Die Spiegelburg - Das Ende eines weiteren Klassikers

Nach 23 Jahren schließt die Spiegelburg ihre Pforten. Wo einst Kinder glücklich durch die Regale stöberten, werden wir bald eine weitere verwaiste Ladenfläche auffinden.

Die Spiegelburg - Das Ende eines weiteren Klassikers

1996 erfüllte „Margret Lermann“ ihre Passion und eröffnete einen eigenen Spielwarenladen in der Bäckergasse, mitten in der Augsburger Altstadt. Von Anfang an ein treuer Wegbegleiter war der reiselustige „Hase Felix“, den sicher so einige unter euch noch aus ihrer Kindheit kennen. Im Zentrum stand immer die Idee hochwertige und schöne Spielsachen anzubieten, die den Kindern ein Lachen auf das Gesicht zaubern. Mit rund 6000 verschiedenen Produkten erschuf sie so ihr eigenes Paradies. Jetzt hat all das ein Ende.

Das Ende einer Ära

Nicht mehr lange, dann verabschiedet sich die „Spiegelburg“ aus der innerstädtischen Ladenlandschaft. Eine Ära geht zu Ende und so langsam scheint es keine liebevollen Anlaufstellen mehr für Spielwaren zu geben. Ein weiterer Klassiker "Spielwaren Hartmann“ stellte bereits 2012 den Betrieb ein. Weil uns das sehr traurig macht, haben wir bei „Margret“ direkt nachgefragt, wie es so weit kommen konnte?

„Die Online-Shops haben unser Herzensprojekt vernichtet“

Der Hauptgrund liegt auf der Hand. Die meisten Menschen kaufen online und legen keinen Wert mehr auf eine liebevolle und persönliche Beratung. Mit den Dumpingpreisen der Onlinestores kann ein Ladengeschäft nicht mithalten. Schließlich sind auch weitaus mehr Kosten zu decken.

„Der Gesetzgeber macht es einem nicht leichter“

Dazu kommen so einige Gesetzesänderungen, die gerade den kleinen Läden das Leben deutlich erschweren. Fragt man Experten zum Thema „Datenschutzgrundverordnung“ räumen sogar diese ehrlich ein, dass die Vorgaben in der Praxis nicht wirklich einhaltbar sind. Wie soll es also kleinen Läden ohne jegliche Rechtsabteilung möglich sein, den Anforderungen gerecht zu werden? Dazu kam im neuen Jahr auch noch die „Verpackungsverordnung“. So wird fortan von einer zentralen Stelle genau geprüft, ob Händler alle Versandverpackungen korrekt lizenzieren. Das bedeutet Aufwand und zusätzliche Kosten.

Wenn ihr die Spiegelburg bei ihren letzten Atemzügen nochmals unterstützen möchtet, könnt ihr jetzt Gebrauch vom Räumungsausverkauf machen. Die Inhaberin „Margret“ wird es euch danken, denn derzeit sieht sie sich mit einem riesen Berg Arbeit konfrontiert, um ihren Laden schnellstmöglich zu leeren.

Ein Gedankenanstoß

Wenn ihr das nächste Mal online shoppt, überlegt euch bitte zweimal, ob ihr nicht lieber einen lokalen Laden unterstützen wollt. Es reicht mit den Leerständen in den Städten. Die Straßen sollen wieder blühen und die Menschen sollen sich fernab von digitalen Medien austauschen. Die Beratung eines leidenschaftlichen Verkäufers und das Gefühl Produkte in der Realität haptisch wahrzunehmen, werden Onlineshops nie leisten können. Wenn ihr also mal wieder durch die Weiten des Webs surft und dazu neigt ein Produkt in den Warenkorb zu legen, denkt an die leeren Gässchen, die so bunt erstrahlen könnten. Wenn euch die unzähligen Rabatt Banner förmlich dazu verleiten eine schnelle Paypal-Transaktion in die Wege zu leiten, denkt an den „Hasen Felix“. Er muss sich jetzt ein neues Zuhause suchen.

Tschüss „Spiegelburg“.

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