2Rad Popp steht mit Rad und Tat am Fahrrad zur Seite

Ob Bambusrad, Kinderanhänger für Mountainbikes oder das „Popp“-Rad – der Haunstetter Fahrradhändler ist überraschend anders.

2Rad Popp steht mit Rad und Tat am Fahrrad zur Seite

Auf der grauen Wand am Haunstetter Offenbachkarree leuchtet im grellen gelb: 2Rad Popp. Auf den ersten Blick ein ganz normaler Fahrradladen. Die Drahtesel stehen ordentlich aufgereiht und warten auf einen neuen Besitzer. Helme, Sattel und andere wichtige Gadgets werden präsentiert. Doch dem zweiten Blick fallen liebevolle Details auf: Ein Kronleuchter aus Fahrradfelgen, LED Lampen und unzähligen Speichen-Reflektoren. Ein Hirschgeweih aus alten Fahrradteilen. Bunte Blechschilder mit Zweirad-Bezug. Und was macht eigentlich ein Tisch mit Fair-Trade Schokolade, Augsburger Honig und zu einer Spendenbox umfunktionierten Bongos in einem Fahrradladen?

Hinter dem Verkaufstresen sitzt der Geschäftsführer Fritz Popp. Die spezielle Atmosphäre spiegelt die Leidenschaft des Fahrradhändlers wider. Der begeisterte Radler hat vor 15 Jahren sein Hobby zum Beruf gemacht und sein eigenes Geschäft eröffnet: 2Rad Popp. Morgens kommt er mit dem Lastenrad zur Arbeit, den Urlaub verbringt er zwei Wochen auf dem Fahrrad. Diese Passion spiegelt sich auch in der kompetenten Beratung wieder. Er begleitet seine stets zufriedenen Kunden Schritt für Schritt zum Traumrad.

Eine Kundin, eine alte Dame, vererbte dem passionierten Radler sogar ihr geliebtes Fahrrad aus dem Jahre 1951. Über ein Jahr sparte sie von ihrem Lohn, damals noch 70 Pfennig die Stunde, um sich jenes Fahrrad für 240 Mark kaufen zu können. Nun thront es zusammen mit anderen Oldtimern dekorativ über dem Verkaufsraum.

Nicht nur das Radeln liegt Fritz Popp am Herzen, sondern auch ein soziales Engagement. Deshalb bietet er die perfekte Fusion seiner beiden Leidenschaften an: das Bambusrad von myBoo. Es schaut nicht nur edel aus, sondern ist auch ein reines Naturprodukt. Das Aluminium ist auf ein Minimum reduziert, der Rahmen besteht aus Bambus, Hanfseilen und recyceltem Epoxidharz. Der Rahmen wird in Ghana hergestellt. Das von zwei deutschen ehemaligen BWL-Studenten gegründete Start-Up hat es geschafft, dort Bambusräder – die es übrigens schon so lange wie das Fahrrad selbst gibt – erstmalig in Serie zu produzieren. Das sorgt für mittlerweile über 40 Arbeitsplätze.

„Ursprünglich habe ich damit gerechnet, durch den Verkauf der Bambusräder wenigstens einem Kind eine durchgehende Schulausbildung zu finanzieren, jetzt sind es schon um die fünf bis sechs.“

Der Erlös eines hergestellten Rahmens ermöglicht einem ghanesischen Kind für ein ganzes Jahr den Schulbesuch. „Ursprünglich habe ich damit gerechnet, durch den Verkauf der Bambusräder wenigstens einem Kind eine durchgehende Schulausbildung zu finanzieren, jetzt sind es schon um die fünf bis sechs“, sagt Popp. Sämtliche Gagen, die die Gründer für Fernsehauftritte und ähnliches erhalten, fließen momentan in den Bau einer Schule in Ghana.

Die meisten Bambusfahrräder werden bei 2Rad Popp individuell aufgebaut, dazu wird der Rahmen bei myBoo in Kiel bestellt und schlussendlich in Augsburg mit extra bestellten Einzelteilen komplettiert. Für ihr eigenes myBoo kommen die Kunden sogar extra aus anderen Städten angereist.

„Alles, was wir tun können, um den Kunden glücklich zu machen, machen wir.“

Der Kunde ist König. „Alles, was wir tun können, um den Kunden glücklich zu machen, machen wir“, sagt der Fahrradhändler. Ein Kunde aus Donauwörth habe einmal ein Exemplar bestellt, um eine Tour auf dem Donauweg zu fahren. Die übliche Auslieferung wäre sehr knapp gewesen. Popp fängt das Bike extra noch auf dem Lieferweg ab und stellt ihn in der Poppschen Werkstatt fertig. Das Ergebnis: Die Tour kann pünktlich starten und ist ein voller Erfolg.

Fritz Popp ist einer der wenigen deutschen Anbieter der Bambusräder. Er lässt seine Expertise mit in das Start-Up myBoo einfließen und inspiriert die Gründer mit einer cleveren Idee zum Modell „my Ashanti“. Der Rahmen wird, statt mit schmalen 28 Zoll, mit breiteren 26 Zoll Rädern und einer 26 Zoll Gabel bestückt. Das sorgt für ein unglaublich angenehmes, sanftes Fahrgefühl. Passend zum Bambusfahrrad aus Ghana unterstützt Fritz Popp auch den Verein „Akuma for Afrika“. In deren Auftrag verkauft er Schokolade aus Ghana und Honig von einem Augsburger Imker, dessen Erlös ebenfalls dem Verein zu Gute kommt, was die zur Spendenbox umfunktionierten Bongos erklärt.

Neben dem Bambusrad ist 2Rad Popp auch ein Zuhause für viele Zweirad-Schöpfungen, denen sonst nur wenige andere Händler eine Chance geben. Eine davon ist der Streetstepper, bei dem es keinen Sattel gibt. Die breiten Pedale werden wie bei den stationären Versionen im Fitnessstudio im Stehen getreten. Fritz Popp hat den Streetstepper zu seinem Hauptfortbewegungsmittel auserkoren. Er fährt damit auch gerne in den Urlaub: zwei Wochen lang, täglich bis zu 80km. Das ist gesund, meint er, weil im Gegensatz zum Fahrrad der ganze Körper beansprucht wird und man gleichzeitig seine Rückenmuskulatur trainiert.

Wer sein Kind bei einem Outdoor-Urlaub mitnehmen will, für den hat Popp einen Kinderanhänger speziell für Mountainbikes, ein überregionaler Verkaufsschlager. So können die Kleinen auch bei rasanten Downhillfahrten hinten mitfahren. Das kommt extrem gut an!

Natürlich darf auch eine Eigenmarke nicht fehlen. Die schicken farbenfrohen Räder tragen wie der Laden auch den Namen „Popp“. „Fritz klingt nicht so cool für eine Fahrradmarke“, meint er. „Auch wenn eine Kundin ihr Rad, das sie bei mir gekauft hat, Fritzi genannt hat.“ erklärt der Geschäftsführer amüsiert.

Egal ob nun Bambusfahrrad, Streetstepper, Mountainbike-Kinderanhänger oder ein individuelles Manufakturfahrrad – bei 2Rad Popp findet jeder genau das Richtige. Ein Laden, in dem die Liebe zum Radeln jederzeit spürbar ist. Ein Laden mit viel Scharm und dem gewissen Etwas.

Adresse im Stadtteil Haunstetten: Albert-Leidl-Straße 2, 86179 Augsburg
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr & 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Samstag 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr

Web: www.zweiradpopp.de

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