Au revoir - Ein Abschiedsbrief an den Augsburger Sommer

Er war heiß. Er war prickelnd. Er war fantastisch, großartig, umwerfend und sensationell. Und wieder einmal viel zu kurz! Ein offener (Abschieds)brief an den Augsburger Sommer.

Au revoir - Ein Abschiedsbrief an den Augsburger Sommer

Mein geliebter Augsburger Sommer,

wahrscheinlich wirst du es lächerlich finden, dass ich dir diesen Brief schreibe. Vielleicht wirst du den Kopf schütteln oder über mich lachen. Vielleicht wirst du die Augen verdrehen und dir ein Seufzen verkneifen.

Vielleicht, vielleicht auch nicht.

Es ist doch jedes Jahr dasselbe, wirst du denken. Du wirst dich daran erinnern, wie ich mich schon letztes Jahr unglücklich von dir verabschiedet habe. Und ja, es stimmt: Nächstes Jahr wird es wieder so sein.

Doch bei all der Trauer sind da diese wunderschönen Erinnerungen, die mich ein Jahr lang begleiten werden - auch wenn du dieses Jahr an manchen Tagen fast ein bisschen zu heiß gewesen bist!

Ich sehe mich auf dem Rathausplatz sitzen, die Sonne, wie sie mir aufs Gesicht und die nackten Schultern scheint, das Eis in meiner Hand, das ich um die Ecke geholt habe. Ich schaue von meinen Freunden Richtung Rathaus und lächle über die Touris, die sich davor in Pose werfen.

Ich sehe mich am Hochablass oder Kuhsee chillen, das Fahrrad neben mir, mit dem ich durch den Siebentischwald hierher gefahren bin. Die Gespräche um mich herum, die zu einem sanften Hintergrundsummen werden, der Geruch nach gegrillten Leckereien und mein knurrender Magen.

Ich sehe mich durch die Altstadt bummeln, natürlich mit meinen Einkäufen in der Hand, weil irgendwie jeder im Sommer Geburtstag hat. Abends dann durch die Clubs ziehen und erst nach Hause laufen, wenn die Sonne aufgeht über den Dächern meines schönen Augsburgs.

Ich sehe mich im Hofgarten chillen. Vielleicht ist es auch der Wittelsbacher Park oder der am Roten Tor. Langsam wird es dunkel, kalt ist es aber nicht. Es ist angenehm warm, der Wind streicht herrlich um meine Arme und ich lächle, als ich über Königsplatz und Maxstraße nach Hause laufe.

Ich weiß, wir werden uns wiedersehen. Das zu wissen, macht es mir leichter. Im Herbst werde ich auf dem Campus über bunte Blätter laufen und das letzte Kitzeln der Sonne auf meinem Gesicht genießen. Im Winter werde ich auf dem Rathausplatz Glühwein trinken und mit dicken Stiefeln und meinem Lieblingswollschal durch die Altstadt schlendern. Im Frühling werde ich mit meinen Freunden in den Biergarten gehen sobald es wieder ein bisschen wärmer ist und den Lieblingswollschal in die hinterste Ecke meines Kleiderschrankes werfen.

Und dann habe ich dich endlich wieder!

Bis zum nächsten Mal, geliebter Sommer, und danke Augsburg!
Ich warte auf dich, wie ich es immer tue!

Au revoir!

Deine Sophie

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