Zentralkaufhaus“ umbenannt. Doch auch größere Straßen und Plätze wurden üblicherweise umbenannt. Der Königsplatz in Augsburg hieß so in den Jahren von 1933 bis 1945 „Adolf-Hitler-Platz“. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er selbstverständlich wieder in „Königsplatz“ rückbenannt.

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