Augsburgs Solidarische Landwirtschaft

Habt ihr euch auch schon mal gefragt, was es eigentlich mit der Solidarischen Landwirtschaft Augsburg auf sich hat? Wir verraten es euch!

Augsburgs Solidarische Landwirtschaft

Seit vielen Jahren hat sich unser Einkaufsverhalten was Lebensmittel angeht, grundlegend verändert. Immer mehr Menschen kaufen bevorzugt Bio-Ware, die umweltfreundlich sein und einen vertretbaren ökologischen Fußabdruck vorweisen soll. Im Hinblick auf den nicht mehr in Frage zu stellenden Klimawandel ist dies in jedem Fall eine positive Entwicklung.

Nichts desto trotz wissen wir häufig nicht den genauen Herkunftsort der gekauften Waren und können nicht nachvollziehen, was sich hinter den vermeintlichen Bio-Siegeln verbirgt. Auch wenn sich die Mentalität der umweltbewussten Käufer gewandelt hat, gibt es auf Seiten der Vertreiber leider immer noch jede Menge moralische Sackgassen. Ein Grund dafür ist das Voranschreiten der Globalisierung. Diese hat dafür gesorgt, dass es weltweit nur einige wenige internationale Firmengruppen gibt, die die Kontrolle über den pflanzlichen Anbau, die Tierhaltung und Lebensmittelverarbeitung besitzen.

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Diese Firmengruppen gestalten ihre Handelswege wenig transparent, weshalb schlechte Tierhaltungsbedingungen oder Pestizidskandale häufig erst spät an die Öffentlichkeit gelangen. Die langen Transportwege sind meist mit hohem CO2-Ausstoß verbunden und der “mehr und billiger”-Wahn sorgt nicht nur dafür, dass kleine Bauern mit den niedrigen Preisen der Konkurrenz nicht mithalten können. Der Perfektionismus des massenhaften Anbaus sorgt außerdem für den Effekt der sogenannten “Gen-Erosion”. Was hier passiert ist ein Verfall der Gen-Diversität der pflanzlichen Lebensmittel. Wenn ihr mehr über “Gen-Erosion” wissen wollt, findet ihr hier eine solide Informationsquelle.

Der Grundgedanke der Augsburger Solidarischen Landwirtschaftler ist der Schritt zurück, vom “mehr und billiger”-Trend hin zu qualitativ hochwertigen und verlässlichen Produkten.

Jetzt möchte ich euch erzählen, wie die Solidarische Landwirtschaft Augsburg (kurz: SoLaWi) diesen Phänomenen der modernen Agrarwirtschaft “von unten” entgegenwirkt.

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Im Namen der SoLaWi arbeiten einige Landwirte aus der Region um Augsburg, die sich mit Hilfe der Mitgliedsbeiträge auf jährliche Einnahmen verlassen können und somit ihre Kosten decken können. Als Mitglied der SoLaWi profitieren wir von der regionalen und nachhaltigen Produktionsweise, sowie den saisonalen, frischen Produkten. In einem wöchentlichen Rythmus werden die Lebensmitteleinheiten an die “Stadtwirte” verteilt. Die Einheiten beinhalten saisonale Obst- und Gemüsesorten, bei denen es sich um „alte“ Sorten handelt. Diese zeichnen sich durch eine gesunde, von Gen-Diversität geprägte Abstammung aus und sind somit robust gegenüber den sich verändernden Umweltbedingungen und Wachstumsfaktoren.

Wie der Name es schon vermuten lässt, wird außerdem ein besonderes Augenmerk auf den Aspekt des Gemeinschaftsgefühls gelegt. Einerseits ist es den Mitgliedern möglich, bei verschiedenen Gelegenheiten persönlich bei der Ernte mitzuwirken. So können wir in direkten Kontakt mit den Landwirten treten und erhalten Einblicke in den Anbau und die Pflege unserer heimischen Gemüsesorten. Zum Anderen fällt auch die Preisgebung der Obst- und Gemüseeinheiten unter den Aspekt der Solidarität. Die drei Preisstufen sind darauf ausgelegt jeden Augsburger anzusprechen und zu gewährleisten, dass alle Einkommensklassen abgedeckt sind. Die Kaufkräftigen tragen die Kaufschwächeren.

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Wenn euch das Prinzip gefällt, könnt ihr die SoLaWi's in ihrem kleinen Laden am Oberen Graben 9 besuchen. Dort findet jeden Montag von 18 bis 19:30 Uhr die Vergabe der Ernteeinheiten statt.

Was haltet ihr von der Idee? Wir finden, dass die Idee der Solidarischen Landwirtschaft großes Potenzial hat. Lokale Landwirte bekommen Unterstützung und wir können einen (bezahlbaren) Beitrag mit umweltbewusstem Hintergedanken leisten. Eine echte Win-Win-Situation! :-)

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