Stacia – Pop für die ganz großen Gefühle und wichtigen Themen

Die Augsburgerin Stacia lebt schon seit Kindertagen für die Musik. Doch für den Schritt, ihre Songs mit ihren Mitmenschen zu teilen, hat sie lange gewartet.

Stacia – Pop für die ganz großen Gefühle und wichtigen Themen

Vertieft stöbert Stacia durch die unzähligen Schallplatten und Bücher im großen Untergeschoss von Musicland. Die junge Singer-Songwriterin kommt oft hierher – mal zum shoppen, mal einfach nur um zu Entspannen. Hier fühlt sie sich wohl, inmitten der Werke großer Künstler*innen.

Stacia, die mit bürgerlichem Namen eigentlich Anastasiya heißt, ist ursprünglich in der Ukraine aufgewachsen und wohnt in Augsburg seit sie sieben ist. Hier hat sie dann schnell die Liebe zur Musik entdeckt: Mit neun Jahren war sie im Chor, mit zehn versuchte sie sich schon am Songschreiben. „Meine Motivation kam durch die Sendung ‘Dein Song’ des Fernsehsenders KiKa“, erinnert sich Stacia. „Das war praktisch, weil es dazu online viele Tipps gab, zum Beispiel wie ein Song aufgebaut sein muss“.

Die Begeisterung war schnell gefunden und die ersten Instrumente wurden gelernt. Zuerst Klavier, dann kam mit zwölf die Gitarre dazu, der Stacia bis heute treu geblieben ist. „Die Gitarre sehe ich mehr als meine Begleiterin“, erläutert die Musikerin. „Weil sie einfach leichter zu transportieren ist, überall hin mitgenommen werden kann und ich auch die meisten meiner Songs erstmal an der Gitarre schreibe.“ Zunächst probierten sich Stacia und ihre hölzerne Unterstützung alleine auf der Bühne aus, mit 18 Jahren scharte sie ihre erste richtige Band um sich – und unter ihrem Künstlernamen. Mit dieser Truppe kamen größere Auftritte und sogar 2016 der Band des Jahres-Titel.

„Augsburg ist meine Wohlfühloase“

Im gleichen Jahr wurde das Majorlabel Universal auf Stacia aufmerksam und hat sie mit Berlin stark vernetzt. Musikalisch ist sie deshalb seitdem halb in Augsburg, halb in der Hauptstadt aktiv. „Ich fahre mega gern nach Berlin und mache da Musik, aber ich komme auch genauso gern wieder nach Augsburg zurück“, schwärmt die gebürtige Ukrainerin. „Die Stadt ist meine Wohlfühloase“. Augsburg hat für sie Großstadt-Flair, ohne eine Großstadt zu sein. Es sei immer was los und es gebe genug Möglichkeiten, um sich zurückzuziehen und die Kreativität fließen zu lassen. Der Austausch mit Augsburger Künstlern macht Stacia auf jeden Fall auch Spaß, da existiere ein guter Support untereinander. Im Dezember war sie beispielsweise das erste mal auf größerer Tour mit dem „Klub der Idealisten“, der hier in Augsburg entstanden ist und auch bekannte Namen wie Der Herr Polaris, Benni Benson oder The Mufuti Twins mit Initiator Christofer Kochs vereint.

Abseits der Passion zur Musik studiert Stacia Anglistik und Musikwissenschaft, was sie als Songwriterin nach eigener Aussage sehr bereichert. Bestätigt wird das durch die Tatsache, dass sie nicht nur für ihre Projekte schreibt, sondern bei Universal auch für andere Künstler*innen. Im April erscheint der erste Song, an dem sie mitgeschrieben hat für die Newcomerin Laura Luppino. „Ich bin da jetzt aber nicht den ganzen Tag dahinter, dass die Songs irgendwo platziert werden“, bemerkt die Augsburgerin. „Mir ist schon wichtiger, dass mein eigenes Künstlerprojekt vorangeht. Aber es macht mir definitiv viel Spaß für andere Künstler zu schreiben, weil man so jedes Mal in eine neue Gedankenwelt eintauchen kann“. Es muss auch nicht immer Pop sein, Stacia hat schon alles mögliche ausprobiert – sogar Kinderlieder und Schlager. „Wer weiß, vielleicht hört man dann auch mal irgendwann ein Kinderlied von mir auf Kika“. So würde sich jedenfalls der Kreis zu ihren musikalischen Ursprüngen wieder schließen.

„Wer weiß, vielleicht hört man dann auch mal irgendwann ein Kinderlied von mir auf Kika“

Abwechslung findet sie auch in ihrem Zweitprojekt Polaroyds mit Bandkollege Moritz, das 2017 gleich mit der ersten Single „The One“ einen kleinen Hit gelandet hat, der in einige große Spotify Playlists gerutscht ist. Ursprünglich hieß das Duo Stacia x Wunderwald und ließ sich eher dem Genre Deep House zuordnen. Erst durch einiges herumexperimentieren verlagerte sich der Sound immer mehr in Richtung des Indie Pops, der heute von den beiden zu hören ist. Die Umbenennung war dabei für sie eine logische Schlussfolgerung, weil etwas Neues entstanden ist. Obwohl beide Bandprojekte für Stacia zeitlich schwer zu vereinbaren sind, verfolgt sie trotzdem beide ehrgeizig, weil sie ihr einfach zu sehr Spaß machen. Während die junge Sängerin bei ihrer gleichnamigen Band Creative Director ist, teilt sich der Einfluss bei Polaroyds auf das Duo auf. Das ist wichtig für Stacia: „Ich kann mich dann textlich auch mal als Person ein bisschen rausnehmen. Wenn ich als Stacia Musik mache, ist das oft sehr autobiographisch.“

Die junge Künstlerin hat sich auch lange Zeit gelassen, unter ihrem Namen Material zu veröffentlichen. Im Oktober vergangenen Jahres erschien die Debütsingle „Happy“ inklusive zwei Musikvideos, in einer normalen und einer acoustic Version. In den Jahren davor hat Stacia trotzdem schon viel allein und zusammen mit anderen geschrieben. „Dann habe ich mir aber gedacht, dass dieser Perfektionswahn ein Ende haben muss“, erklärt sie. „Schließlich will ich meine Musik ja nicht nur für mich machen, sondern sie auch mit anderen Menschen teilen“.

Wichtige Themen sind dabei unter anderem Selbstfindung, an sich selbst zu arbeiten, Feminismus und Rollenbilder. „Man spricht sehr viel von Frauen und dass sie benachteiligt sind, das sehe ich natürlich ganz genauso“, macht die Musikerin ihren Standpunkt klar. „Ich finde aber, um das ganze Bild zu sehen ist es auch wichtig, die Männer darin zu integrieren“. Die Begründung für diese Sichtweise liefert die Songwriterin gleich nach. „Ich habe das Gefühl, wenn man nur von Frauen redet, dann werden die meisten Männer immer Antifeministen sein weil sie sich nicht so miteinbezogen fühlen“, formuliert sie. „Es heißt zwar Feminismus, aber im Endeffekt ist es für alle gut, wenn es eine Gleichberechtigung gibt“.

Diese Problematiken wurden schon in einigen Songs verarbeitet, wie zum Beispiel im noch unveröffentlichten Song „Men Don’t Cry“. Die selbstgewählte Beschreibung als Emotion-Pop passt da ganz gut, denn bei Stacia stehen die Gefühle im Vordergrund. Dazu gehören natürlich auch Klassiker wie Liebe, Herzschmerz und Beziehungen. Schließlich würden Gefühle Alles beeinflussen und wiederum Alles Gefühle auslösen. Das in Musik umzusetzen ist für die Augsburgerin ganz einfach: „Ich gehe ins Studio und dann passiert der Song“. Jedes Lied ist also eine Momentaufnahme ihres aktuellen Seelenlebens.

In den nächsten Wochen wird es einige Neuigkeiten von der Augsburgerin geben. Sowohl eine neue Single als Stacia inklusive Musikvideo als auch eine von Polaroyds werden das Licht der Welt erblicken. Live gibt es die Gelegenheit sich von ihrem Talent zu überzeugen bei unserem Wohnzimmerkonzert am 14. März und etwas später am 3. April im Münchner Aloft Hotel.

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